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„Kein Raum für Missbrauch“: Neue Kampagne startet im Januar

Der unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs will mit der Kampagne alle gesellschaftlichen Bereiche sensibilisieren: Nur gemeinsam kann es gelingen, Mädchen und Jungen in Familien und Einrichtungen besser vor sexueller Gewalt zu schützen.


Alle gesellschaftlichen Bereiche sollen sensibilisiert werden

Der unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, startet am 10.1.2013 die Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“ und bittet hierfür um Unterstützung aus den Verbänden. Bereits im September 2012 wurden die Spitzen der Politik auf Bundes- und Landesebene, gesellschaftliche Dachorganisationen, Verbände und Stiftungen sowie mehrere Wirtschaftsunternehmen über die geplante Kampagne informiert.

Mit Hilfe der Kampagne möchte Rörig die Gesellschaft aktivieren, den Umsetzungsprozess der Empfehlungen des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauchs“ zu unterstützen und sich aktiv für den Schutz vor sexueller Gewalt in Einrichtungen einzusetzen. Nur durch gesamtgesellschaftliche Anstrengung, Information und Aufklärung kann es gelingen, Mädchen und Jungen in Familien, Kindergärten, Heimen, Sportvereinen und Kirchengemeinden besser vor sexueller Gewalt zu schützen.

Durch sexuellen Kindesmissbrauch werden Entwicklung und Zukunft von Kindern und Jugendlichen massiv beeinträchtigt. Die Betroffenen tragen schwer an dieser Erfahrung und leiden oft ein Leben lang. Lebenskrisen, Angststörungen bis hin zu Suizidversuchen oder auch körperlichen Langzeitfolgen sind häufig genannte Folgen des Missbrauchs. Es liegt in der Verantwortung aller, dies zu verhindern. Es ist wichtig, dass Fachkräfte darin geschult sind, behutsam und sensibel mit der Thematik umzugehen und Signale von Mädchen und Jungen wahrzunehmen. Die BetreuerInnen müssen wissen, was im Verdachtsfall zu tun ist.

An dieser Stelle setzt die Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“ an. Die Gesellschaft soll weiter für die Thematik sensibilisiert werden. Eltern und Fachkräfte sollen animiert werden, Schutzkonzepte in Einrichtungen nachzufragen - nicht als Zeichen eines Generalverdachts, sondern als Qualitätsstandard zum Schutz der Kinder.

Über die kommunalen Spitzenverbände, die Deutsche Bischofskonferenz, die Evangelische Kirche in Deutschland, die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege und andere große Dachorganisationen, wie z. B. den Deutschen Olympischen Sportbund und den Deutschen Bundesjugendring, findet derzeit (auf der Grundlage bereits geschlossenen Vereinbarungen) die Weiterentwicklung bzw. Einführung von Schutzkonzepten statt.

Waltraud Deubert


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