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Bericht der Landesgruppe Thüringen (Rosa Beilage zur VPP 3/2016)


Trauma-Selbsthilfeprojekt in Thüringen geplant

Aufgrund mangelnder Behandlungsmöglichkeiten erhalten momentan nur wenige der traumatisierten Flüchtlinge in Thüringen eine psychotherapeutische Versorgung. Speziell fehlt eine qualifizierte frühzeitige Traumadiagnostik, die eigentlich in der Erstaufnahmeeinrichtung oder durch das weitere betreuende Personal erfolgen sollte, aber mangels Erfahrung meistens nicht erfolgen kann. Eine Lösung dieses Problems könnte in dem Einsatz von speziell geschulten Flüchtlingen in der psychosozialen Betreuung traumatisierter Geflüchteter liegen. Laut Prof. Frank Neuner, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Bielefeld, konnten bereits mehrere hochkarätige Studien aus Deutschland und den USA zeigen, dass auch qualifizierte Laien eine wichtige Rolle in der Betreuung von traumatisierten Flüchtlingen spielen können. Genau dies will das Sozialministerium Thüringen jetzt nutzen. So wurden rund 346.000 Euro für die International Psychosocial Organisation (IPSO) gGmbH bewilligt. Diese soll nun innerhalb eines zweijährigen Projekts geeignete Flüchtlinge zu psychosozialen Beratern ausbilden, die dann traumatisierten Geflüchteten als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Voraussetzung für die Ausbildung sind gute Deutsch- oder Englisch-Kenntnissen sowie eine Ausbildung oder Berufserfahrung in den Bereichen Psychologie, Medizin, Sozialarbeit, Pädagogik oder im sozialen Sektor.

Anna Millek

Quelle: Ärztezeitung 14.6.16

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