< vorheriger Artikel

Mehr Vorsorge, mehr Qualität

Krebsfrüherkennungsgesetz vom Bundestag verabschiedet


(wd). Die Krebsfrüherkennung und die Qualität in der onkologischen Versorgung werden verbessert. Seit 9. April 2013 ist das Gesetz zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und zur Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister (Krebsfrüherkennungs- und Krebsregistergesetz - KFRG)  in Kraft. Die Patient/innen sollen künftig persönlich zu den Vorsorgeuntersuchungen eingeladen werden. Gleichzeitig soll es mehr Informationen über Krebsfrüherkennung geben. Außerdem wird eine stringente Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle der Krebsfrüherkennungsprogramme eingeführt.

Mit dem Gesetz werden die Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung, der flächendeckende Ausbau klinischer Krebsregister sowie die Regelungen zu den Zielvereinbarungen mit leitenden Krankenhausärzten festgelegt.

In allen Bundesländern werden klinische Krebsregister eingerichtet. Die Deutsche Krebshilfe wird 90 Prozent der Investitionskosten von rund acht Millionen Euro für den Aufbau der Krebsregister übernehmen, die verbleibenden zehn Prozent tragen die Länder. Die laufenden Kosten teilen sich die Krankenkassen (90 Prozent) und die Länder (zehn Prozent). Über die Details und Förderrichtlinien der Krebsregister soll der Spitzenverband Bund der Krankenkassen mit zwei Vertretern der Gesundheitsministerkonferenz der Bundesländer bis 31. Dezember 2013 entscheiden. Der Verband der Privaten Krankenversicherung ist daran zu beteiligen, sofern die privaten Krankenversicherungen sich auch finanziell am Betrieb der klinischen Krebsregister beteiligen. Gleiches gilt für die Beihilfe der Beamten.

Nach dem neuen Gesetz haben alle gesetzlich Krankenversicherten, die älter als 18 Jahre sind, Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen. Bisher galt dies erst für Frauen über 20 und Männer über 45 Jahre. Zudem sollen die Krankenkassen ihre Versicherten künftig regelmäßig auch zu Vorsorgeuntersuchungen auf Darm- und Gebärmutterhalskrebs sowie andere Krebsarten einladen, für die es von der EU-Kommission veröffentlichte Qualitätsleitlinien gibt. Die Altersgrenzen für diese "organisierten Früherkennungsprogramme" (Paragraf 25a SGB V) werden nicht mehr wie bisher zum Beispiel bei Früherkennung von Brustkrebs (Frauen von 50 bis 69 Jahren) gesetzlich vorgegeben, sondern vom Gemeinsamen Bundesausschuss festgelegt. Dies gilt auch für den Inhalt der Untersuchungen und besondere Zielgruppen.


Zurück