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Neue Struktur des KV- Systems darf nicht zu Lasten der Psychotherapeuten gehen


DGVT-BV schließt sich Forderung nach gesetzlichem Schutz der Belange der Psychotherapeuten an!

Aus der großen Gesundheitspolitik kündigen sich derzeit Zeichen an (insbesondere AG Gesundheit im Rahmen der Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD auf Bundesebene), die für die ambulante psychotherapeutische Versorgung nicht günstig wären. Dass die Hausärzte gestärkt werden sollen, ist zunächst ja durchaus unterstützenswert. In welcher Form das aber erfolgen kann oder soll, ist eine andere Frage. Aus den o.g. Verhandlungen verlautet, dass die Hausärzte zukünftig die Hälfte der Sitze innerhalb der Vertreterversammlungen von Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KVen und KBV) erhalten sollen; die andere Hälfte die Fachärzte.

Man kann sich diesen Vorschlag nur so erklären, dass keiner der Beteiligten in der Verhandlungsrunde daran gedacht hat, dass es auch noch die Psychotherapeuten (PP und KJP) gibt. Diese sind in den KVen und der KBV auf 10 % der Sitze gedeckelt, erreichen diese aber auch meist, entsprechend ihrem Anteil an den KV-Mitgliedern. Nach der Arithmetik hieße das, dass sie innerhalb des 50 %-Anteils der Fachärzte (denn vermutlich würden sie dort zugeordnet) 20 % der Vertreter einnehmen. Es ist kaum zu erwarten, dass die Facharztvertreter dies akzeptieren würden. Für die Psychotherapeuten sind also deutliche Verwerfungen zu erwarten und es muss nun dringend über die Forderung eines entsprechenden Minderheitenschutzes für unsere Berufsgruppen innerhalb der KVen geredet werden.

In einer gemeinsamen Stellungnahme der Vertreter der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (Dieter Best, Jürgen Doebert, Gebhard Hentschel, Barbara Lubisch, Bernhard Moors) vom 13.11.2013 fordern diese den Gesetzgeber dazu auf, den Schutz der Belange der Psychotherapeuten im KV-System gesetzlich klar zu regeln.

In der Stellungnahme unter der Überschrift „Kein Deal zu Lasten der Psychotherapeuten“ beschreiben die VertreterInnen unseres Berufsstands in den KBV-Gremien die aktuellen Pläne der Koalitionsarbeitsgruppe "Gesundheit und Pflege" vom November 2013, die sich auf die oben beschriebene neue Struktur des KV-Systems geeinigt habe. Nach diesen Plänen der möglichen Koalitionäre sollen zukünftig die Vertreterversammlungen zu gleichen Teilen aus Haus- und Fachärzten gebildet werden. Außerdem sollen über die rein hausärztlichen Belange die Hausärzte und über rein fachärztliche Belange jeweils allein die fachärztlichen Mitglieder der Vertreterversammlung entscheiden.

Unser Verband teilt die Auffassung der KBV-VertreterInnen, dass dies eine Regelung zu Ungunsten der Psychotherapeuten bedeutet. Die ohnehin benachteiligten Psychotherapeuten und Psychiater, die unter vergleichsweise niedrigen Honoraren leiden, müssen deutlich gestärkt werden, wenn der Haus- und der Facharztbereich tatsächlich weiter getrennt werden sollte.

Heiner Vogel, Kerstin Burgdorf


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