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Sitzung der Psychotherapeutenverbände (GK II) 2.4.2016, Köln


Die Frühjahrssitzung des Gesprächskreises der Psychotherapieverbände (GK II) fand dieses Jahr in Köln statt und wurde von der GwG ausgerichtet – die sonnige Frühlingsstimmung in der Tagungsstätte am Rheinufer war sicher nicht geplant, aber sehr willkommen. 24 Verbände waren vertreten und mit 43 Teilnehmern war es –wie üblich– ein recht umfangreicher Gesprächskreis. Über die Jahre hinweg hat sich im GK II ein recht offenes und kollegiales Miteinander entwickelt, so dass eigentlich immer eine konstruktive Gesprächsatmosphäre möglich ist, in der man sich am Ende meist einig ist. Häufig natürlich auch darin, dass man unterschiedlicher Meinung über den einen oder anderen Punkt ist. Aber dennoch: Es ist sinnvoll – und das ist eigentlich die Gründungsidee des GK II –, dass die Verbände über ihre Positionen in den verschiedenen anstehenden Fragen zur Psychotherapieversorgung sprechen, ihre Argumente austauschen und mögliche Verbindungen und Ab-stimmungen ausloten. Besser miteinander als übereinander reden – so kann die Zusammenarbeit in den unterschiedlichen Gremien, in denen man in jeweils unterschiedlichen Koalitionen steht (KVen, KBV, GBA, Kammern, BPtK), sachgerechter und letztlich im Interesse aller konstruktiver verlaufen. Und hier und da kann aus diesen Gesprächen auch die ein oder andere gemeinsame Initiative erwachsen.

Bereits seit längerem wird im GK II über die Möglichkeiten und Risiken von Psychotherapie per Internet, kurz Internettherapie, diskutiert. Das Positionspapier, welches ein Ausschuss unter Beteiligung von Kerstin Burgdorf, über längere Zeit vorbereitet hat, schien nun breit akzeptiert zu werden und soll jetzt – entsprechend der Verfahrensordnung, verabschiedet werden (ist zwischenzeitlich erfolgt).

Wichtig war schließlich noch der Aufnahmeantrag der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und Familientherapie (DGKJP). Dieser eher kleine Verband (mit Sitz in München, bei Prof. Sulz) hatte in den letzten Jahren bei vielen KollegInnen für Verunsicherungen gesorgt, weil durchaus provokative Rundschreiben über breite Verteiler versandt worden sind, in denen vor einer Abschaffung der Kinder-/Jugendlichenpsychotherapie durch die Ausbildungsreform gewarnt wurde und – nach Ansicht vieler Diskutanten im GK II – häufig Meinung und Bericht in unklarer Weise verwoben wurde, was das Klima für die Diskussion um die Ausbildungsreform nicht verbessert habe. Nach längerer Diskussion – auch mit den Vertretern des Verbandes – hat der GK II einem Beitritt zugestimmt.

Schließlich wurde nach den Berichten aus den Verbänden über die anstehenden Themen Psychiatriefinanzierung (PEPP), Ausbildungsreform und Reform der Psychotherapierichtlinie gesprochen.

Heiner Vogel, Würzburg

Quelle: Rosa Beilage zur VPP 2/2016


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