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DAK Gesundheitsreport: Interessante Ergebnisse zum Geschlechterunterschied im Krankheitsgeschehen


(ja). Im DAK Gesundheitsreport wurden die Daten von rund 2,7 Millionen Versicherten bezüglich der Krankheitstage ausgewertet. Zusätzlich wurden Daten einer Online-Befragung von bundesweit 5.000 Beschäftigten über die Einstellungen zur Krankmeldung und auch zum Umgang mit Krankmeldungen berücksichtigt.

Die Ergebnisse zeigten, dass der Krankenstand 2015 bei 4,1 Prozent lag und damit, im Vergleich zum Vorjahr, um 0,2 Prozentpunkte gestiegen ist. Für  jeden zweiten Versicherten lag im Jahr 2015 mindestens eine Krankmeldung vor („Betroffenenquote“: 50,4 Prozent). Mehr als die Hälfte aller Krankheitstage entfielen auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, Erkrankungen des Atmungssystems und psychische Erkrankungen. Laut DAK ist der Anstieg der Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen eine der auffälligsten Entwicklungen in den letzten Jahren. Im Jahr 2015 waren 16,2 Prozent aller Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen. Auch die Anzahl der Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen stieg (im Vergleich zu 2014 um 2,7 Prozent) an. Die meisten Fehltage wurden (unter den F-Diagnosen) durch Depressionen (F32 und F33) verursacht. Danach kamen Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (F43), andere neurotische Störungen (F48), andere Angststörungen (F41) und Somatoforme Störungen (F45). Die Zahlen der AU-Tage für psychische Erkrankungen nahmen bei beiden Geschlechtern mit dem Alter kontinuierlich zu.

Das Schwerpunktthema in diesem Jahr war „Männer und Frauen im Gesundheitsgeschehen“. Insgesamt war der Krankenstand der Frauen deutlich höher als der von Männern. Frauen wurden im Vergleich zu Männern zwar weniger lang, jedoch dafür häufiger krankgeschrieben. Auch die „Gesundheitsprofile“ von Männern und Frauen unterschieden sich deutlich. Männer wurden häufiger wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Verletzungen krankgeschrieben. Frauen hingegen fehlten deutlich häufiger wegen psychischer Erkrankungen. Vor allem von Depressionen waren sie häufiger betroffen. Zudem nahmen sie häufiger Psychopharmaka ein. Der deutlichste Geschlechterunterschied wurde jedoch bei den Krebserkrankungen gefunden. Frauen hatten 74 Prozent mehr Fehltage wegen einer Krebserkrankung als Männer. Zwar ist das statistische Risiko einer Krebserkrankung bei Männern und Frauen gleich, aber Krebs trifft Männer häufig erst im höheren Alter (ab ca. 60 Jahren), während Frauen vor allem von Brustkrebs betroffen sind, der meist schon im Erwerbsleben auftritt. 

In vielen Berufsgruppen hatten Frauen einen höheren Krankenstand als Männer. Dazu gehören die öffentliche Verwaltung und das Gesundheitswesen. Nur in wenigen Fällen, wie beispielsweise im Gartenbau und in naturwissenschaftlichen Berufen, hatten Männer einen höheren Krankenstand. Die Analyse zeigte zudem, dass Frauen häufiger in Berufen arbeiten, bei denen sie mit offensichtlichen Krankheitssymptomen (wie beispielsweise einer Erkältung) nicht arbeiten können. Auch tragen Frauen immer noch einen großen Anteil bei der Betreuung der Kinder. Mehr als jede vierte Frau gab an, dass sie sich bei einer Erkrankung des Kindes selbst krank gemeldet hat, weil sie sich nicht anders zu helfen wusste. Bei den Männern waren es nur 17,5 Prozent. Darüber hinaus gingen Frauen häufiger trotz Krankheit zur Arbeit („Präsentismus“). 67 Prozent der Frauen gaben an, dass sie im letzten Jahr mindestens einmal trotz Krankheit gearbeitet haben. Bei Männern waren es 60 Prozent. Als Hauptgrund wurde von den Frauen genannt, dass sie die KollegInnen nicht hängen lassen wollten oder dass KundInnen/PatientInnen darunter leiden würden, wenn sie sich krank melden würden.

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.dak.de/dak/bundes-themen/Gesundheitsreport_2016-1782678.html

Quelle: Rosa Beilage zur VPP 2/2016


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