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Rechenschaftsbericht des Ethikbeirats für das Jahr 2015


  1. Der Ethikbeirat hat sich anlässlich der großen DGVT-Tagungen (Intergremientreffen, Workshoptagung) persönlich getroffen, dann auch meist zusammen mit dem Vorstand, der Geschäftsführerin und der Juristin. Die weitere Abstimmung erfolgte in häufigen Telefonkonferenzen. Der Ethikbeirat hat sich die Arbeit und die Fallverantwortung aufgeteilt. Zur Bearbeitung von Beschwerdefällen stand jeweils ein Mitglied des Ethikbeirates bereit. Auch die Bearbeitung weiterer Aufträge in der DGVT erfolgte arbeitsteilig. In gutem Austausch reflektierten die Mitglieder des Ethikbeirates die aktuellen ethischen Fragestellungen im Kontext der DGVT.
  2. Zweimal im Jahr nehmen ein oder zwei Mitglieder des Ethikbeirates an den Verbändetreffen zum sexuellen Missbrauch teil. Im Jahr 2015 lud der Ethikbeirat der DGVT, zuständig für die Maisitzung des Verbändetreffens, die VertreterInnen der anderen Verbände nach Köln ein, um vor allem über Beschwerdefälle zu sprechen und neue Perspektiven zu finden.
  3. Da der Ethikbeirat im Moment keine Beschwerdefälle behandelt, konnte er sich intensiver mit der anstehenden Ausbildungsreform zum Psychotherapeutengesetz befassen und legte einen eigenen Vorschlag zu den Konsequenzen aus dem DPT-Beschluss vor. Das entsprechende Papier wurde den Gremien der DGVT zur Kenntnisnahme übergeben und ist im Anhang dieses Rechenschaftsberichts zu finden. Der Ethikbeirat mahnt in diesem Zusammenhang die Mitglieder der DGVT, sich entsprechend der Satzung für eine Verbesserung der verhaltenstherapeutischen Versorgung einzusetzen und nicht bei dem bereits Erreichten zu verharren. Der Ethikbeirat erkennt in der anvisierten Reform der PT-Ausbildung entscheidende Verbesserungsmöglichkeiten. Die DGVT wird dazu aufgefordert, diesen Prozess mit Vorschlägen und kreativen Ideen zu fördern. Eine Blockadestrategie würde die DGVT weiter ins Hintertreffen bringen und von den Chancen ausschließen, die Ausbildungsreform mit eigenen Vorschlägen voranzubringen. Leider wurde dieser Beitrag, nach Ansicht des Ethikbeirates, in der überarbeiteten Position der DGVT zu wenig berücksichtigt.
  4. Der Ethikbeirat setzte die Beschäftigung mit dem Thema „Onlineberatung“ fort, das vor allem im Rahmen des Länderrates und der Länderkonferenzen behandelt wurde. Hier überschnitt sich die Arbeit des Ethikbeirates mit dem Engagement im Länderrat bzw. in den Länderkonferenzen.
  5. Der Ethikbeirat ist das einzige Gremium, das nicht im erweiterten Vorstand vertreten ist. Es ist über eine Satzungsänderung nachzudenken, um den Ethikbeirat künftig in den erweiterten Vorstand aufzunehmen.
  6. Der Ethikbeirat der DGVT befasst sich mit Schwerpunkten seiner künftigen Arbeit. Neben dem Patientenrechtegesetz soll z.B. daran gearbeitet werden,  welchen Stellenwert Ethik in einer sich schnell verändernden Gesellschaft erhält und welche Auswirkungen dies auf die therapeutische Arbeit hat.

Der Ethikbeirat:
Johannes Broil, Constanze Wenzel, Georg Zilly


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