< vorheriger Artikel

Angestelltenbefragung der Psychotherapeutenkammern: Erste Ergebnisse


Beim Deutschen Psychotherapeutentag am 20.4.2013 stellte Hans-Dieter Nolting, Geschäftsführer des Instituts IGES, welches die Angestelltenbefragung für die Psychotherapeutenkammern durchgeführt hatte, erste Ergebnisse vor. Ca. drei Wochen nach Abschluss des Fragebogenrücklaufs und kurz nach Ende der Datenbereinigung konnte er dabei nur einen ersten groben Überblick bieten.

Insgesamt hatten 4.229 KollegInnen mitgemacht, davon 2/3 Frauen. Von den „auswertbaren“ Antwortenden waren ca. 40% im Krankenhaus tätig, 16% in einer Jugendhilfeeinrichtung, 15% in einer Reha-Klinik, 8% in einer Beratungsstelle (Unsicherheiten bei der Abgrenzung zur Antwortvorgabe Jugenhilfe nicht auszuschließen). Ca. 79% waren (nur) als Psychologische Psychotherapeuten (PP) approbiert, ca. 16% (nur) als KJP, ca. 5% sowohl als PP als auch als KJP. 63% mit dem Schwerpunktverfahren Verhaltenstherapie, 23% Tiefenpsychologie, 3% Psychoanalyse. Interessant: TP/PA finden sich bevorzugt in den Sektoren Beratung und Jugendhilfe. 50% der antwortenden KollegInnen arbeiten Teilzeit, dies erfolgt v.a. im Beratungsbereich und meistens sind Frauen teilzeit-angestellt. Ca. 7,5% der KollegInnen berichten ein befristetes Arbeitsverhältnis zu haben.

Nur bei 27% wird der Berufsabschluss PP/KJP im Arbeitsvertrag explizit genannt, bei 60% steht dort allein die akademische Grundqualifikation. Ca. 40% der Antwortenden berichten, eine Leitungsfunktion auszuüben, dies wird in etwa bei der Hälfte von ihnen auch im Arbeitsvertrag dokumentiert. Bei ca. 60% der KollegInnen mit Leitungsfunktion geben an, dass die Übernahme der Leitungsfunktion keinen Einfluss auf die Vergütung gehabt hat. Ca. drei Viertel der Antwortenden berichten, dass die Approbation keinen Einfluss auf ihre Vergütung (gehabt) habe. Im Reha-Bereich und im Krankenhaus sind es dagegen weniger: 60% bzw. 70%.

Die Arbeitszufriedenheit ist insgesamt hoch (ca. 90% sagen (sinngemäß): bin „voll und ganz“ bzw. „eher“ mit meiner Arbeit zufrieden). Sie ist allerdings geringer bei den KollegInnen in der Rehabilitation und im Krankenhaus (81% bzw. 82%).

Die PiA-Befragung (als eingebaute Teilstudie) erbrachte ca. 1.067 Antworten, die sich allerdings vor allem auf drei Bundesländer verteilen, die bei dieser Teilbefragung aktiv auf die PiA zugegangen sind (Bayern, Niedersachsen, Hessen). Unter den antwortenden PiA sind 81% weiblich, 69% in Ausbildung zum PP (allein), 26% in Ausbildung zum KJP (allein), während 6% eine Doppelapprobation anstreben. und 65% in Teilzeitausbildung (5 Jahre Dauer). Das Durchschnittsalter der PiA betrage 34 Jahre. Ca. 66% befinden sich in VT-Ausbildung, 33% in TP-Ausbildung und 11% in PA-Ausbildung. Zur Vergütung während der praktischen Tätigkeit befragt, zeigt sich ein breites Spektrum. 19% erhalten keine Vergütung, von den übrigen liegt der Median bei 600 Euro pro Monat.

Insgesamt sehr viele interessante Zahlen, für deren vertiefte Diskussion die Zeit nach dem Vortrag zu kurz war. Allerdings gibt es manche Impulse, sich die Zahlen im Rahmen einer vertiefenden Analyse näher anzuschauen: Z.B. hinsichtlich der Zufriedenheit im Beruf, die sich mit der Berufstätigkeit verändert. Wir werden berichten.

Heiner Vogel, Würzburg
(u. a. Sprecher BPtK-Ausschuss

Psychotherapie in Institutionen)


Zurück