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Bericht der Landesgruppe Baden-Württemberg (Rosa Beilage zur VPP 4/2013)


Aus der Psychotherapeutenkammer

Am 11. und 12. Oktober fanden die beiden letzten Sitzungstage der Vertreterversammlung der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg der letzten Wahlperiode statt.

Am ersten Tag gab es zwei inhaltliche berufspolitische Themenblöcke: Zunächst die Beschäftigung mit dem Patientenrechtegesetz, eingeleitet durch ein Impulsreferat des fachkundigen Rechtsanwaltes und Arztes Dr. med. Stefan Hübel, und zum Zweiten die Diskussion einer Vorlage der BPtK zum Berufbild des Psychotherapeuten und den Konsequenzen für die Reform der Psychotherapeutenausbildung.

Patientenrechtegesetz

Zur Diskussion der Patientenrechte möchte ich noch Anmerkungen machen: Das Patientenrechtegesetz klärt, dass PatientInnen das Recht auf Akteneinsicht und auch auf eine Kopie dieser Akte haben. Letzteres gegen Vergütung, die üblichen Sätze dürfen verlangt werden. Differenziert dargelegt wurde, welche Teile geschwärzt werden dürfen (sofern die Rechte Dritter betroffen sind – der „Dritte“ ist aber nicht der Therapeut!). Geklärt werden musste in der Diskussion, dass es eine „doppelte“ Aktenführung nicht geben darf: Z. B. ist auch die Gegenübertragung, sofern schriftlich fixiert, Teil der Akte. Gar keine Akte anzulegen, ist auch keine Lösung: PatientInnen haben ein Recht auf eine aussagekräftige Dokumentation. Auch kann nach Ansicht des Referenten nicht das Beratungssetting (z.B. Suchtberatung) ausgeklammert werden. Er verwies auf ein Urteil zu einem Fall außerhalb des SGB V, bei dem die Anwendung der Patientenrechte bestätigt wurde. Insgesamt viele Fragen, lebhafte Diskussion und nachdenkliche Gesichter.

Berufsbild

Wozu brauchen die Psychotherapeuten gerade jetzt eine Debatte um das Berufsbild? Es ist wohl weniger, weil wir als Berufsstand in das entsprechende Alter gekommen sind. Die Entwicklung eines Berufsbilds ist eher der weitergehenden Diskussion um die Reform der Ausbildung geschuldet. Mit der Beschreibung des „Psychotherapeuten“ werden Bedingungen mit formuliert, und so können eigene Konzepte zur Ausbildung gefördert werden –  oder eben nicht.

Am zweiten Sitzungstag  folgten die Haushaltsdaten, die entsprechenden Planungen und Abstimmungen dazu. Den Ausschüssen wurde die Gelegenheit geboten, ihre jährlichen schriftlichen Berichte noch mündlich zu ergänzen. Auch wurde die Umlageordnung sprachlich verbessert und verabschiedet.

Wer eine Vertreterversammlung selbst miterleben will, ist als Kammermitglied dazu berechtigt und herzlich eingeladen. Termine finden Sie auf der Homepage der Kammer.

Zur Kammerwahl

Auch für unsere VertreterInnen der DGVT-Liste ging eine anspruchsvolle, aktive Zeit zu Ende. Zwischen 17. Oktober und 18. November konnten die Stimmen für die neue Vertreterversammlung abgegeben werden. Nicht alle VertreterInnen kandidierten erneut für die Landespsychotherapeutenkammer, und so galt es auch Abschied zu nehmen, zumindest von der Zusammenarbeit in diesem Rahmen. Wer von uns anderen wieder berufspolitische Interessen in der Kammer vertreten darf, dies entscheiden die WählerInnen. Die Ergebnisse werden Ende November vorliegen.

Mal sehen, was dann ist. Bericht folgt.

Renate Hannak-Zeltner
Landessprecherin Baden-Württemberg


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