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G-BA schafft erleichterten Zugang für Einrichtungen zur Behandlung von schwerstkranken Opiatabhängigen


(kb.) Einrichtungen, die schwerstkranke opiatabhängige Patientinnen und Patienten zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit Diamorphin (synthetisches Heroin) behandeln wollen, sollen künftig einen leichteren Zugang zur Versorgung erhalten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 17. Januar 2013 die Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung (Personelle und räumliche Anforderungen an diamorphinsubstituierende Einrichtungen) beschlossen. Dieser Beschluss soll „die bisherigen quantitativen, personellen und räumlichen Vorgaben zu Gunsten von flexiblen Regelungen zu ersetzen“ (vgl. Pressemitteilung des G-BA vom 17.1.13).

Der G-BA kommt mit diesem Beschluss Forderungen nach, die aktuell gültigen Regelungen zu vereinfachen, damit mehr betroffene Patientinnen und Patienten behandelt werden können. Es gab seit Einführung der bisherigen Regelung immer wieder Umsetzungsschwierigkeiten. Der Beschluss ersetzt die notwendige Zahl von bisher drei Ärztinnen- und Arztstellen durch folgende neue Regelung: „(…) Hierfür sind eine angemessene Anzahl Arztstellen und qualifizierter nichtärztlicher Stellen in Voll- oder Teilzeit vorzuhalten.“

Schließlich soll auch die bisher formale Forderung nach wenigstens drei separaten Räumen geändert und flexibilisiert werden. Soweit keine separaten Räume für den Warte-, den Ausgabe- und den Überwachungsbereich vorhanden sind, müssen die Einrichtungen darlegen, wie die Anforderungen an die Qualität der Versorgung in angemessener Weise anderweitig erfüllt werden. Die neue Regelung ist wie folgt formuliert: „(…) Zur Gewährleistung des Behandlungsauftrages verfügt die Einrichtung zur Betreuung der Patienten über Räumlichkeiten, die in geeigneter Weise eine Trennung von Wartebereich, Ausgabebereich und Überwachungsbereich nach erfolgter Substitution ermöglichen.“

Ausschließlich schwerstabhängige Patientinnen und Patienten ab 23 Jahre, die seit mindestens fünf Jahren süchtig sind, kommen für eine diamorphingestützte Substitutionsbehandlung in Frage. Sie müssen sich zudem bereits zwei erfolglos beendeten bzw. abgebrochenen Suchtbehandlungen unterzogen haben. Die Regelung sieht des Weiteren eine begleitende psychosoziale Betreuung mit einer Dauer von mehr als sechs Monaten vor.

Der Beschluss ist auf der Homepage des GBA veröffentlicht (www.g-ba.de), ist allerdings noch nicht in Kraft getreten.


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