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Bericht der Landesgruppe Baden-Württemberg (Rosa Beilage zur VPP 3/2012)


Aus der LPK

Die nächste Vertreterversammlung findet im Herbst statt. Die Vorbereitung ist bereits im Gange. Beim Herbsttermin wird routinemäßig die Jahresbilanz 2011 vorgestellt, ein Zwischenstand für 2012 gegeben und auch die Haushaltsplanung für das Jahr 2013 verabschiedet. Damit werden auch die Mitgliedsbeiträge für 2013 festgelegt. Wenn in diesem Jahr, ähnlich wie in den Vorjahren, erneut Überschüsse festgestellt werden, muss überlegt werden, ob diese Jahresüberschüsse wiederum in die Rücklage fließen sollten oder ob der Zeitpunkt gekommen ist, an eine wenn auch geringfügige Beitragsreduktion zu denken.

Die „Leitbild“-Diskussion wird fortgeführt. In der konkreten Formulierung zeigt sich, wie schwierig es ist, die ethisch-moralische Grundlage der Psychotherapeutenkammer in Worte zu fassen. Der Nutzen für die Versorgung mit Psychotherapie und psychosozialer Beratung für die Menschen im Land, der Gedanke an die Verbesserung der seelischen Gesundheit sollten dabei ebenfalls bedacht werden.

 

Neues Ausbildungszentrum

 

Das Stuttgarter Zentrum für Verhaltenstherapie (SZVT) in der Christophstraße wird künftig unter neuer Leitung Teil des bundesweiten DGVT-AusbildungsAkademie-Verbunds stehen. In einer Überleitungsphase bis Ende 2013 werden dort Schritt für Schritt die Ausbildungsbedingungen und Qualitätsmaßstäbe der DGVT-AusbildungsAkademie eingeführt. Wir freuen uns über die Erweiterung und wünschen dem SZVT guten Erfolg!

Großexperiment Mediation in der Landespolitik

In Baden-Württemberg ist einiges los; der Politikwechsel zeigt Wirkung. So kommen wir auch zu neuen Formen der Bürgerbeteiligung, die von der Landespolitik initiiert werden. Nachdem die „Schlichtung“ zu Stuttgart 21 bundesweit durch die Medien ging, gab es nun mit dem Filder-Dialog ein neues Modell der Bürgerbeteiligung zum Bahnprojekt. Das Besondere am Filder-Dialog war die gleichberechtigte Zusammenarbeit von zufällig ausgewählten Bürgern mit Experten und politisch Aktiven, um mittels psychologischer Mediationsmethoden Lösungsansätze zu erarbeiteten. Z.B. wurden zwölf Spielregeln vorgegeben (Rollen verteilt, Moderation geregelt, …), um zu vernünftigen Lösungen zu kommen. Beteiligte äußerten sich ausgesprochen zufrieden mit der Methodik. Ausführliche Beschreibungen dazu finden sich im Internet.

Die Umsetzung des Erarbeiteten ist allerdings ein anderes Thema: Wenn das Ergebnis bereits am nächsten Tag von den Entscheidungsträgern wieder zurückgenommen wird, dann kann auch die beste Mediation nicht wirksam sein. Auch die Ergebnisse der „Schlichtung“ mit dem mehr intuitiv arbeitenden Heiner Geißler waren zunächst hoch gelobt und von allen Beteiligten anerkannt worden, doch ist inzwischen S21 plus fast Vergangenheit, und die Ergebnisse sind wohlfeil. Das Ganze erinnert an die Bürgerbeteiligung zur dritten Landebahn am Frankfurter Flughafen, die mit einer Einigung - Bau der Landebahn plus Nachtflugverbot – endete. Der zweite Teil der Abmachung damals wurde allerdings nicht eingehalten, und erst ein Gerichtsurteil verhalf den Ergebnissen zur vertraglichen Anerkennung.

Wie werden diese Entwicklungen weiter verarbeitet? Und was bedeuten sie für das Vertrauen in die politische Beteiligung? Wir werden sehen und gelegentlich weiter über „Großgruppenprozesse“ in Baden-Württem-berg berichten.

Renate Hannak-Zeltner


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