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Wünsche an die Kassen: Zahnersatz und Brillen


Laut BKK-Umfrage insgesamt hohe Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung

Die meisten Bürger sind mit der Gesundheitsversorgung in Deutschland zufrieden. Dies ist ein weiteres Ergebnis der vom Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) in Auftrag gegebenen Umfrage (siehe obenstehenden Bericht). 77 % der Befragten sind „“eher zufrieden“ und „sehr zufrieden“; nur 23 % sind „eher unzufrieden“ und „sehr unzufrieden“. Diese relativ hohe Zufriedenheit gilt für alle Befragten, egal ob sie gesetzlich oder privat versichert sind.

Auf die Frage „Haben Sie in den letzten zwei Jahren negative Erfahrungen bei Ihrer Gesundheitsversorgung gemacht?“ antworteten 73 % mit „nein“. 27 % erinnerten sich an schlechte Erfahrungen wie zum Beispiel

  • Probleme bei der Diagnosestellung und der ärztlichen Behandlung (kein fachkundiges Personal)
  • Schwierigkeiten mit der Krankenversicherung (keine Übernahme von Kosten)
  • Unangemessener Umgang mit den Patienten (Arzt nimmt sich zu wenig Zeit, Arzt geht nicht auf Patienten ein)
  • Lange Wartezeiten (sowohl auf einen Arzttermin als auch im Krankenhaus und in der Notaufnahme). Dieser Aspekt wurde tendenziell häufiger von gesetzlich Versicherten genannt.

Nachdem die allermeisten Leistungen der Krankenkassen einheitlich durch den Gesetzgeber vorgegeben sind, haben sie wenig Spielraum, eigene Zusatzleistungen anzubieten. In der Umfrage wurden die Versicherten gefragt, welche dies sein sollten.

78 % der Befragten ist die Kostenübernahme von Kunststoff-Füllungen anstatt von Amalgam-Füllungen wichtig. 76 % wollen, dass Brillen und Kontaktlinsen von der Kasse bezahlt werden. Für die Kostenübernahme für alternative Heilmethoden votierten 66 % und für die von alternativen Arzneimitteln 62 %. Die Vergütung der professionellen Zahnreinigung wäre für 61 % eine attraktive Zusatzleistung, für 59 % sind Reiseimpfungen und für 46 % nicht-verschreibungspflichtige Medikamente wichtig.

Eine weiteres Thema der Umfrage war die Arzt-Patienten-Kommunikation via Internet: „Stellen Sie sich vor, Sie hätten Beschwerden und Sie möchten deshalb einen Arzt sprechen. Anstatt gleich die Praxis aufzusuchen, gäbe es die Möglichkeit, von zu Hause aus ein erstes Gespräch mit dem Arzt per Videoübertragung über das Internet zu führen. Können Sein sich vorstellen, diese Möglichkeit zu nutzen?“ Interessanterweise sagte die Hälfte der Befragten „ja“, und zwar quer durch alle Altersgruppen. Statt u. U. umständliche Anfahrtswege zur Praxis und lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen, scheint diese Art der Kontaktaufnahme für viele Versicherten eine attraktive Zukunftsperspektive zu sein.

Zum Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen befragt, antworteten die (gesetzlich) Versicherten, dass sie mit dem einheitlichen Beitragssatz, der seit 2009 für alle Kassen gilt, einverstanden sind (68 %). 30 % votierten dafür, dass die Krankenkassen so wie früher ihren Beitragssatz wieder frei bestimmen dürfen.

Angela Baer


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