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„Pille danach“ zukünftig rezeptfrei?

DGVT-Fachgruppe Frauen plädiert für Freigabe


Deutschland ist eines der wenigen Länder Europas, in dem Frauen die „Pille danach“ nur mit Rezept erhalten. Seit über zehn Jahren kämpfen Frauenverbände für die Rezeptfreiheit.

Bereits 2003 hat der Sachverständigen-Ausschuss für Verschreibungspflicht beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ein Ende der Rezeptpflicht empfohlen. Diese Empfehlung hat er am 17. Januar 2014 erneuert. Die SPD und die Oppositionsparteien befürworten ebenfalls die Freigabe, in der Union dagegen gibt es Widerstand. Und auch der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Mont­go­mery, erklärt, dass die Pille danach ein „Notfallmedikament mit Nebenwirkungen“ sei; eine ärztliche Beratung sei deshalb notwendig.

Nun ist das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefragt und muss entscheiden, welchem Votum es folgt. Dabei kann es durchaus von der Einschätzung des Sachverständigen-Ausschusses abweichen. Bundesminister Hermann Gröhe[1] kann aber auch eine entsprechende Verordnung erlassen und sie dem Bundesrat, dessen rot-grüne Mehrheit für die Freigabe ist, vorlegen. Damit würde der CDU-Politiker allerdings gegen die Stimmen in seiner Partei handeln.

Das Nationale Netzwerk „Frauen und Gesundheit“, in dem die DGVT-Fachgruppe „Frauen in der psychosozialen Versorgung“ Mitglied ist, hat sich bereits im Mai 2013 für die Freigabe ausgesprochen. Nach den neuesten Entwicklungen wurde nachfolgend abgedruckte Stellungnahme vom Nationalen Netzwerk „Frauen und Gesundheit“ verabschiedet und an die Politik geschickt.

Waltraud Deubert


[1] Gröhe ist seit 1997 Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und war von 1997 bis 2009 Mitglied des Rates der EKD.


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