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Experten für das Soziale - SozialarbeiterInnen wollen sich mehr Gehör verschaffen


SozialarbeiterInnen wollen sich in Zukunft verstärkt als „Experten für das Soziale“ positionieren. Denn wie erfolgreich und wirkungsvoll Sozialarbeit sei, darüber herrsche in der Öffentlichkeit weitgehend Unkenntnis. Dieses Ziel wurde beim zweiten Kongress, den der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) zusammen mit der SRH Hochschule Heidelberg im Mai abgehalten hatte, formuliert. 

Soziale Arbeit ist immer dann gefragt, wenn es um gesellschaftliche Probleme geht, die nicht über Gesetze und Normen zu lösen sind. Die Folgen von politischen Entscheidungen und wirtschaftlichen Entwicklungen haben oftmals SozialarbeiterInnen aufzufangen. Im sozialen Bereich arbeiten über zwei Millionen Menschen, das sind acht Prozent aller Beschäftigten in Deutschland. Darunter sind rund 300.000 SozialarbeiterInnern und 500.000 ErzieherInnen.

Trotz ihrer Professionalität finden die VertreterInnen der Sozialen Arbeit mit ihren Erfahrungen, Anregungen und Positionen bislang kaum Zugang zu Politik und Öffentlichkeit, beklagte Gabriele Stark-Angermeier, zweite Vorsitzende des DBSH, und forderte: „Soziale Arbeit muss zu einer lauten Profession werden.“ Und der erste Vorsitzende, Michael Leinenbach, ergänzte: „Will der Beruf auch zukünftig attraktiv sein, so brauchen wir höhere Einkommen, einen einheitlichen Tarifvertrag und ein Mehr an Einfluss, wenn es um Sozialpolitik geht.“

Diskutiert wurden auf dem von 250 TeilnehmerInnen besuchten Kongress die Folgen von Ökonomisierung und Einsparungen, die nicht nur im sozialen Bereich für viele Probleme sorgen, sondern auch die Wohlfahrtsverbände belasten. Denn sie könnten sich nicht mehr primär auf ihre eigentliche Aufgabe, Menschen in Not zu helfen, konzentrieren. Aufträge müssten akquiriert werden, und um die Konkurrenz auszustechen, leide mehr und mehr die Qualität. Den SozialarbeiterInnen gehe es aber um eine sozial gerechte Gesellschaft und um die Belange von Einkommensschwachen, Älteren, Jugendlichen und Kindern.

Angela Baer

Weitere Informationen:
Der DBSH vertritt die arbeits-, tarif- und besoldungsrechtlichen Interessen seiner 6000 Mitglieder und setzt sich für die Verbesserung der Bedingungen sozialer Arbeit ein sowie für die fachliche Profilierung und die leistungsgerechte Anerkennung der sozialen Berufe. Die Zusammenarbeit aller in sozialen Arbeitsfeldern beschäftigten Fachkräfte soll gefördert werden.

Die SRH ist ein großer Anbieter von Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen und betreibt bundesweit private Hochschulen, Bildungszentren, Schulen und Krankenhäuser mit insgesamt 8000 MitarbeiterInnen. Der Unternehmensverbund steht im Eigentum der SRH Holding, einer gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in Heidelberg.


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