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Rechenschaftsberichte der Gremien, Fachgruppen und Delegierten für das Jahr 2011


Rechenschaftsbericht des Vorstandes für das Jahr 2011

Personal

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Tübinger Geschäftsstelle von Verein und
Verlag und in den dezentralen Standorten sowie die große Zahl der ehrenamtlichen
Gremienmitglieder sind die Basis für die fachlichen, die verbandspolitischen und die
geschäftlichen Erfolge der DGVT. Ihnen allen gebührt unser Dank für den immensen Einsatz und für Leistungen, die häufig deutlich über den üblichen Erwartungen liegen.

Folgende Veränderung gab es in 2011: Ludmila Krauter ist nach vierjähriger Elternzeit wieder eingestiegen. Sie arbeitet im Fort- und Weiterbildungsbereich und bereits nach drei Monaten hatten wir den Eindruck, als wäre sie nur etwas länger im Urlaub gewesen. Im Vorstandsreferat gab es durch den Weggang von Ulrike Schrof einen Personalwechsel. Frau Schrof hat die DGVT nach über zehnjähriger Tätigkeit verlassen, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Ihre Tätigkeit hat Lia Kailer, die bei uns die Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation absolvierte, übernommen. Frau Kailer hatte zunächst nach der Ausbildung eine befristete Stelle, die wir nun in eine unbefristete
Stelle umwandeln konnten. Die vielfältigen Tätigkeiten in der Geschäftsstelle haben uns zudem veranlasst, wieder eine studentische Mitarbeiterin einzustellen, nachdem sowohl Stephanie Ginter als auch Katja Schumann ihr Studium 2011 beendeten. Stephanie
Haier hat ihre Tätigkeit Mitte des Jahres aufgenommen und steht allen Abteilungen in der Geschäftsstelle zur Verfügung.

In der Geschäftsstelle des Vereins in Tübingen arbeiten Ende 2011 17 Personen auf 12 Stellen – zwei Drittel davon in der Sachbearbeitung und ein Drittel in den Fachreferaten. Dazu kommen eine Auszubildende im kaufmännischen Bereich und eine studentische Mitarbeiterin. Im Verlag arbeiten vier festangestellte MitarbeiterInnen auf 2 3/4 Stellen; hinzu kommen ein geringfügig Beschäftigter und eine Honorarkraft. Das macht deutlich, dass die DGVT nicht nur ein erfolgreicher Fachverband, sondern auch ein respektabler Arbeitgeber ist.

 

Finanzen

Das Jahresergebnis für 2011 liegt vor und wir freuen uns, dass die wirtschaftliche Lage des Vereins weiterhin stabil ist.

Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen belaufen sich auf 700 000,00 Euro und spiegeln die erfreuliche Tatsache wider, dass sich die Mitgliederzahlen weiterhin positiv entwickeln. Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen machen ca. 43% der Gesamterlöse aus, und aus unseren Einnahmen müssen wir den Mitglieder-Service und die gesamte politische Arbeit des Vereins finanzieren. Die Mitgliedsbeiträge haben also eine wichtige Funktion für die Absicherung der Vereinsarbeit.

Die wirtschaftlichen Grundlagen der DGVT sind des Weiteren die Einnahmen aus der Fort- und Weiterbildung in Psychotherapie und Beratung sowie die Verkaufserlöse des Verlags. Der Verlag besitzt ein hohes fachliches Ansehen und ist wirtschaftlich solide aufgestellt.

Auch der Bereich der Ausbildung hat sich durch die ausgezeichnete Qualität der fachlichen Arbeit der Ausbildungszentren und durch eine professionelle Positionierung am Markt erfreulich entwickelt.

Die Ausbildung wurde zum 01.01.2011 in eine gemeinnützige GmbH ausgegliedert, so dass die Kostenstellen von Verein und Ausbildung getrennt erfasst und zwei getrennte Bilanzen erstellt werden.

Die Finanzen wurden von der Wirtschaftprüfungsgesellschaft ADJUVARIS am 14. bis 16. Februar 2012 und von den Kassenprüfern der DGVT am 24. und 25. Februar 2012 vor Ort in Tübingen begutachtet.

Der Vorstand bedankt sich bei allen haupt- und ehrenamtlich Tätigen, die durch ihr sparsames Wirtschaften auf der einen Seite und durch ihr hohes Engagement auf der anderen Seite zu diesem erfreulichen Ergebnis beigetragen haben.

 

Mitgliederbereich

Auch im Jahr 2011 konnten wir mit der Mitgliederentwicklung zufrieden sein. Der Mitgliederbestand belief sich zum Jahresende auf 6 480 Mitglieder, deren Altersdurchschnitt betrug 43,7 Jahre. Im Jahre 2011 gab es 633 Eintritte und 202 Austritte; dies bedeutet einen Zuwachs von 443 Mitgliedern bzw. 7,3 % (der Zuwachs 2010 betrug 7,5 %). Die Ausbildung zum/zur Psychologischen PsychotherapeutIn oder zum/zur Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn ist nach wie vor der häufigste Grund, der DGVT beizutreten. Bei 631 Angaben zu den Beitrittsgründen wird die Ausbildung 392 Mal genannt (Mehrfachnennungen sind möglich). Die Fort- und Weiterbildung (inklusive Tagungen und Kongresse) steht an zweiter Stelle mit 58 Nennungen.

Darüber hinaus leisten die Landessprecher und -sprecherinnen und die Kammerdelegierten eine ausgezeichnete politische Arbeit, was ebenfalls viele Mitglieder überzeugt.

Austrittsgründe erfahren wir leider nur selten. Als häufigster Grund wird die Berentung angegeben (mit 16%). „Risikofaktoren“ für einen Austritt sind Arbeitslosigkeit oder auch der Abschluss der Ausbildung. Von den 202 Austritten sind 20 ehemalige AusbildungsteilnehmerInnen, die nach Abschluss ihrer Ausbildung innerhalb von vier Jahren ausgetreten sind.

Die steigende Mitgliederzahl schlägt sich auch in der Zunahme der TeilnehmerInnen in den diversen DGVT-Mailinglisten nieder. Die höchste Steigerung gab es hier bei der Mailingliste der Niedergelassenen und der Mailingliste der Fachgruppe Kinder und Jugendliche. Diese beiden Listen bestehen aus jeweils zwei Mailinglisten; die sog. „Aktiven“ tauschen sich in einer eigenen Mailingliste aus, beschließen dort bestimmte Projekte oder beteiligen sich z. B. an der Beantwortung aufgeworfener Fragen in der allgemeinen Liste. Die Mailinglisten werden nicht moderiert, sie dienen dem Austausch der Mitglieder. Allerdings begleiten Kerstin Burgdorf und Waltraud Deubert die Mailinglisten, indem Fragen auch von der Geschäftsstelle beantwortet oder Informationen zu den jeweiligen diskutierten Themen eingebracht werden.

Weitere Mailinglisten sind

kostenerstattung@dgvt.de:        
Psychotherapie in der Kostenerstattung, Praxiskauf, Sonderbedarf, Jobsharing

angestellte@dgvt.de:                 
Fachlicher und berufspolitischer Austausch zu allen Fragen rund um die Tätigkeit in Institutionen

migration@dgvt.de:                    
Interkulturelle Fragen

diskussion@dgvt.de:                  
Allgemeiner fachlicher/berufspolitischer Austausch

frauen@dgvt.de:                          
Frauenpolitische Themen

beratung@dgvt.de:                     
Beratungsthemen

piaag@dgvt.de:                          
Vernetzung der PsychotherapeutInnen in Ausbildung

 

DGVT-AusbildungsAkademie – das erste Jahr

Nachdem die DGVT-AusbildungsAkademie, eine gemeinnützige GmbH, am 9. Oktober 2010 gegründet worden war, nahm sie zum 1.1.2011 ihre Geschäfte auf. Ein insgesamt drei Jahre währender Prozess hatte damit sein Ziel erreicht: Der Ausbildungsbereich der DGVT wurde zukunftssicher gemacht und findet angesichts des stetigen Wachstums eine angemessene neue Organisationsform.

Durch die Errichtung einer GmbH wurden die Leitungen der regionalen Ausbildungs-zentren als GesellschafterInnen direkt an der Entscheidungsverantwortung beteiligt. Damit erfüllte sich ein zentrales Ziel dieser Organisationsreform, wonach der Personenkreis, der wesentlich mit seinem inhaltlichen und ökonomischen Engagement zu der außergewöhnlichen Entwicklung des DGVT-Ausbildungsbereichs seit 1999 beigetragen hat, nun auch formal entscheidungsbefugt ist. Gleichzeitig wird der ehrenamtlich geführte Verein DGVT von der alleinigen Verantwortung für diesen mittlerweile großen Geschäftsbetrieb entlastet, bleibt allerdings Mehrheits-Gesellschafter.

Ein gut vorbereiteter Wandel hin zu einer professionellen Struktur musste sich 2011 also erstmals in der Praxis beweisen. Die Anforderung an die GesellschafterInnen der neuen Trägerstruktur, an die Geschäftsführung und nicht zuletzt die MitarbeiterInnen war dabei durchaus beachtlich und in der Rückschau auf das abgelaufene Jahr darf man zusammenfassend von einem geglückten Start sprechen.

Das vorausschauende und umsichtige Vorgehen aller Beteiligten bei der Gründung hat sich dabei ausgezahlt: Bewährte Arbeitsabläufe und Organisationsbestandteile konnten erfolgreich übernommen werden und das gesetzte Ziel, die AusbildungsteilnehmerInnen und die Öffentlichkeit möglichst wenig durch diesen Wechsel zu belasten, wurde erreicht. Die personelle Kontinuität in der Geschäftsführung und in der Belegschaft hat hier einen wesentlichen Beitrag geleistet. Aber auch die Gesellschafter haben mit Augenmaß und Professionalität dafür gesorgt, dass die erfolgreiche Geschäftsentwicklung ohne Bruch weitergeführt werden konnte.

Auch wenn ein Jahr noch keine Aussagekraft hat, die überbewertet werden darf, lässt 2011 doch bereits das optimistische Zwischenfazit zu, dass Verein und Ausbildungsverantwortliche mit dieser GmbH-Gründung eine notwendige und richtige Richtung eingeschlagen haben.

Zum Dezember 2011 stellt sich unsere Ausbildungsakademie wie folgt dar:

Standorte:                                                              16

Ausbildungsgänge:                                                 23 (13 PP; 10 KJP)

Lehrgänge (im Zahlungszeitraum):                        76 (49 PP; 27 KJP)

TN (im Zahlungszeitraum):                                     1388 (907 PP; 481 KJP)

Tradition und Organisationsform des „Ausbildungsleitertreffens“ – seit Jahren das informelle Kommunikations- und Entscheidungsorgan des DGVT-Ausbildungsbereichs -haben im Rahmen der GmbH nun den formalen Charakter einer Gesell-schafterversammlung angenommen. 2011 wurden die satzungsgemäß vorgesehenen zwei Gesellschafterversammlungen durchgeführt, am 5. Mai und am 17. November.

Bei der praktischen Umsetzung sollte die neue Sitzungsform nun ebenfalls an die bisherige bewährte Praxis anschließen. Deshalb wurde 2011 neu eingeführt, dass im Anschluss an die eigentliche Gesellschafterversammlung ein informelles Diskussionstreffen stattfindet. Damit bleibt ein offener Diskussionsprozess möglich.

Als Sprecher der Gesellschafter gemäß Satzung wurde in der ersten Gesell-schafterversammlung Wolfgang Schneider für zwei Jahre gewählt.

Durch die gewählte Konstruktion mit zwei GeschäftsführerInnen (Günter Ruggaber und Waltraud Deubert) ist in der Akademie ein wichtiges Element zur Wahrung von Kontinuität angelegt, das auch die enge Zusammenarbeit von Verein und Akademie sicherstellen soll. Die Entwicklung in 2011 belegt, dass diese Vorstellung sich auch erfüllen lässt. Bedingt durch die gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten und Personal war eine enge Abstimmung der beiden Haushalte notwendig, die über die geteilte Geschäftsführung effektiv und ergebnisorientiert hergestellt werden konnte. Demnach ist die Akademie mit einem bei ihr angestellten Geschäftsführer gestartet. Das weitere Personal blieb vertraglich in seiner Bindung mit der DGVT und wurde entsprechend an die Akademie „ausgeliehen“. Durch die gute Kooperation auf Geschäftsführerebene kamen eventuelle Abstimmungsprobleme hinsichtlich Fach- oder Dienstaufsichtsfragen gar nicht erst auf. Für die MitarbeiterInnen war im praktischen Arbeitsalltag kaum eine Veränderung zu spüren. Zwei im Jahresverlauf auslaufende Arbeitsverhältnisse (Rebmann zum 30.6. und Dresenkamp zum 31.12.) sind neu unter Akademieträgerschaft verlängert worden.

In der operativen Abwicklung des Alltagsgeschäftes gab es kaum Veränderungen nach der Akademiegründung, während sie in der Finanz- und Mitglieder- bzw. Teilneh-merInnenverwaltung allerdings für neue Herausforderungen sorgte, die einen nicht unerheblichen Anpassungsprozess erfordert haben. Wie auch im Ausbildungskernbereich hat aber auch hier die überaus konstruktive Umstellungsbereitschaft der Belegschaft einen weitgehend reibungslosen Übergang garantiert.

Die Zusammenarbeit innerhalb der Geschäftsführung wurde in einer Geschäftsordnung geregelt. Günter Ruggaber verantwortet dabei das operative Akademiegeschäft; strategische Entscheidungen fällen die beiden GeschäftsführerInnen gemeinsam. 2011 findet sich ein solches Zusammenwirken in erster Linie bei der erwähnten Haushaltsaufstellung und -umsetzung sowie in Personalfragen bzw. bei Fragen zur infrastrukturellen Ausstattung der Geschäftsstelle. Eine enge Zusammenarbeit fand darüber hinaus beim Aufbau neuer Ausbildungsstandorte statt sowie im Rahmen des Diskussionsprozesses um mögliche neue Verträge für die regionalen Ausbildungsleitungen. Schließlich kann die Kooperation der GeschäftsführerInnen als zentraler Ausgangspunkt für das Zusammenwirken von Verein und Akademie gezeichnet werden. Hier waren 2011 die Festlegung von verbindlichen Qualitätskriterien für DGVT-Ausbildungszentren (unter Einbeziehung der DGVT-QSK) sowie der Austausch über die Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen Akademie und dem Fort- und Weiterbildungsbereich des Vereins (Einbeziehung der DGVT-AWK) bestimmende Themen. Darüber hinaus fand auch ein intensiver Austausch statt über mögliche Konsequenzen aus dem Vereinsvorhaben, einen Berufsverband zu gründen bzw. auszugliedern.

Insbesondere das operative Geschäft hat sehr von der guten Zusammenarbeit zwischen GeschäftsführerInnen und dem Sprecher der Akademie-Gesellschafter profitiert. Neben der besonders intensiven Zusammenarbeit im ausbildungspolitischen Bereich war dabei Wolfgang Schneiders Erfahrung im Umgang mit GmbH-Formalitäten von größtem Nutzen. Die DGVT wurde von Wolfgang Schreck, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, vertreten.

Für 2012 rechnen wir mit dem Start eines neuen Ausbildungsstandorts in Erlangen. Dort wird dann sowohl die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie als auch Psychologische Psychotherapie angeboten.

 

Verbandsgremien und Kooperation mit anderen Verbänden

Die fach- und gesundheitspolitische Arbeit wird im Verband außer vom Vorstand auch von den sehr aktiven Fachgruppen, den Landesgruppen und den Kommissionen wahrgenommen, die sie in eigenen Rechenschaftsberichten darstellen.

In fast allen Bundesländern finden regelmäßig regionale Mitgliederversammlungen statt. Einmal im Jahr gibt es das Intergremientreffen, bei dem sich alle Gremien austauschen, um die Positionen und Aktivitäten der verschiedenen Vereinsgruppen abzustimmen bzw. weiterzuentwickeln. 2011 hatten wir zudem ein außerordentliches Intergremientreffen im Juni, um die Gründung des Berufsverbandes zu beraten.

Beim Intergremientreffen im November 2011 in Frankfurt wurden alle Themen angeschnitten, die im Augenblick in der DGVT aktuell sind: Die Gründung des Berufsverbandes, die geplante Satzungsänderung, die neuesten Entwicklungen in der AusbildungsAkademie und im Fort- und Weiterbildungsbereich, die Mitgliederentwicklung u. v. m. Es berichteten der Vorstand, die Kommissionen und die Fachgruppen sowie die MitarbeiterInnen der Geschäftsstelle über ihre Aktivitäten. Ein Bericht dazu wurde in der VPP 1/12 veröffentlicht.

Die gesundheits- und fachpolitischen Veränderungen der letzten Jahre haben deutlich gemacht, wie wichtig die Kooperation mit anderen Verbänden zur Durchsetzung gemeinsamer Ziele und Interessen ist. Im zurückliegenden Jahr 2011 war die DGVT in unterschiedlichen Kooperationsstrukturen mit anderen Verbänden/Vereinen engagiert. Dieser Einsatz erfordert die Teilnahme an den jeweiligen Sitzungen, die Mitwirkung an Diskussionen und Entscheidungsprozessen, die häufiger auch via Mailinglisten oder gelegentlich in Telefonkonferenzen erfolgen. Es geht dann darum, Stellungnahmen abzustimmen oder gemeinsames Handeln zu beschließen, etwa gegenüber der (Fach)Öffentlichkeit, der Politik, den Krankenkassen oder der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Die DGVT ist stets bemüht, bei all diesen Kooperationen eigene Positionen entsprechend dem Satzungsauftrag und in der Tradition unserer gesundheitspolitischen Haltungen einzubringen, gleichzeitig aber auch die notwendige Flexibilität und den Pragmatismus einzubringen (und von den Partnern einzufordern), um zu einem Konsens zu kommen. Wir sehen darin eine unverzichtbare Voraussetzung für eine Zusammenarbeit, durch die alle Beteiligten profitieren können und mit der letztlich auch die Qualität der psychosozialen und psychotherapeutischen Versorgung gesteigert werden kann. Es hat sich gezeigt, dass bei der großen Zahl der psycho-therapeutischen Fach- und Berufsverbänden nur das gemeinsame Handeln mit anderen zum Erfolg führt.

Wir berichten regelmäßig über unsere Aktivitäten in der VPP oder der Rosa Beilage, um die Mitglieder darüber zu informieren und um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ein Austausch über die Aktivitäten des Vereins und die dabei vertretenen Ziele und Positionen möglich ist.

 

GK II - Gesprächkreis der Psychotherapeutenverbände

Im Gesprächkreis II sind 33 Berufs- und Fachverbände der Psychologischen PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen sowie der gemischten Verbände (Psychologische PsychotherapeutInnen und Ärztliche PsychotherapeutInnen) vertreten (Stand 2011). Sie haben sich 2011 im März und im Oktober in Berlin getroffen. Außerdem fand am 10./11. September in Frankfurt die Fortsetzungstagung zur Nutzenbewertung von Psychotherapieverfahren statt, an deren Vorbereitung die DGVT durch Rudi Merod beteiligt war. Die Verbände setzten sich bei diesem Treffen mit der Definition von Hans Strotzka zu Psychotherapie auseinander, um sich dann in einem zweiten Teil der Operationalisierung der Verfahren zu widmen. Im dritten Teil ging es um die Etablierung von neuen Ausbildungsverfahren. In einem Meinungsbild wurde festgestellt, dass hinsichtlich der sozialrechtlichen Zulassung neuer Ausbildungsverfahren eine Regelungslücke besteht.

Auf dem Treffen im März tauschte man sich über die bestehenden Selektivverträge aus und sah in Anbetracht dessen, dass sich die Entwicklung und der Abschluss von Selektivverträgen auf die gesamte Berufsgruppe der PsychotherapeutInnen auswirken, die Notwendigkeit, Mindeststandards für die Vertragsgestaltung solcher Verträge zu vereinbaren (siehe hierzu die konsentierten Essentials zur Vertragsgestaltung bei neuen Versorgungsformen, abgedruckt in Rosa Beilage 2/2011).

Die Problematik bei der Honorierung im Basistarif der Privaten Krankenversicherung hatte den GK II bereits 2010 beschäftigt und zu einem Schreiben an die Kassenärztliche Bundesvereinigung zur Vergütung der Leistungen im Basistarif der PKV veranlasst (siehe hierzu Rosa Beilage 2/2010, S. 55f). Auf Initiative der DGVT hin kam es zu einem erneuten Schreiben an Dr. Andreas Köhler, KBV-Vorstandsvorsitzender, nachrichtlich an das aufsichtsführende Bundesgesundheitsministerium, da es bislang keine Antwort gegeben hatte (siehe separaten Beitrag in der Rosa Beilage 2/2011, S. 46ff.)

Weitere Tagesordnungspunkte waren das GKV-Versorgungsstrukturgesetz und die damit in Zusammenhang stehende Bedarfsplanung sowie der Beschluss der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG), der fordert, die Gesprächspsychotherapie und die systemische Therapie in die Reform des Psychotherapeutengesetzes einzubeziehen und ebenfalls fordert, die Verfahrenszulassungen im Bereich Berufsrecht und Sozialrecht abzustimmen. Nach der berufsrechtlichen Anerkennung seien diese Verfahren jetzt auch für die vertragsärztliche Versorgung zuzulassen.

Im Oktober diskutierten die Verbände ausführlich das Versorgungsstrukturgesetz
sowie die unterschiedlichen Konzepte zur Bedarfsplanung und Standards.

 

Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsträger

In der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsträger (BAG) ist die DGVT regelmäßig durch Wolfgang Schneider und Günter Ruggaber vertreten. Die DGVT hatte in diesem Gremium bis Mai 2010 die Geschäftsführung inne. Gemeinsam mit anderen Ausbildungsträgern werden hier Initiativen zu ausbildungspolitischen Rahmenbedingungen abgestimmt und praktische Informationen ausgetauscht.

2011 war erneut die Diskussion um die Reform des Psychotherapeutengesetzes zur Ausbildung Schwerpunktthema. Aus der BAG heraus gründete sich eine Initiativgruppe, die erstmals eine Bundeskonferenz der AusbildungsleiterInnen organisierte, bei der über 2/3 aller Ausbildungsstätten in Deutschland vertreten waren und auf der intensiv die aktuelle Ausbildungssituation diskutiert wurde. Besondere Bedeutung erlangte die Tagung durch die Beteiligung der Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium Annette Widmann-Mauz. Mit der Beteiligung zweier Ausbildungsleiter aus dem Akademieverbund war die DGVT bzw. ihre AusbildungsAkademie maßgeblich in dieser Initiativgruppe aktiv. In der Folge dieser Veranstaltung wurde der Dialog zwischen dem Vorstand der Bundespsychotherapeutenkammer und der BAG wieder aufgenommen. Für 2012 sind gemeinsame politische Initiativen geplant.

 

Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit

Das Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit ist ein Netzwerk von ca. 30 Verbänden, das diagnoseübergreifend die Förderung der seelischen Gesundheit thematisiert. Es bietet eine Plattform zum Austausch, zur Vernetzung und zur Umsetzung einer bundesweiten Anti-Stigma-Aktion.

Unter dem Leitbild „Für die Menschen. Gegen Ausgrenzung“ setzt sich das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit für die Gleichberechtigung und Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen ein. Das Bündnis will der Öffentlichkeit vermitteln, dass psychische Störungen therapierbare und gerade bei frühzeitiger Behandlung auch heilbare Erkrankungen sind, die jeden von uns treffen können. Es will über die Chancen der Früherkennung und Prävention informieren und Menschen ermuntern, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die DGVT wird von Daniel Köhn, Daniel Surall, Bernd Röhrle und Dieter Kleiber vertreten, denen wir für ihr Engagement herzlich danken.

Das Aktionsbündnis beteiligte sich u. a. an der Organisation des „Internationalen Tag der Seelischen Gesundheit“ am 10. Oktober in Berlin. Das Motto der Aktionswoche lautete: „Wissenschaft und Verständnis: Seelische Gesundheit in kultureller Vielfalt.“

Im November hat sich die DGVT mit einem eigenen Stand am Kongress der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde) zum Thema „Personalisierte Psychiatrie und Psychotherapie“ in Berlin beteiligt. Last but not least hat insbesondere Bernd Röhrle sehr viel Zeit in die Satzungsdebatte des Aktionsbündnisses investiert und es wurde eine breitere Beteiligung aller Verbände erreicht. Der Vorsitz des Aktionsbündnisses ist zukünftig trialogisch besetzt. Der Bundesverband der Psychiatrie-Erfahrener und der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker sind neben der DGPPN vertreten.

 

Der PARITÄTISCHE

Der PARITÄTISCHE ist einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Er ist Dachverband von nahezu 10 000 eigenständigen Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Die DGVT ist bereits seit den 80er Jahren Mitglied. Das vielfältige Engagement des PARITÄTISCHEN im Sozial- und Gesundheitsbereich ist organisatorisch in verschiedene Fachbereiche gegliedert. Es reicht von der Behindertenhilfe, der Migrationssozialarbeit, über Familien- und Jugendhilfe, den Gesundheitsbereich bis hin zu Europa-Fragen. Die DGVT arbeitet – vertreten durch Waltraud Deubert – im Kreis der überregionalen Mitgliedsorganisationen und im Arbeitskreis Soziale Psychiatrie mit. Letzterer erarbeitet Positionen und Stellungnahmen im Bereich Gesundheits- und Sozialpolitik.

2011 waren wir an der Erarbeitung von folgenden Stellungnahmen beteiligt: Versorgungsstrukturgesetz, Bundeskinderschutzgesetz, Instrumentenreform und Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.

 

Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG)

Die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. mit Geschäftsstelle in Bonn wurde 1954 gegründet und ist ein gemeinnütziger, politisch und konfessionell unabhängiger Verband. 127 Organisationen sind zurzeit Mitglied der BVPG, darunter vor allem Bundesverbände des Gesundheitswesens (wie z.B. die Bundesärztekammer, die Spitzenverbände der Krankenkassen sowie Verbände der Assistenzberufe im Gesundheitswesen, aber auch Bildungseinrichtungen und Akademien), die einen Arbeitsschwerpunkt im Bereich 'Prävention und Gesundheitsförderung' aufweisen. Die DGVT ist seit März 2008 Mitglied.

Die BVPG setzt sich für die Gesundheitsförderung und die Prävention insgesamt in Deutschland ein. Es geht um die Vernetzung der Partnerorganisationen, die Bündelung von Ressourcen und die langfristige Umsetzung der Konzepte. 2011 wurde die DGVT von Armin Kuhr und Anja Dresenkamp vertreten. Nach dem Start in 2010 fand 2011 zum zweiten Mal die Statuskonferenz „Qualitätsentwicklung“ statt. Weitere Themen waren betriebliche Gesundheitsförderung und frühkindliche Gesundheitsförderung.

 

Dachverband Deutschsprachiger Psychosenpsychotherapie (DDPP)

Der DDPP ist ein Zusammenschluss von PsychiaterInnen, NervenärztInnen und PsychotherapeutInnen.

Psychiatrie und Psychotherapie wollen künftig bei der Behandlung von Psychose-PatientInnen enger zusammenarbeiten. Deshalb wurde in Berlin im Mai der „Dachverband Deutschsprachiger PsychosenPsychotherapie“ (DDPP) gegründet. Die DGVT ist – neben vielen anderen Verbänden und Einzelpersonen – Mitglied des neuen Dachverbands. Hildegard Stienen, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie in Münster, nahm für die DGVT am Gründungskongress teil (vgl. Bericht in der VPP 3/2011).

Hauptanliegen des DDPP ist es, Psychose-PatientInnen verstärkt mit psycho-therapeutischen Methoden zu behandeln. Zwar wird theoretisch längst ein moderner Ansatz vertreten, der der Psychotherapie wesentlich mehr Platz einräumt, doch in der Praxis dominiert nach wie vor die Pharmakotherapie, und das, obwohl die Ergebnisse nicht befriedigend und die Nebenwirkungen beträchtlich sind. Doch auch die PsychotherapeutInnen sind gefordert, denn manche fühlen sich für die Arbeit mit Psychose-PatientInnen nicht ausreichend gerüstet. Deshalb will der Dachverband ein umfangreiches Fortbildungsangebot unterbreiten.

Die VertreterInnen der DGVT, Rudi Merod, Tanja Lincoln und Hildegard Stienen
arbeiten in drei Arbeitsgruppen mit: Vernetzung und Kooperation, Aus-, Fort- und
Weiterbildung sowie Forschung.

 

Verbandskonferenz der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM)

Die BAFM wurde 1995 gegründet und tagt seitdem zweimal jährlich. Die BAFM ist als interdisziplinäre Organisation an einem Zusammenwirken aller Beteiligten zur weiteren Etablierung und Fundierung von Familien-Mediation interessiert. Die Verbandskonferenz diskutiert gesetzliche Initiativen zur Mediation und bildet ein Forum des Erfahrungsaustausches in der Beratungspraxis.

Für die DGVT nehmen an den Treffen der BAFM Dieter Haberstroh und Carolin
Vogelei
teil.

 

Gesundheits- und fachpolitische Positionen und Initiativen

Zur Reform der Psychotherapieausbildung

Die DGVT ist als großer Träger von Psychotherapieausbildungen gemäß Satzungsauftrag auch kontinuierlich mit den Möglichkeiten der Weiterentwicklung der Ausbildung beschäftigt. Hierzu zählt neben diversen Einzelinitiativen (z. B. die Ausschreibung und Vergabe von Stipendien zur Erprobung neuer Ausbildungsmodelle) auch das Thema Psychotherapeutengesetz. Die noch 2010 auf Ebene der Bundespsychotherapeutenkammer konsentierten Vorschläge zur Reform der Psychotherapieausbildung schlummern, so hat es den Anschein, im zuständigen Bundesgesundheitsministerium. Die Zustimmung zu den BPtK-Vorschlägen waren für die DGVT nicht in allen Punkten einfach. Insbesondere die vorgesehene Zusammenführung von KJP und PP zu einem Beruf und die geplanten Zugangskriterien könnten zu einer Verengung des Berufszugangs und zu einer Vernachlässigung der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in der Zukunft führen. Vor diesem Hintergrund hat die DGVT sich sehr bemüht, die gemeinsamen Gespräche der Fachgesellschaften zur Ausformulierung der Zugangskriterien zu unterstützen und hofft hier auf ein akzeptables Ergebnis.

Die von Bundesgesundheitsminister Bahr in Aussicht gestellte Reform des Psycho-therapeutengesetzes beim Deutschen Psychotherapeutentag in Offenbach lässt nach wie vor auf sich warten, da die Bundesregierung eine umfassende Reform anstrebt in Form einer Direktausbildung (analog zur Ärzteausbildung an Medizinischen Fakultäten), die vom Bundesgesundheitsministerium als Zukunftsmodell gesehen und dem Modell der Bundespsychotherapeutenkammer entgegengesetzt wird. Hier werden wir innerverbandlich in der nächsten Zeit über Positionen beraten und Perspektiven
entwickeln.

Ein zentrales Thema ist nach wie vor die Verbesserung der Situation der Psycho-therapeutInnen in Ausbildung (PiA). Solange die Reform des Psychotherapeuten-gesetzes, die hier eine Veränderung bringen könnte, aussteht, müssen untergesetzliche Lösungen gefunden werden. Ein wichtiger Schritt dahin könnten die PiA-Aktionen in Berlin und anderen Städten, Demos und u.a. die Streiks am 8. Dezember sein. Die DGVT unterstützt die Ziele und Bemühungen der PiAs.

Integrierte Versorgung

Die DGVT hat seit längerem mit Wolfgang Bürger einen Experten in diesem Bereich. Er informiert die Mitglieder immer wieder fachkundig über die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich. Zuletzt hat er ausführlich Stellung genommen zu dem neuen
Selektivvertrag für die ambulante psychiatrische, neurologische und psychotherapeutische Versorgung in Baden-Württemberg (siehe hierzu Rosa Beilage 4/11, S. 45ff.).

Mitarbeit an der Entwicklung von Leitlinien

Die DGVT ist an der Erarbeitung von mehreren Leitlinien beteiligt. Einladungen zur Mitarbeit an neuen Leitlinien erhielten wir von der Deutschen Gesellschaft für
Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) zur Leitlinie „Zwangs-störungen“ (hier vertritt uns Armin Kuhr) und von der Technischen Universität
Dresden, die im Auftrag der DGPPN und der Deutschen Gesellschaft für Bipolare
Störungen (DGBS) eine neue Leitlinie zu „Diagnostik und Therapie bipolarer
Störungen“ erstellen wird (Vertretung Olivier Elmer). Heinz Liebeck wurde vom
Vorstand für die Expertengruppe der Leitlinie zu Angststörungen benannt. Bei der
Erarbeitung der S3-Leitlinie „Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von KrebspatientInnen vertritt uns Friederike Schulze. Bei der geplanten „Leitlinie zu psychischen Störungen im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter“ (S2K) der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, wird die DGVT von Michael Borg-Laufs vertreten. Das erste Treffen fand im März 2011 statt. Im Februar 2012 war das erste Treffen zur S3-Leitlinie zur "Diagnose und Therapie von
Autismus-Spektrum-Störung im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter", zu dem die beiden psychiatrischen Gesellschaften, die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) sowie die DGPPN eingeladen haben. Hier ist die DGVT im Lenkungsausschuss.

Ebenfalls vertreten waren wir bei den Treffen „Konsentierung Qualitätsindikatoren für psychiatrische Störungsbilder“. Bei diesen Treffen wurden wir von Rudi Merod
vertreten.

 

 

Positioniert hat sich die DGVT 2011 darüber hinaus:

-          zum Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG)

-          zum Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs
           (StORMG)

-          zum Modellprojekt der Techniker Krankenkasse "Qualitätsmonitoring in
           der ambulanten Psychotherapie"

-          zum Gesetzentwurf des Versorgungsstrukturgesetzes (GKV-VStG)

-          zur angemessenen Bezahlung von PsychotherapeutInnen in Ausbildung

-          zum Therapieunterbringungsgesetz: Psychiatrisierung von gefährlichen
           Straftätern wirft die Psychiatrie Deutschlands um Jahrzehnte zurück!

-          zum Glücksspielstaatsvertrag

Der geschäftsführende Vorstand:

Rudi Merod, Wolfgang Schreck, Heiner Vogel

 

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Rechenschaftsbericht der Fachgruppe
„Frauen in der psychosozialen Versorgung“ 2011

Nachruf auf das frühere Mitglied der Fachgruppe, Dr. Dorottya Rerrich

In den ersten Jahren nach der Gründung  hat Dorottya die Arbeit der Fachgruppe Frauen in der psychosozialen Arbeit in der DGVT mit ihrem unkonventionellen Stil zu denken und vieles gegen den Strich zu bürsten, sehr bereichert. Mit ihrem bayerischen rollenden R hat sie sich unverwechselbar Gehör verschafft und die Fachgruppe in vielen Diskussionen – exemplarisch zum Beispiel mit ihrem frühen und intensiven Engagement für drogenabhängige Frauen – inspiriert.  Ihre fachliche Affinität zu den USA und ihre Berichte von Auslandsreisen haben der Fachgruppe Frauen neue Perspektiven eröffnet und uns allen neue Ideen vermittelt, um Gender-Sensibilität im psychosozialen Bereich zu verankern und Netzwerkarbeit mit Frauen im In- und Ausland zu vertiefen. Dorottya ist im Februar 2012 gestorben. Auch wenn wir in den letzten Jahren kaum mehr Kontakt hatten, sind wir doch tieftraurig und fühlen mit den Angehörigen.

Sexuelle Übergriffe

Im Jahr 2011 organisierte die Fachgruppe Frauen in der psychosozialen Versorgung in der DGVT in Kooperation mit der „Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.“ und mit Unterstützung der Psychotherapeutenkammer sowie der Ärztekammer Niedersachsen die Tagung „Sexuelle Übergriffe in Therapie und Beratung – Kunstfehler! Und was folgt daraus?“, die am 24. November 2011 in Hannover stattfand. Mit ca. 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Veranstaltung gut besucht.

Die Fachgruppe Frauen knüpfte mit dieser Veranstaltung an das öffentliche Hearing vom 19. Januar 1991 in Bonn an, mit dem dieses Thema erstmals in der Bundesrepublik Deutschland in das Bewusstsein der Therapieverbände und der Bundesärztekammer gerückt worden ist. Die Tagung begann mit einem kurzen Rückblick auf das Geleistete, auf die Strukturen, die in den vergangenen 20 Jahren bereits geschaffen wurden. Wegweisend gehört dazu das Verbändetreffen gegen Grenzverletzungen und sexuellen Missbrauch in Psychotherapie und psychosozialer Beratung, in dem heute alle größeren Therapieverbände vertreten sind. Das Verbändetreffen hat große Verdienste bei der  Etablierung von Ethikkommissionen in den Therapieverbänden und der Verankerung des Themas in der therapeutischen Aus- und Fortbildung. Selbstverständlich wurden auch die Bedürfnislagen der betroffenen Frauen und Männer und hier wiederum ihre Probleme bei der Überwindung der Traumata, die bei sexuellen Übergriffen in der Therapie entstehen können, dargestellt und breit diskutiert.

Schließlich wurden auch einige zukunftsweisende Fragestellungen aufgegriffen, insbesondere die nach den Qualitäten von Therapeuten und Therapeutinnen. Neben sehr guten Therapierenden kann es eben auch „giftige“ Therapeuten oder Therapeutinnen geben, die ihrer Klientel eher schaden als nützen. Diese und ähnliche Themen werden die Psychotherapiediskussion in den kommenden Jahren weiter beschäftigen. Ein kurzer Tagungsbericht wird im Heft 1/2012 der VPP erscheinen.

Auf der Fachtagung wurde die Erklärung „Sexuelle Übergriffe in Therapie und Beratung – Herausforderungen für die Zukunft“ verabschiedet. Sie ist auf der Website der DGVT eingestellt.

 

Kinderbücher und Gender

Zwei Mitglieder der Fachgruppe Frauen in der DGVT analysierten die zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2007 und 2008 eingereichten Bilderbücher unter Gender-Gesichtspunkten (Jürgens, E. & Jäger, R.: Auf der Suche nach männlich und weiblich – welche Informationen finden Vorschulkinder heute im Bilderbuch? VPP, 42 Jg 4, 1045-1059, 2010). Die Studie fand ein breites Echo in den Medien: Psychologie heute, Emma, Deutsches Ärzteblatt und Deutschlandradio Kultur. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend reagierte jedoch ausweichend. Ein parallel zur Studie entwickelter Workshop für Angehörige psychosozialer Berufsgruppen zum Thema Strukturelle Gewalt wurde im Rahmen der DGVT-Workshop-Tagung durchgeführt.

Vorbereitung des Symposiums der Fachgruppe Frauen in der DGVT zum 27. DGVT-Kongress für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung

Irmgard Vogt und Christine Wicke-Blume haben für die Fachgruppe Frauen  für den DGVT-Kongress (1. bis 4. März 2012) „Psychotherapie kann mehr“ ein Symposium zum Thema „Psychotherapie kann mehr... wenn die Genderperspektive beachtet wird.“ vorbereitet (Termin: Freitag, 2. März 2012, vormittags).

Gremienarbeit in der DGVT

Kooperation mit dem Forum Beratung

Irmgard Vogt vertritt die Fachgruppe Frauen beim Forum Beratung der DGVT. Das Forum hat in 2011 eine Zweite Frankfurter Erklärung ausführlich beraten und besprochen. Im Heft 1/2012 der VPP wird die Diskussion, die sich um die Zweite Frankfurter Erklärung herum und um das Thema „Freiwilligkeit als Voraussetzung für Beratung“ bzw. „Beratung auch in Zwangskontexten (z.B. in der Erziehungsberatung usw.)“ entwickelt hat, aufgenommen. Der Schwerpunkt heißt: „Beratung in Zwangskontexten – eine Kontroverse“.

Teilnahme am Intergremientreffen

Die Fachgruppe Frauen in der psychosozialen Versorgung war beim Intergremientreffen der DGVT vertreten.

 

Arbeiten außerhalb der DGVT

Die Fachgruppe Frauen war auf zwei Treffen der Initiative „Phönix“ zur Neukonzipierung von Richtlinien für Traumatherapie vertreten. Mehrere Mitglieder stehen in Verbindung mit der Initiative; die weitere (unregelmäßige) Teilnahme an den Treffen der Initiative ist geplant.

Kommunikation

Die Fachgruppe Frauen hat sich am 05. Februar 2011 in Braunschweig getroffen, am 11. Mai 2011 fand eine Telefonkonferenz statt.

Für die Fachgruppe Frauen in der psychosozialen Versorgung:

Ruth Jäger, Elisabeth Jürgens, Ute Sonntag, Irmgard Vogt, Christine Wicke-Blume

 

Rechenschaftsbericht der Fachgruppe
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie für das Jahr 2011

Die Aktiven der Fachgruppe trafen sich am 22. Januar in Kassel-Wilhelmshöhe zu einer eintägigen Tagung. Als Gast war Carolin Vogelei von der AG Familien-Mediation anwesend, die über die neuen gesetzlichen Regelungen für die Durchführung von Mediation berichtete, die am 1. September 2009 in Kraft getreten waren.

Die AG Veröffentlichungen, die für die  Zeitschrift „Verhaltenstherapie mit Kindern und Jugendlichen“ mitverantwortlich zeichnet, berichtet von einer breiten Akzeptanz und viel positiver Rückmeldung auf die Zeitschrift. Dennoch gestaltet sich die Suche nach hochwertigen und geeigneten Beiträgen dafür als nicht ganz einfach, und es wurde gemeinsam nach Ideen gesucht, Autoren zu gewinnen.

Die AG Jugendhilfe hatte beim Kongress in Berlin 2010 die Organisation eines Symposiums zum Thema „Jugendhilfe an der Schnittstelle zur Kinder- und Jugendpsychiatrie“ ausgerichtet.

Die AG Fortbildung organisierte gemeinsam mit dem Ausbildungszentrum für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Hamburg, der Aus- und Weiterbildungskommission und der Geschäftsstelle die 10. DGVT- Praxistage der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Hamburg mit dem Thema: „Fürs Leben stark – Resilienz und ressourcenorientiertes Vorgehen“. Die Veranstaltung wurde von 244 TeilnehmerInnen besucht. Die nächsten Praxistage werden am 3. und 4. November 2012 in Erlangen stattfinden.

Birgit Wich-Knoten gehört weiterhin zum Kongressplanungsteam und hat für den Kongress in Berlin im März 2012 das Symposium- und Workshop-Angebot für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten im Blick, um hier für interessante Beiträge für unsere Berufsgruppe zu sorgen.

Claudia Ruff ist in der DGVT die Ansprechpartnerin für das „Zentrale ADHS-Netzwerk“. Einige Mitglieder befassten sich mit den Leitlinien für eine Diagnostik von ADHS und dem Umgang mit Selektivverträgen in der ambulanten Versorgung.

Michael Borg-Laufs vertrat die DGVT-Position zu den Zulassungsbedingungen zur Psychotherapie-Ausbildung bei verschiedenen Gelegenheiten. Darüber hinaus nahm er für die DGVT an den Leitlinien-Konferenzen „Psychische Störungen der frühen Kindheit (0-5 Jahre)“ teil.

Das nächste Treffen der Aktiven der Fachgruppe findet 2012 während des Kongresses in Berlin statt.

Für die Fachgruppe Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie:

Rita Dittrich, stellvertretende Sprecherin der Fachgruppe

 

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Rechenschaftsbericht des Forum Beratung für das Jahr 2011

Die Fachgruppe Forum Beratung in der DGVT traf sich im Jahr 2011 zu drei Arbeits-terminen in Frankfurt bzw. Berlin. Im Zentrum der inhaltlichen Arbeit der beiden ersten
Sitzungstermine stand die abschließende Erarbeitung der Zweiten Frankfurter Erklärung zur Beratung, die eine umfangreiche beratungskritische Positionierung darstellt, an die
Argumentationen der Ersten Frankfurter Erklärung aus dem Jahre 2001 anknüpft und sich an die Beratungsfachöffentlichkeit in Wissenschaft, Praxis und Verbänden wendet. Die Zweite Frankfurter Erklärung liegt zwischenzeitlich auch in gedruckter Form vor.

Ein zweiter inhaltlicher Schwerpunkt war die Herausgabe des VPP-Heftes 1/2012 zum Thema „Beratung in Zwangskontexten – eine Kontroverse. Zum Umgang mit Nicht-Freiwilligkeit in Beratungen“. Ausgangsmaterial hierzu waren die Beiträge von BeratungswissenschaftlerInnen und -praktikerInnen, die im Rahmen des Round Table beim DGVT-Kongress 2010 in Berlin präsentiert wurden. Ergänzt um weitere inhaltliche Beiträge aus dem Forum Beratung wurde der thematische Schwerpunkt inhaltlich und
redaktionell von Mitgliedern des Forums betreut, erarbeitet und fertig gestellt. Für den DVGT-Kongress 2012 wurde ein Round Table zum Thema „Beratung unter Ungewissheit“ geplant.

Der dritte Sitzungstermin im Herbst 2011 fand als Dialogforum mit VertreterInnen des Vorstandes und der Geschäftsführung der DGVT statt. Thematisiert wurde die Einbindung des Forums Beratung in die Aktivitäten der DGVT, der Stellenwert von Beratung in der DGVT sowie zukünftige weitere Vernetzungen mit verbandsinternen Strukturen.

Für das Forum Beratung:

Frank Engel, Ursel Sickendiek

 

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Rechenschaftsbericht der Europadelegierten für das Jahr 2011

Im Jahr 2011 verfolgten wir im Wesentlichen die bereits in den Rechenschaftsberichten der vergangenen Jahre dargelegten inhaltlichen Ziele und Projekte. Insbesondere vertraten wir die DGVT und ihre inhaltlichen Positionen auf den beiden wesentlichen Versammlungen, die die Satzung der EABCT (European Association for Behavioural and Cognitive Therapies) vorsieht: dem First Annual Meeting sowie dem Second Annual Meeting. Darüber hinaus kommunizierten die beiden Europadelegierten der DGVT wichtige Entwicklungen innerhalb der EABCT an den Vorstand und weitere Gremien sowie - über Beiträge für die VPP - an die Mitglieder.

Unsere inhaltliche Arbeit war durch folgende Schwerpunkte geprägt: Thomas Heidenreich, einer der beiden Europa-Delegierten der DGVT, wurde auf dem First Annual Meeting erneut in die Arbeitsgruppe „Training Standards“ gewählt. Im Zentrum dieser Arbeitsgruppe steht derzeit die Erarbeitung von Standards für Supervisoren sowie die Überarbeitung der „Training Standards“.

Andreas Veith ist für die Planung des EABCT-Kongresses 2013 verantwortlich. Dieser wird vom 26. bis 29. September 2013 in Marrakesch (Marokko) stattfinden. Wir hoffen, dass sich der in den letzten Jahren beobachtbare Trend zu einer verstärkten Präsenz deutscher Kolleginnen und Kollegen (insbesondere aus der DGVT) weiterhin fortsetzen wird. An dieser Stelle möchten wir auch noch einmal alle KollegInnen ermuntern, auch aktiv in Form von Beiträgen am diesjährigen Kongress in Genf und auch 2013 in Marrakesch teilzunehmen.

Durch die Tätigkeit sowohl in der Koordination des Kongresses 2013 als auch auf der Ebene einer Arbeitsgruppe sind die beiden Europa-Delegierten demnach weiterhin eng an neue Entwicklungen angebunden und können für die DGVT Einfluss auf die Entscheidungen der EABCT nehmen.

Die Europadelegierten:

Thomas Heidenreich und Andreas Veith

 

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Rechenschaftsbericht der Aus- und
Weiterbildungskommission (AWK) für das Jahr 2011

7. Jahr der Akademie für Fortbildung in Psychotherapie (afp) und 9. Jahr der DGVT-Fort- und Weiterbildung – Jahresprogramm

2011 fanden 20 Themenseminare statt, an denen knapp 230 Personen teilnahmen. Hauptstandorte waren Hamburg, Frankfurt und Dortmund. In der Rubrik "Seminarreihen" fanden bei der DGVT die bereits etablierten Angebote „Weiterbildung in Lauftherapie“, „Verhaltenstherapie in Gruppen“, „Selbsterfahrung für ÄrztInnen“ sowie in Kooperation mit dem Institut für Autismus-Forschung der Grundkurs „Autismus-Therapie“ statt. Die afp bot bereits den 3. Lehrgang „Traumatherapie“ und den 4. Lehrgang in „Lerntherapie“ an. Zudem fand sowohl in Dortmund als auch in München die Seminarreihe „Psychotherapie-Supervision“ statt und der 1. Aufbaukurs „Kreativ-Therapie“ wurde abgeschlossen. Neben diesen Angeboten wurden 2011 Inhouse-Schulungen an verschiedenen Einrichtungen durchgeführt und das Angebot der interaktiven Fortbildung war weiterhin nachgefragt:  die 2011 zur Verfügung gestellten Artikel wurden von insgesamt 130 Personen bearbeitet.

Tagungen der DGVT und der Akademie für Fortbildung in Psychotherapie (afp)

Vom 31. März bis 2. April 2011 fand die 18. Workshop-Tagung der DGVT zum Thema „Zwischen Krise und Trauma – Psychotherapie und die Verarbeitung belastender
Lebensereignisse“ in Tübingen mit rund 300 TeilnehmerInnen statt. Insgesamt wurden 22 Workshops und zehn Fallseminare angeboten, die sich sowohl mit bewährten Behandlungsmethoden wie der kognitiven Verhaltenstherapie als auch mit verschiedenen neueren Verfahren beschäftigten. Zu Letzteren zählten beispielsweise „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ (EMDR) oder CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy), ein Ansatz, der speziell für die Behandlung chronischer
Depressionen entwickelt und erfolgreich erprobt wurde. Wie immer bei der Workshop-Tagung stand das gemeinsame Erarbeiten und Einüben von Methoden im Vordergrund. In den Fallseminaren konnten die TeilnehmerInnen zudem eigene Behandlungsbeispiele einbringen und diese mit ReferentInnen und KollegInnen diskutieren.

Zwei gelungene öffentliche Vorträge rundeten das Angebot ab: Professor Harald C. Traue aus Ulm sprach über das Thema „Extremtrauma und Schmerz“. Dabei standen die Symptomatik der Posttraumatischen Belastungsstörung im körperlichen Bereich und ein Krankheitsmodell für Trauma-Symptomatik und chronische Schmerzen im Mittelpunkt. Traue beschäftigt sich in diesem Zusammenhang insbesondere mit organisierter Gewalt, Folter und erzwungener Migration. Der zweite Vortrag hatte die  „Diagnose und Behandlung Komplizierter Trauer“ zum Thema. Professorin Rita Rosner aus München ging dabei auf die Abgrenzung zwischen komplizierter und normaler Trauer ein und stellte die Grundlagen der Behandlung der komplizierten Trauer dar.

Das Vereinsleben der DGVT kam bei der Workshop-Tagung auch nicht zu kurz: Zusätzlich zur jährlichen Mitgliederversammlung fanden Treffen der Fachgruppe Niederge-lassene und der Fachgruppe Angestellte statt. Ein Länderbüro, wo sich interessierte Mitglieder über die Situation in den Psychotherapeutenkammern informieren konnten, stand ebenfalls zur Verfügung.

Vom 23. bis 25. Juni 2011 fand die 4. Sommerakademie der afp in Graal-Müritz an der Ostsee  statt, wo sich insgesamt 55 TeilnehmerInnen unter dem Motto „Qualifizieren und Regenerieren“ trafen. Im Mittelpunkt der Tagung standen der Besuch eines der vier angebotenen zweitägigen Workshops sowie die Entspannung bei verschiedenen Regenerationsangeboten. Beim traditionellen Abendangebot am Freitag wurden die TeilnehmerInnen dieses Jahr durch eine Tango-Vorführung und einen DJ unterhalten.

In bewährter Tradition am ersten Novemberwochenende fanden 2011 die 10. DGVT-Praxistage der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Hamburg statt. Unter dem Schlagwort „Fürs Leben stark“ wurde der Frage nachgegangen, wie Kinder und Jugendliche trotz widriger Start- und Lebensbedingungen stark durchs Leben gehen können und wie unsere Profession Resilienz und Ressourcen aufbauen und fördern kann. Die inhaltliche Vorbereitung erfolgte durch Mitglieder der AWK, der Fachgruppe KiJu und des Ausbildungszentrums Hamburg – tatkräftig unterstützt von der Geschäftsstelle, insbesondere von Anke Heier und Manuela Epting. 

Prof. Dr. Heiner Keupp gab in seinem gut besuchten Eröffnungsvortrag einen Überblick über den aktuellen Stand der Resilienz-, Salutogenese- und Capability-Forschung, die inzwischen ein umfangreiches  Wissen über Verwirklichungschancen für ein gesundes Aufwachsen zur Verfügung stellen kann. Die Inhalte der 9 Kurzworkshops am Samstag und der acht Langworkshops am Sonntag reichten von den Chancen der frühen Mutter-/Vater-Kind-Bindung über die Arbeit mit Heranwachsenden bis hin zu Multiproblemfamilien und umfassten neben klassisch verhaltenstherapeutischen Ansätzen auch schematherapeutische und psychodynamisch-imaginative Interventionsmöglichkeiten sowie Ansatzpunkte aus der Positiven Psychotherapie. Das Angebot wurde wiederum ergänzt um einen LehrerInnen-Workshop sowie eine Veranstaltung für Studierende, die über die Ausbildung zum/zur Kinder- und Jugendlichentherapeut/in informierte. Erstmals gab es im Rahmen der Praxistage auch ein Angebot der Qualitätssicherungskommission (QSK) der DGVT für SupervisorInnen.

Das zehnjährige Jubiläum der Praxistage feierten wir am Samstagabend in den Räumen des Hamburger DGVT-Ausbildungszentrums und genossen dort ein vorzügliches Buffet in netter Gesellschaft von TeilnehmerInnen, ReferentInnen und OrganisatorInnen.

Die Praxistage wurden von 250 TeilnehmerInnen besucht (darunter 13 LehrerInnen und 25 Studierende). Damit  erreichten wir einen neuen Rekord. Die Auswertung der Rückmeldebögen  (Rücklauf: 50%) ergab, wie in den Jahren zuvor, ein überwiegend positives Bild der Veranstaltung, auch wenn es natürlich einzelne Kritikpunkte gab. Die Organisation der Veranstaltung wurde mit 1,7 (Schulnotensystem) bewertet. Die Ergebnisse der Evaluation werden in die nächsten Praxistage einfließen - getreu dem Motto „Nach den Praxistagen ist vor den Praxistagen“ stehen wir schon in den Startlöchern für die 11. Praxistage, die im November 2012 unter dem Titel "Irgendwie anders?! Kinder, Jugendliche und Familien zwischen Individualität und Konformität" in Erlangen, dem jüngsten Standort der bundesweiten DGVT-Ausbildung, stattfinden werden.

Sitzungen und Gremientreffen

Während die Wahlperioden von Anne Linkemann, Judith Schild, Gerd Per und Oliver Kunz noch ein Jahr andauern, wurde Daniel Surall auf der Mitgliederversammlung für eine weitere Wahlperiode wieder gewählt. Claudia Ruff beendet ihre langjährige Arbeit für die AWK und trat nicht erneut zur Wahl an.

Die Kommission traf sich zwei Mal, im Februar und im August, in Nordrhein-Westfalen, ergänzend fanden mehrere Telefonkonferenzen statt. Schwerpunkte der Arbeit ergaben sich aus dem Dialogforum zur zukünftigen Entwicklung des Fort- und Weiterbildungsangebotes, das 2010 in München stattgefunden hatte. Die hier erarbeiteten Impulse und Perspektiven waren kontinuierliche Bezugspunkte unserer Arbeit:

 

-          Qualitätssicherung: Die AWK nahm den Vorschlag auf, Fortbildungsangebote mit „experimentellem Charakter“ als solche erkennbar zu machen und verband dies mit dem Ziel, das Angebot vor allem im Bereich der Themenseminare insgesamt klarer zu strukturieren: Seit dem letzten Jahr wird nun jedes Themenseminar einer von vier „Thematischen Kategorien“ zugeordnet.

-          Themenseminare: Aufgrund des Umstands, dass regelmäßig mehr als die Hälfte der geplanten Themenseminare abgesagt werden mussten, beschloss die AWK deren Zahl insgesamt zu reduzieren und zusätzlich neue Veranstaltungsformen zu etablieren.

-          Neue Veranstaltungsformen: Eine Idee des Dialogforums war die Zusammenlegung mehrerer Themenseminare, um neben dem reinen Informationsgehalt andere Motive (z. B. kollegialer Austausch) zum Besuch von Fortbildungen zu nutzen. Vom 8. bis 9. September 2012 findet nun eine erste Veranstaltung mit dem Titel „Psychotherapie-State-of-the-Art“ zum Thema Traumatherapie in Potsdam statt. Neben vier Workshops und einem öffentlichen Vortrag ist der kollegiale Austausch, etwa im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens, expliziter Bestandteil der Tagung. Die Entwicklung weiterer Veranstaltungsformen bleibt gleichwohl Bestandteil der AWK-Arbeit.

-          Erweiterung von Fortbildungsthemen und Zielgruppen: Dieser Bereich ist einer der schwierigsten, weil viele zukünftige Entwicklungen schwer absehbar sind. Dies bezieht sich vor allem auf die Möglichkeit oder Notwendigkeit, Fortbildungsangebote für Bachelor-AbsolventInnen anzubieten. Die AWK plant daher 2012 ein Dialogforum zu diesem Thema, um das weitere Vorgehen mit Mitgliedern anderer Gremien abzustimmen und Impulse von Fachleuten (Hochschulen, stationäre und ambulante Einrichtungen) zu erhalten. Weiterhin gibt es Bestrebungen, das Angebot für Nicht-PsychotherapeutInnen und Nicht-PsychologInnen auszubauen, wobei neben LehrerInnen und ÄrztInnen besonders Pflegekräfte ins Blickfeld gerückt sind. Erste Kooperationen mit Kliniken wurden angedacht und angesprochen, sind derzeit aber nicht konkret.

-          Honorargestaltung: Bezüglich der Honorare von ReferentInnen beschließt die AWK, sich der Erhöhung, die von der AusbildungsAkademie beschlossen wurde, anzuschließen.

-          Akademie für Fortbildung in Psychotherapie (afp) und DGVT: Es wurde mit der Umsetzung der Idee des Dialogforums begonnen, die Trennung zwischen DGVT- und afp-Veranstaltungen schrittweise aufzuheben und die DGVT als Marke mehr in den Vordergrund zu rücken: Im neuen Jahresprogramm wurde auf das Wendeformat afp-DGVT verzichtet.

Die Arbeit der AWK wurde durch die GeschäftsstellenmitarbeiterInnen sehr erleichtert. Anke Heier konnte sich schnell in ihren neuen Aufgabenbereich einarbeiten und seit Oktober gibt es zudem weitere Unterstützung durch Ludmila Krauter.

Die Aus- und Weiterbildungskommission:

Oliver Kunz, Anne Linkemann, Gerhard Per, Judith Schild, Daniel Surall

 

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Rechenschaftsbericht des Ethikbeirats für das Jahr 2011

Der Ethikbeirat in seiner derzeitigen Zusammensetzung wurde im Jahr 2010 gewählt.

Die Mitglieder des Ethikbeirats, Christine Daiminger, Johannes Broil und Georg Zilly treffen sich zu Sitzungen ca. dreimal jährlich, sonst findet die Abstimmung in Telefonkonferenzen statt.

Die Beiratsmitglieder haben an den Intergremientreffen teilgenommen.

An der Fachtagung „Sexuelle Übergriffe in Therapie und Beratung – Kunstfehler! Und was folgt daraus?“ am 24.11.2011 in Hannover und an den Verbändetreffen gegen Grenzverletzungen und sexuellen Missbrauch in Psychotherapie und psychosozialer Beratung sexuellen Missbrauch in Psychotherapie und Beratung beteiligte sich Christine Daiminger.

Inhaltlich beschäftigte sich der Ethikbeirat mit den Ethischen Rahmenrichtlinien der DGVT, die er versuchte, mit Leben zu füllen.

Er sah es als seine Aufgabe an, die Veränderung der Vereinsstrukturen und wie vorher auch die Errichtung des Ausbildungs-Verbundes kritisch zu begleiten. Der Ethikbeirat erörterte diese Veränderungsprozesse insbesondere im Hinblick auf die Frage der Verbesserung von Zugangsmöglichkeiten zu psychotherapeutischer Versorgung und die gesundheitspolitische Zielsetzungen des Verbands.

Der Ethikbeirat erkennt an, dass es der DGVT gelungen ist, zum wichtigsten Anbieter von Verhaltenstherapieausbildung zu werden und in der Diskussion um die Veränderung der Ausbildung sich entsprechend des eigenen Stellenwertes eingebracht zu haben.

Die Beratung der Mitglieder und die berufspolitischen Aktivitäten haben sich zu einem unverzichtbaren Bereich des Verbands entwickelt, das die Gründung einer berufsverbandlichen Organisation erforderlich machte. Der Ethikbeirat hat sich mit diesen Entwicklungen der gesundheits- und bildungspolitischen Grundlagen der DGVT auseinandergesetzt und sich gefragt, mit welcher Zielorientierung sich der Verband weiterentwickelt. Er kam dabei zu einer kritischen Bewertung, die in die Diskussionen eingebracht wurden.

Zudem bearbeitete der Ethikbeirat die bei der DGVT eingehende Beschwerden.

Schließlich bereitet der Ethikbeirat zum DGVT-Kongress 2012 ein Symposium vor. Im Rahmen des Symposiums stehen Grenzverletzungen und sexuelle Übergriffe in psychosozialen Institutionen, die Verantwortung der Institutionen wie auch die Entwicklung von präventiven Strategien im Vordergrund. Damit soll eine Kultur im Umgang mit sexuellen Grenzverletzungen in Institutionen, auch in der DGVT, befördert werden.

Der Ethikbeirat:

Christine Daiminger, Johannes Broil, Georg Zilly

 

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Rechenschaftsbericht des Länderrates für das Jahr 2011

Der Regionalisierungsprozess innerhalb der DGVT stellt einen zentralen Aufgabenbereich innerhalb unseres Verbands dar. In nahezu allen Bundesländern existieren stabile regionale Strukturen, die vom Engagement der ehrenamtlich tätigen Landessprecherinnen und Landessprecher und der jeweiligen Kammer-Delegierten getragen werden.

Der Länderrat der DGVT hat sich 2011 schwerpunktmäßig mit folgenden Themen befasst: Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung (GKV-Versorgungsstrukturgesetz), Psycho-soziale Versorgung von MigrantInnen sowie Beschwerdemanagement der Kammern. Ein weiteres zentrales Thema war die Strukturveränderung innerhalb der DGVT. Der Länderrat befasste sich, wie in den vergangenen Jahren,  mit der fach- und berufspolitischen Positionierung des Verbands auf Bundes- und Landesebene, insbesondere innerhalb der Psycho-therapeutenkammern. Dabei standen das Aufgreifen politischer Entwicklungen, die Erarbeitung eigener politischer Standpunkte sowie die verbandsinterne Diskussion dieser Themen im Vordergrund.

Treffen des Länderrats fanden im Berichtszeitraum im April 2011 in Tübingen (Länderkonferenz),  im September 2011 in Hannover, im November 2011 in Frankfurt (Länderkonferenz) und im Januar 2012 in Hamburg statt.

Kammerwahlen fanden im Berichtszeitraum in Hessen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Bayern statt. Die DGVT schnitt insgesamt recht erfolgreich ab und konnte ihre Beteiligung in den Landespsychotherapeutenkammern erhöhen.

In Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, in der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer und voraussichtlich auch wieder in Rheinland-Pfalz und Bayern (zum Zeitpunkt dieses Berichts standen die endgültigen Ergebnisse der Verhandlungen zur Be-setzung der Kammer-Vorstände in diesen Landeskammern noch aus) ist die DGVT in den Kammer-Vorständen vertreten. Weiterhin sind DGVT-VertreterInnen in nahezu allen Landespsychotherapeutenkammern in den Delegiertenversammlungen präsent. Bei den Deutschen Psychotherapeutentagen stellt die DGVT eine konstant steigende Anzahl Delegierter.

Regionale Aktivitäten: Die DGVT-Landesgruppen waren im Berichtszeitraum in vielfältiger Weise gesundheits-, fach- und berufspolitisch aktiv. Eine ausführliche Dokumentation des regionalen Engagements  findet sich in den regelmäßigen Landesberichten der LandessprecherInnen in der Rosa Beilage. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind DGVT-LandessprecherInnen auch im Rahmen der regionalen Fortbildungsakademien engagiert. Es sei insoweit auf das Jahresprogramm der afp verwiesen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit in den Landesgruppen ist die Mitgliederpflege. In den meisten Ländern werden regelmäßige regionale Mitgliederversammlungen und/oder Treffen der in den Regionen aktiven Mitglieder abgehalten. Die LandessprecherInnen versuchen soweit möglich persönliche Kontakte zu den neu in den Verein eingetretenen Mitgliedern herzustellen und verstehen sich als Ansprechpartner für die DGVT-Mitglieder in der jeweiligen Region.

Neue LandessprecherInnen sind im Berichtszeitraum für Hamburg (Mike Mösko), Nieder-sachsen (Leila Schöttner), NRW (Claudia Geuer, Rüdiger Lamm und Georg Zilly) und Sachsen-Anhalt (Georg Rausch und Katrin Scholz) zu vermelden.

Dank geht an alle LandessprecherInnen, die sich auch im vergangenen Jahr wieder intensiv für die Belange des Länderrats eingesetzt haben, an Bernd Schäfer (Länderratssprecher), Christoph Hölting (stellvertretender Länderratssprecher) und an Heiner Vogel, der von Seiten des Vorstands der DGVT die Länderratsarbeit  begleitet. Bedanken möchte sich der Länderrat auch beim Team in der DGVT-Bundesgeschäftsstelle, für den Bereich Regionalisierung insbesondere bei Kerstin Burgdorf, Angela Baer und Lia Kailer.

Für den Länderrat:

Bernhard Schäfer (Länderratssprecher)

Christoph Hölting (stv. Länderratssprecher)

 

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Rechenschaftsbericht der Qualitätssicherungskommission (QSK)
für das Jahr 2011

Die QSK hat sich mit verschiedensten Aufgaben beschäftigt. Die Unterstützung durch das AWK-Referat in Tübingen war dabei auch 2011 eine wesentliche Unterstützung in unserer Arbeit. Wir möchte besonders Ute Schiffer für ihr Engagement danken. Ebenso danken wir auch Günter Ruggaber, der als Gast zu manchen Sitzungen dazu gekommen ist.

Wie in den letzten Jahren auch, setzte sich die QSK für die Erreichung von Qualitäts-sicherungsinstrumenten auf unterschiedlichen Ebenen ein.

Für den Bereich der Ausbildung wurde vom Vorstand ein Vertreter der QSK als Verbandsvertreter zur Gesellschafterversammlung der AusbildungsAkademie eingeladen. Hier erarbeitete die QSK vorab Qualitätskriterien für die Ausbildungszentren der DGVT, die auf dem Treffen auch verabschiedet wurden.

Ebenso nimmt die QSK an einer internen Fachgruppe zur Findung neuer und evtl. freier Testinstrumente teil, die eine stärkere Vereinheitlichung von diagnostischen Erhebungen im KJP-Bereich verfolgt.

Für den Bereich Supervision und Fallgutachten fand in Hamburg eine SupervisorInnenfortbildung/Gutachterschulung mit Heinz Liebeck und Markus Hertle statt. Bei den Praxistagen 2012 in Erlangen soll eine Wiederholung stattfinden. Ein Supervisoren-Symposium findet auf dem Kongress 2012 in Berlin statt. Ebenso sind wir dabei, einen Supervisorenleitfaden zu erstellen.

Für unsere niedergelassenen Kollegen finden aktuelle Verhandlungen mit einer Software-Firma statt, die DGVT-Mitgliedern  günstige Programme zur Qualitätssicherung von Psychotherapie zur Verfügung stellen wird.

Die Qualitätssicherungskommission:

Anja Dresenkamp, Ralf Adam, Markus Hertle, Karin Wilke, Hermann Winter

 

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Rechenschaftsbericht der Redaktionskommission (RDK) für das Jahr 2011

Bei der Mitgliederversammlung der DGVT im Jahr 2011 wurden Peter Petereit und Andrea Sacher in die Redaktionskommission wiedergewählt.

Die Redaktionskommission betreute im Laufe des vergangenen Jahres die Herausgabe des 43. Jahrganges unserer Quartalszeitschrift Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis (VPP). Die Schwerpunktthemen lauteten: „Psychosoziale Onkologie im familiären Kontext“, „PISA – ein Thema für die psychosoziale Praxis“, „Psychotherapie und helfende Beziehung statt Psychiatrisierung“, „Existenzielle Ansätze in der Psychotherapie“ sowie „Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe – eine Aufgabe für PsychologInnen?“. Alle fünf Themenschwerpunkte (VPP 2/11 umfasste zwei Schwerpunkte) wurden durch externe Herausgeber betreut, bei denen wir uns noch einmal sehr herzlich bedanken wollen: Bei Jochen Ernst und Elmar Brähler (VPP 1/11), Ruth Jäger (VPP 2/11), Peter Lehmann und Uta Wehde (VPP 2/11), Alexander Noyon und Thomas Heidenreich(VPP 3/11) sowie Mike Seckinger (VPP 4/11).

Außerdem beschäftigten wir uns, in Zusammenarbeit mit dem Verlagslektorat, mit der Betreuung der  Buchreihen des  DGVT-Verlags.  Dort sind im Jahr 2011über zwanzig Neuerscheinungen publiziert worden. Sie können dem aktuellen Verlagsverzeichnis entnommen werden.

Wir möchten uns an dieser Stelle einmal mehr bei unserem Verlagsleiter Otmar Koschar, unserer Redaktionsassisstentin Valerie Pogodda sowie bei den anderen engagierten MitarbeiterInnen des Verlages für ihre tolle Arbeit bedanken. Auch allen in der DGVT tätigen Kolleginnen und Kollegen gilt unser Dank für ihre Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.

Die Redaktionskommission:

Thomas Heidenreich, Hans-Peter Michels, Peter Petereit, Andrea Sacher

Ursel Sickendiek & Bernhard Wilhelmer

 


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