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Geschlechtsspezifische Analyse von Fehlzeiten am Arbeitsplatz und Erwerbsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen [1]


Die Ergebnisse einer ausführlichen internationalen Literaturrecherche zur Frage, wie stark psychische Erkrankungen die Arbeitsfähigkeit und die Erwerbsfähigkeit einschränken und welche Rolle das Geschlecht der Betroffenen dabei spielt, wurden aktuell in der Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen" veröffentlicht.

In der systematischen Literaturrecherche aller Arbeiten aus den Jahren 2002 bis 2011 fanden die Autorinnen von der Uniklinik Leipzig insgesamt 46 Arbeiten, die sich mit dem Einfluss psychischer Krankheiten auf Fehlzeiten am Arbeitsplatz und/oder Erwerbsunfähigkeit beschäftigten. Die Auswertung ergab folgendes Bild: Frauen hatten überwiegend häufigere und längere Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen, Männer hingegen ein erhöhtes Risiko der Erwerbsunfähigkeit, d.h, ein deutlich höheres Risiko als Frauen, dass psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit auch zur Frühberentung führt. Arbeitsbezogene, sozioökonomische, biologisch/physiologische Merkmale aber auch Rollenbilder- und -verhalten werden von den Autorinnen als mögliche Prädiktoren und Risikofaktoren für Unterschiede bei Fehlzeiten und Erwerbsunfähigkeit zwischen Frauen und Männern diskutiert.

Aus diesen Unterschieden ergeben sich für die Leipziger Wissenschaftlerinnen erste Ansätze: zukünftig sollten geschlechtsspezifische Aspekte bei der Prävention von Fehlzeiten und Erwerbsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz stärkere Berücksichtigung finden.

Kerstin Burgdorf


[1] Dietrich, S. & Stengler, K. (2013). Geschlechtsspezifische Analyse von Fehlzeiten am Arbeitsplatz und Erwerbsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen – ein systematischer Literaturreview. Gesundheitswesen; 75 (6), e74–e94 (DOI dx.doi.org/10.1055/s-0032-1327746)


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