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Umfrage: EU-Bürger für faire Verteilung der Flüchtlinge


(wd). Die große Mehrheit der EU-Bürger will eine europäische Antwort auf die Flüchtlingskrise und ist für eine faire Lastenverteilung auf alle Länder. Nationalen Alleingängen erklärte sie eine klare Absage. Dieses Meinungsbild zeichnet die im Dezember 2015 durchgeführte »eupinions«-Umfrage der Bertelsmann Stiftung, die bei 11.410 Bürgern aus allen EU-Mitgliedsstaaten (EU28) die Einstellungen zu Asyl- und Migrationspolitik abgefragt hat.

Danach sprechen sich 87 Prozent der Befragten für eine gemeinschaftliche Sicherung der EU-Außengrenzen aus. 79 Prozent wünschen sich eine faire Verteilung der Asylsuchenden auf alle Länder der Union und ebenfalls 79 Prozent wollen die Reisefreiheit innerhalb der EU geschützt sehen. Eine große Mehrheit von 69 Prozent unterstützt auch die Forderung, dass diejenigen Staaten, die es ablehnen, ihren Teil der Verantwortung zu tragen, weniger Geld aus der EU-Kasse erhalten sollen.

79 Prozent aller Europäer sprechen sich laut der Umfrage für eine gemeinsame europäische Asyl- und Migrationspolitik aus. 52 Prozent plädierten für eine federführende Verantwortung der EU, 27 Prozent für eine geteilte Verantwortung zwischen der EU und den Mitgliederstaaten und nur 22 Prozent würden die Migrationspolitik lieber ihrem eigenen Land überlassen.

Die Umfrage zeigt zugleich einen Graben zwischen den alten und den neuen Mitgliedsstaaten: Während in den alten Mitgliederstaaten 85 Prozent eine faire Verteilung der Asylbewerber befürworten, sind es in den neuen lediglich eine knappe Mehrheit von 54 Prozent. 77 Prozent der Bürger in den alten Mitgliedstaaten fordern, dass jene Staaten, die bei einer fairen Aufteilung der Asylbewerber nicht mitmachen, dafür finanzielle Nachteile in Kauf nehmen sollten; in den neuen Mitgliederstaaten sind es lediglich 41 Prozent.

Aus den hohen Zustimmungswerten für eine gemeinsame europäische Asyl- und Migrationspolitik lasse sich nicht schließen, dass die Europäer ebenso positiv auf die neu Ankommenden schauen. In dieser Frage zeigt die »eupinions«-Umfrage eher eine gespaltene Bürgerschaft: 50 Prozent erklären, dass sie sich manchmal wie Fremde im eigenen Land fühlen. 58 Prozent fürchten negative Folgen für die Sozialsysteme. Und 54 Prozent der EU-Bürger finden, dass die Kriterien für Asylbewerber nicht zu großzügig ausgelegt werden sollten.

Die Umfrage steht unter dem Titel »Grenzsicherung und Reisefreiheit – Was die Bürger von einer europäischen Asyl- und Migrationspolitik erwarten »auf www.bertelsmann-stiftung.de« zum kostenlosen Download bereit.

Quelle: Bank für Sozialwirtschaft (BFS-INFO) 4/2016

Quelle: Rosa Beilage zur VPP 2/2016


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