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Pille danach – Gibt Bundes- gesundheitsminister Hermann Gröhe dem Druck nach?


Europa sei Dank! Die EU-Kommission hat die „Pille danach“ freigegeben und ist damit der Deutschen Bundesregierung zuvor gekommen. Die schwarz-rote Koalition hatte sich lange gesträubt, die Rezeptpflicht des Medikaments aufzuheben, wobei dies eher an der CDU-CSU lag. Im November 2014 hörte man dann, dass die Regierung sich schnell einigen wolle. Nun hat die EU-Kommission der Deutschen Politik die Entscheidung abgenommen und die Rezeptpflicht für „ellaOne“ (Wirkstoff Ulipristal) gekippt. Die EUKommission folgt damit der Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) vom November 2014. Die „Pille danach“ ist in 78 Ländern weltweit rezeptfrei verfügbar, davon in 28 europäischen Ländern und in allen deutschen Anrainerstaaten. Die „Pille danach“ ist nach § 218 Strafgesetzbuch keine Abtreibung, sie gilt international als sicher, wirksam und nebenwirkungsarm. Mitte Januar hat nun Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) einen Verordnungsentwurf zur Rezeptfreiheit vorgelegt, mit dem die Wirkstoffe Levonorgestrel und Ulipristal rezeptfrei gestellt werden sollen. Der Verordnungsentwurf lässt allerdings offen, ob auch künftig Notfallkontrazeptiva für unter 20-jährige Frauen kostenlos erhältlich sind. Dafür muss ein Passus im SGB V geändert werden – hier gibt es noch keine Einigung innerhalb der Koalition. Rezeptfreie Arzneimittel sind nämlich nicht erstattungsfähig. Die „Pille danach“ wurde bisher für Frauen bis zum 20. Lebensjahr von der Krankenkasse bezahlt. Gynäkologische Fachgesellschaften hatten kritisiert, die Rezeptfreigabe führe dazu, dass sich die Situation für die Betroffenen verschlechtere, wenn diese die „Pille danach“ in den Apotheken nun selbst bezahlen müssten. Auszüge aus der Stellungnahme vom 21.01.2015 der DGPFG. Die DGPFG setzt auf die Eigenverantwortung der Frau und tritt für eine umfangreiche Beratung ein. „Gut informiert können Frauen selbst erkennen, wie sie sich schützen können und wann sie sich Sorgen machen müssen, ungewollt schwanger geworden zu sein. „Da die Wirkung der Pille danach entscheidend davon abhängt, dass sie möglichst schnell nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen wird, begrüßen wir die mit der Rezeptfreigabe verbundene Erleichterung des Zugangs. “  „Wir müssen zusammen dafür sorgen, dass ungewollte Schwangerschaften sicher verhindert werden!“ Die Apothekerinnen und Apotheker verfügen über ein breites pharmakologisches Wissen und über Beratungserfahrung. Natürlich ist die Notfall-Kontrazeption eine besondere Situation, die spezialisiertes Wissen und besonderes Einfühlungsvermögen verlangt. Die DGPFG bietet daher an: „Für die geplanten Schulungen der Apothekerverbände stellen wir gern unser frauenärztliches Wissen und unsere psychosomatische Beratungskompetenz zur Verfügung.“

Waltraud Deubert


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