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„Gemeinsam sind wir stark“: PiA kämpfen um bessere Ausbildungsbedingungen

PsychotherapeutInnen in Ausbildung vernetzen sich über Verbandsgrenzen hinweg und planen Aktivitäten, um die Politik auf ihre missliche finazielle Situation aufmerksam zu machen.


Bereits zum zweiten Mal fand das PiA-Politik-Treffen in Berlin statt. Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ setzten sich rund 30 Aktive der PiA-Politik zusammen, um über Möglichkeiten der gemeinsamen Arbeit mit dem Ziel der Verbesserung der Ausbildungsbedingungen zu diskutieren. Vertreten waren PiA-Sprecher/innen der Psychologie-Fachschaften- Konferenz, die Initiative „PiA für gerechte Bedingungen!“, PiA-Sprecher/innen verschiedener Institute und Verbände, PiA-Sprecher/innen der Bundeskonferenz PiA sowie Mitarbeiter/innen der Gewerkschaft ver.di.

Bevor es in die Diskussionsrunden ging, informierten vier Referenten/innen über aktuelle PiA-politische Entwicklungen in verschiedenen Bereichen. Judith Lauer berichtete über die PiA-Politik bei ver.di: Die Gewerkschaft bietet Unterstützung bei der Vernetzung an, beim Dokumentieren von Missständen, bei Demonstrationen und bei betrieblichen Problemen. Auch Arbeitsgruppen erfahren Unterstützung.

Katharina Röpcke, die in der Initiative „PiA für gerechte Bedingungen!“ aktiv ist, klärte über die Situation der PiA in den Psychotherapeutenkammern auf. Sie forderte, mehr PiA in den Kammern zuzulassen, um die Verhandlungsposition zu stärken. Es zeigen sich insgesamt große Unterschiede zwischen den Bundesländern, manchmal zum Vorteil und manchmal zum Nachteil der PiA.

Kerstin Sude, Initiatorin des PiA-Netzes Hamburg, stellte anhand eigener Erfahrungen dar, wie PiA-Öffentlichkeitsarbeit erfolgreich gestaltet werden kann. Das PiA-Netz-Hamburg hat durch vielfältige Vernetzungen und verschiedenste Aktionen bereits mehrfach Einfluss auf aktuelle Engwicklungen in der Gesundheitspolitik nehmen können (z.B. Durchsetzung der Mitgliedschaft in der Kammer).

Zu guter Letzt informierte Robin Siegel, NRW-PiA-Sprecher, über den aktuellen Stand der Reform der Psychotherapieausbildung und verglich die Modelle der Direktausbildung. In diesem Zusammenhang berichtete er auch von den geplanten Aktivitäten der Bundeskonferenz PiA, die eine Stellungnahme an das Bundesministerium für Gesundheit formulieren und eine Petition vorbereiten will, wobei sie keine Stellung für oder gegen eine Direktausbildung beziehen will.

In vier Arbeitsgruppen zu den Themen Organisation der Demo, Zerfaserung der Struktur, Ausbildungsreform sowie Zusammenarbeit mit ver.di beschäftigten sich die Teilnehmer/innen mit weiteren Detailfragen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden anschließend im Plenum zusammengetragen.

In allen Gruppen wurde deutlich, dass der Bedarf an Austausch und Information sehr groß ist. Die dringende Frage war, wie sich ein solches Treffen dauerhaft etablieren lässt. In diesem Zusammenhang wurde auch über die Frage diskutiert, ob es sinnvoll ist, zu diesem Zweck einen Verein „PiA Politik“ zu gründen. Allerdings wurde die Entscheidung hierüber ebenso wie die Frage der Beteiligung der verschiedenen Verbände, die die bisherigen Treffen finanziell unterstützt hatten, zunächst vertagt.

Ziel des Treffens ist in jedem Fall ein Zusammenschluss von PiA-Aktiven unabhängig von Verbänden und Vereinen zur Förderung der Interessen von PiA. Beschlossen wurde einstimmig, dass das PiA-Politik-Treffen fortgesetzt werden soll, und zwar halbjährlich, gekoppelt an die Bundeskonferenz, wobei alle Verbände und Fachverbände dazu aufgerufen sind, mit zum PiA-Politik-Treffen einzuladen. Bis zum nächsten Treffen soll ein Katalog von Mindestanforderungen an die Ausbildungsreform aus PiA-Sicht erstellt werden. Zudem wird die Kooperation mit ver.di beim Kampf für eine bessere Bezahlung empfohlen.

Insgesamt wurde auf dem PiA-Politik-Treffen deutlich, dass ein großes Interesse besteht, die Situation der PiA zu bessern und sich aktiv und vor allem gemeinsam dafür einzusetzen.

Marijke Huven

Die Autorin ist eine der sieben SprecherInnen der DGVT-Fachgruppe PsychotherapeutInnen in Ausbildung.


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