< vorheriger Artikel

Abrechnungsfragen unserer Mitglieder: Samstagsziffer auch für PP/KJP abrechnungsfähig?


Ein Urteil des Sozialgerichts Marburg macht Hoffnung, dass zukünftig auch Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten die EBM-Ziffer 01102 („Inanspruchnahme am Samstag, 7-14 Uhr, auch geplant“) in Ansatz bringen können. In seinem Urteil hat das Sozialgericht festgestellt, dass die derzeitige Regelung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), die den Samstagzuschlag für Psychologische Psychotherapeuten (PP) und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) nicht vorsieht, rechtswidrig ist. Aus Sicht des SG Marburg gibt es keine sachliche Begründung für die Ungleichbehandlung von PP und KJP gegenüber den Ärzten. Das Gericht verweist in seinem Urteil insofern auf den Gleichbehandlungsgrundsatz des Artikels 3 Abs. 1 Grundgesetz.

Das Urteil ist aktuell noch nicht bestandskräftig geworden, d.h. es wurden Rechtsmittel eingelegt, über die noch nicht abschließend entschieden wurde. In unserem sog. „EBM-Infopaket“, das Mitglieder über die Bundesgeschäftsstelle des DGVT-Berufsverbands anfordern können (Kosten: 20 €), steht deshalb hinter der Ziffer 01102 ein "Ä", was heißen soll: derzeit nur für ärztliche Psychotherapeuten abrechenbar.

Solange es hier noch keine Klarheit gibt, und solange der EBM noch nicht entsprechend abgeändert ist, werden Sie die Ziffer bei der KV nur auf Kulanz-Basis in Ansatz bringen können.

Falls Sie Samstagtermine zwischen 7.00 und 14.00 Uhr anbieten, ist also zu empfehlen, die Ziffer 01102 abzurechnen. Ggf. müssten Sie dann gegen eine (zu erwartende) Streichung der Ziffer durch die KV in Widerspruch gehen. Falls Ihr Widerspruch durch die KV nicht ruhend gestellt wird, bis das von Ihnen zu zitierende Verfahren (Aktenzeichen des SG Marburg-Urteils nennen) abgeschlossen ist, sondern ablehnend beschieden wird, müssten Sie ggf. klagen, um Ihren Anspruch durchsetzen zu können.

Urteil des SG Marburg S 11 KA 177/10 vom 24.10.2012.

Kerstin Burgdorf


Zurück