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KV Westfalen-Lippe: Änderungen des Honorarverteilungsmaßstabs


Die Vertreterversammlung der KVWL hat am 18.9.2013 einige Änderungen des Honorarverteilungsmaßstabs (HVM) mit Wirkung zum 1.10.2013 beschlossen.

Zeitbezogene Kapazitätsgrenzen

Zu Beginn des Jahres wurden die zeitlichen Kapazitätsgrenzen zunächst aus dem HVM gestrichen.

Seit dem 1.10.2013 gelten aber nun für Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie andere ausschließlich psychotherapeutisch tätige Vertragsärzte gemäß den Kriterien der Bedarfsplanungs-Richtlinie neue zeitbezogene Kapazitätsgrenzen je Quartal.

Die Aufnahme der neuen zeitlichen Kapazitätsgrenze in den HVM ist erfolgt, da die Krankenkassen die extrabudgetäre Vergütung der genehmigungspflichtigen Leistungen und probatorischen Sitzungen an die Bedingung geknüpft haben, dass die hälftigen Versorgungsaufträge leistungsmäßig begrenzt werden sollen.

Als Orientierung für die Festlegung der neuen zeitbezogene Kapazitätsgrenze haben die Plausibilitätszeiten gedient. Die Plausibilitätszeiten in Minuten umgerechnet ergeben ca. 46.800 Minuten pro Quartal. Entsprechend wurde für eine Praxis mit ganzem Versorgungsauftrag die zeitbezogene Kapazitätsgrenze in Höhe von 46.800 Minuten je Quartal festgesetzt. Bei teilzeittätigen Ärzten bzw. Psychotherapeuten wird die Kapazitätsgrenze mit dem Faktor, mit dem sie bei der Bedarfsplanung berücksichtigt werden, multipliziert.

Überschreitet nun die abgerechnete ärztliche bzw. therapeutische Zuwendungszeit gemessen nach den Prüfzeiten der Leistungen des Anhangs 3 zum EBM in der gültigen Fassung die festgelegte zeitbezogene Kapazitätsgrenze je Arzt, so werden diese Leistungen maximal bis zur 1,5-fachen zeitbezogenen Kapazitätsgrenze mit abgestaffelten Preisen vergütet.

Unabhängig von der zeitlichen Kapazitätsgrenze waren und sind die Plausibilitätszeiten gültig. Ein Überschreiten der Plausibilitätszeiten führt zur Prüfung der Abrechnung mit ggf. entsprechenden Konsequenzen. Laut Aussage der KVWL kann sich so eine Prüfung über längere Zeit hinziehen, so dass ein Ergebnis erst 1 bis 1 ½ Jahre später rückgemeldet werden kann. Ein Vorteil der zeitbezogenen Kapazitätsgrenze soll sein, dass der Praxisinhaber zeitnah über ein Überschreiten mit der jeweiligen Abrechnung informiert wird.

Fazit für die Praxis

Da bisher kaum eine Praxis die Plausibilitätszeiten erreicht hat, wird sich die zeitbezogene Kapazitätsgrenze in dieser Höhe wohl nicht auf den Praxisalltag auswirken. Inwieweit hier aber mit den neuen zeitlichen Kapazitätsgrenzen ein Instrument zur zukünftigen Leistungsmengenregulierung geschaffen wurde, bleibt offen.

Dr. Ulrike Wilhelm, Lünen, Psychologische Psychotherapeutin


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