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Zurück an den Arbeitsplatz[1] – Berufliche Wiedereingliederung von Arbeitnehmern nach längerer psychischer Erkrankung[2]


DAK-Gesundheit und Lilly beleuchteten aus verschiedenen Perspektiven das Problem psychischer Erkrankungen und stellten Maßnahmen betrieblichen Eingliederungsmanagements vor.

Herbert Rebscher betonte den Willen, Gräben zu überwinden und sich dem Thema psychische Erkrankungen zu stellen. In Bezug auf den Koalitionsvertrag zeigte er sich optimistisch, der fachliche Dialog werde aufgenommen.

Nach Peter Weiß, MdB CDU und Vorsitzender der Aktion Psychisch Kranker, hat es noch nie solch klare Festlegungen im Gesundheits- und im Arbeitsschutzteil zu psychischen Erkrankungen gegeben. Das Thema sei in der Gesellschaft angekommen, das Arbeitsschutzgesetz kurz vor Ende der Legislaturperiode präzisiert worden. Sie seien skeptisch, ob sich Führungsverantwortung und ähnliches festschreiben lasse. Die Präventionsarbeit solle gestärkt werden. Sie hätten einen Forschungsetat mit dem Schwerpunkt „psychischer Erkrankungen“ erzielt. Was Arbeitsschutz in psychischer Hinsicht angehe, sei man aber noch „schmal aufgestellt“.

Gerd Kräh erklärte, ihre Kernkompetenz sei das Zurverfügungstellen von innovativen Arzneimitteln, aber sie wollten nicht nur Hardware, sondern auch Software liefern. Es handle sich bei psychischen Erkrankungen um eine Volkskrankheit und dies stelle alle gemeinsam vor eine große Aufgabe. Führungskräfte müssten bestimmte Werte vorleben, damit Maßnahmen ihre Wirkung zeigen könnten.

Friederike Pleuger und Frank Batsch zeigten beispielhaft Maßnahmen eines betrieblichen Eingliederungsmanagements von SAP und der Berliner Stadtreinigung auf – von Mediation, Coaching und Konfliktmanagement über Fitnessstudios, anonymisiertes Infotelefon, betriebsärztlichem Dienst und Suchtberatung bis hin zu konkreter Ansprache von Mitarbeiter und Führungskraft.

Aber nicht nur Krankenkassen, Industrie und Unternehmen kamen zu Wort. Nach einem kurzen Einblick in die Situation einer Depressiven – die Schauspielerin Irene Fischer sprach über ihr „Outing“ als Betroffene und die positiven wie negativen Reaktionen ihres Umfelds – trug Wolfgang Panter die Sicht der Betriebsärzte bei. Wichtig sei, Gefährdungen im Betrieb zu erkennen, Führungskräfte zu sensibilisieren und individuell zu helfen.

Herbert Rebscher bezeichnete es als eine zentrale Aufgabe, Betroffenen ärztlichen Rat zukommen zu lassen. Meist sei das Problem bereits erkannt, wenn eine Diagnose gestellt werde. Aber oft komme es nicht zu einer ersten Sitzung.

Gabriela Slawik stellte die Versorgungsinhalte des DAK-Spezialistennetzwerks vor:

  • Diagnostik
  • Behandlungsziel- und Therapieplanung
  • grundsätzlich unter Einbindung des Patienten
  • Einzel- und Gruppenpsychotherapie
  • (Kurzzeittherapie werde innerhalb einer Woche angeboten)
  • Rehabilitationssport für psychisch Kranke,
  • extra geschultes Personal
  • Soziotherapie in Form von Arbeitsplatzkonfliktmanagement
  • Unterstützung bei Antragstellung zur Rehabilitation.

Eine Vielzahl an Perspektiven wurde für ein auch wirtschaftlich immer relevanter werdendes Problem geboten.

Es stehen vielfältige Maßnahmen zur Verfügung. Die DAK-Gesundheit will diese evaluieren, beispielsweise werde der Rehabilitationssport, einer Maßnahme des DAK-Spezialistennetzwerks, von der Charité evaluiert, berichtete Gabriela Slawik.


[1]Quelle: Highlights, Ausgabe 29/13 – 09.12.2013; Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

[2] Fachtagung der DAK-Gesundheit und der Pharma-Firma Lilly am 28.11.2014


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