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Bericht der Landesgruppe Rheiland-Pfalz (Rosa Beilage zur VPP 4/2013)


Die Kammerdelegierten der Liste TIMO, die vor knapp zwei Jahren für die Vertreterversammlung (VV) der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz angetreten waren, treffen sich in unregelmäßigen Abständen, um Aktuelles aus der Kammer zu besprechen. TIMO ist die gemeinsame Liste von DGVT, GwG (Gesellschaft für personenzentrierte Psychotherapie und Beratung) und VPP (Verband Psychologischer Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen). Beim jüngsten Treffen am 23.10.2013 stand die Vorbereitung der Vertreterversammlung auf der Tagesordnung:

  • Walter Roscher berichtete aus dem Finanzausschuss: Im zurückliegenden Jahr habe es keine Beanstandungen in der Haushaltsführung gegeben. Man habe eine neue Haushalts- und Kassenordnung erarbeitet, die von der VV verabschiedet werden soll. Diese regelt, wie der Haushaltsplan aufzustellen ist und wie mit Geldern in Kassen umgegangen werden muss. Hierfür gab es bisher auch Vorgaben, diese sind nun aber zusammengefasst worden.
  • Andrea Benecke; Kammer-Vizepräsidentin, berichtete von den Diskussionen im Aus- und Weiterbildungsausschuss, der sich schwerpunktmäßig mit der Reform der Ausbildung befasst. Es werden dort die Vor- und Nachteile der Direktausbildung gesammelt und diskutiert. Weiterhin steht eine Überarbeitung der Weiterbildungsordnung an.
  • Gisela Borgmann-Schäfer berichtete von der anstehenden Überarbeitung der Berufsordnung nach Inkrafttreten des Patientenrechtegesetzes.

Eine Vertreterversammlung der Psychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz fand am 26.10.2013 statt. Martin Schneider, Leiter der Landesvertretung Rheinland-Pfalz des Verbands der Ersatzkassen e. V. (vdek), war Gast und berichtete von den Vorstellungen der Krankenkassen zum Thema „Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung“.

Er sprach sich für das Schaffen größerer Kapazität aus durch

  • Ausfüllen der Zulassungsmöglichkeiten - Förderung der Niederlassungen im ländlichen Raum
  • Zeitkontingente zur Versorgung GKV-Versicherter konsequent erfüllen (sonst ggf. Teilrückgabe des Sitzes)
  • Vorhandene Kapazitäten effizient nutzen durch mehr Gruppentherapien

Verbesserte Strukturen sollen geschaffen werden durch:

  • flächendeckende Einrichtung „intelligenter Koordinierungsstellen“ für schnellere Versorgung und verbesserte Steuerung in besonders geeignete Therapie-Verfahren (Vorschlag vdek)
  • Verpflichtende Einrichtung regelmäßiger Sprechstunden (Vorschlag GKV-SV - schneller Erstkontakt)
  • Stärkung der Kooperation zwischen Ärzten/Krankenhäusern und Psychotherapeuten (vernetzte Strukturen)

Versorgungspolitische Veränderungen sein nötig im Hinblick auf:

  • Optimierung der ambulanten Versorgung
  • Modellprojekte gem. § 64b SGB V
  • Steuerung im Rahmen der Krankenhausplanung: Nicht mehr Versorgung, sondern mehr „Miteinander“; Stopp der Ausweisung stationärer Betten
  • Erfüllung des Anspruchs der Patienten auf Entlassmanagement
  • Regelmäßiger Austausch zwischen den Beteiligten in Rheinland-Pfalz; insbesondere auch sektorübergreifend

Diese Thesen wurden nach dem Vortrag kritisch diskutiert, insbesondere in Bezug auf die Koordinierungsstellen und der Sprechstunden. Es bestand Konsens darin, dass es sehr wünschenswert wäre, wenn sich „passende“ Psychotherapeuten und Patienten schnell und unkompliziert finden würden, wie dies aber durch eine Koordinierung durch eine ausgelagerte Stelle geschehen könnte, das konnten sich die VertreterInnen der Psychotherapeutenschaft nicht wirklich vorstellen.

Auch die Einführung von Sprechstunden sei grundsätzlich eine gute Sache, wenn da nicht die Warteliste wäre. Einigkeit hingegen herrschte bei den Punkten Entlassmanagement sowie bessere/koordinierte Zusammenarbeit mit anderen relevanten Stellen des Gesundheitssystems.

Der Kammervorstand wurde gelobt für die vielfältigen Aktivitäten, insbesondere für seinen Protest gegen den umstrittenen Versuch der KV Rheinland-Pfalz, das Kostenerstattungsverfahren einzudämmen.

Von DGVT-Seite wurde darauf hingewiesen, dass eine verstärkte Unterstützung der PIAs durch die Kammer wünschenswert ist bzw. dass überlegt werden sollte, wie diese Unterstützung aussehen könnte.

Das nächste Mitgliedertreffen der DGVT Rheinland-Pfalz  ist am 15. Januar 2014. Eine gesonderte Einladung wird folgen. Wir wollen schon jetzt darauf hinweisen und freuen uns über viele TeilnehmerInnen.

Wir wünschen eine schöne vorweihnachtliche Zeit sowie ruhige und besinnliche Feiertage.

Andrea Benecke und Sabine Maur
Landessprecherinnen Rheinland-Pfalz


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