< vorheriger Artikel

Neues Gesetz könnte PiA-Bezahlung regeln - Stellungnahme der DGVT zum geplanten Psych-Entgeltgesetz

Der Gesetzentwurf bietet die Chance, die Bezahlung der PiA, die im Rahmen ihres Ausbildungsbausteins „Praktische Tätigkeit“ in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken arbeiten, endlich festzuschreiben.


Stellungnahme der DGVT zum Gesetzentwurf der Bundesregierung für ein Gesetz zur Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (Psych-Entgeltgesetz – PsychEntgG)

Anlässlich des o.g. Gesetzentwurfs möchten wir auf einen für unseren Verband zentralen Aspekt eingehen, der die Situation der in den Kliniken tätigen PsychotherapeutInnen in Ausbildung (PiA) betrifft.

PsychotherapeutInnen in Ausbildung (PiA) sind im Rahmen der durch das Psychotherapeutengesetz festgelegten eineinhalbjährigen praktischen Tätigkeit in ausbildenden Kliniken bzw. einer vom Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen Versorgung tätig. Dabei übernehmen sie als voll ausgebildete Dipl.-PsychologInnen, Dipl.-SozialpädagogInnen bzw. Dipl.-PädagogInnen meist Aufgaben, die ansonsten durch anderweitige Planstellen erbracht werden müssten. PiA erbringen im Rahmen dieser Tätigkeit aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz bereits Leistungen, die für die psychotherapeutische Versorgung in den Einrichtungen essentiell sind – wie das kürzlich vom Bundesgesundheitsministerium in Auftraggegebene Forschungsgutachten zu Fragen des Psychotherapeutengesetzes ausführlich dokumentiert hat. Sie tragen auf diese Weise nachhaltig zur Sicherstellung des psychotherapeutischen Leistungsangebots in den Einrichtungen bei.

Leider müssen PiAs auch 12 Jahre nach In-Kraft-Treten des Psychotherapeutengesetzes in den überwiegenden Fällen ohne tarifliche Einbettung, d.h. ohne finanzielle Absicherung seitens der ausbildenden Kliniken, ihre Leistungen erbringen.

In der Mehrzahl der Fälle haben die ausbildenden Kliniken/Einrichtungen derzeit überhaupt keine Finanzierung für die Leistungen der PiA vorgesehen. Zum Teil werden die PiAs als Praktikanten bezahlt und erhalten dann nur eine geringe finanzielle Anerkennung für ihre Leistungen. Dies ist nur möglich, da es bislang keine gesetzliche Regelung für PiA in diesem Ausbildungsabschnitt gibt. Die PiA fordern zu Recht, dass sie eine geregelte Ausbildungsvergütung erhalten sollen. Die Kliniken verweisen in diesem Zusammenhang auf die fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten hin.

Mit dem aktuellen Gesetzentwurf (PsychEntgG) sehen wir die Möglichkeit für den Gesetzgeber, Vorbedingungen für die angemessene Bezahlung der PiA zu schaffen. Dies könnte durch eine sachgerechte Berücksichtigung der Kosten, die den Kliniken für die Vergütung der PiA entstehen, im Rahmen der Neu-Berechnung der OPS-Ziffern-Beträge erfolgen. Das aktuell zu novellierende PsychEntG bietet die Möglichkeit, entsprechende Zuschläge auf das Budget der Kliniken, in denen PiAs tätig sind, zu etablieren.

Perspektivisch müsste eine sachgerechte Vergütung der PiA auch im PsychThG abgesichert werden, analog zu den Regelungen für Referendare oder Sozialarbeitern im Anerkennungsjahr. Dies wäre im Rahmen der anstehenden Novellierung des PsychThG umzusetzen oder auch unabhängig davon als Artikel mit dem vorliegenden Gesetzentwurf.


Zurück