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Arbeitsverwaltung baut Kooperation mit Gesetzlichen Krankenkassen zur Gesundheitsförderung von Arbeitslosen aus


Bundesagentur für Arbeit (BA) und GKV Spitzenverband haben ein „Modellprojekt zur Verknüpfung von Arbeits- und Gesundheitsförderung im Setting“ erfolgreich abgeschlossen und damit die Basis gelegt für eine bundesweite Ausbreitung entsprechender Ansätze.

Zwischen Juni 2014 und Juni 2015 wurde gemeinsam von BA und dem GKV-Spitzenverband erprobt, welche Zugangswege geeignet sind, um Erwerbslose zur Inanspruchnahme präventiver Gesundheitsangebote der Krankenkassen zu motivieren und um Erfahrungen mit der Durchführung entsprechender Angebote zu sammeln. Im Mittelpunkt der Modellversuche stand eine intensive Kooperation von Krankenkassen, Jobcentern und weiteren Vor-Ort-Partnern, um v.a. die von den Krankenkassen für Erwerbslose konzipierten und evaluierten Kursprogramme „JobFit“ und „AktivA-Aktive Bewältigung von Arbeitslosigkeit“ zugänglich zu machen. Diese Kurse sind im „Leitfaden Prävention“ dem Handlungsfeld Stressmanagement zugeordnet. Laut Evaluationsbericht haben diese Kurse erhebliche Verbesserungen bei der Stressbewältigung der Teilnehmenden erzielt und damit eine positive Gesundheitswirkung der zielgruppenspezifischen Präventionskurse gezeigt.

Während des Modellversuchs erweisen sich drei alternative Zugangswege als grundsätzlich gleichermaßen geeignet an, um Erwerbslose für eine Teilnahme an diesen Präventionskursen zu gewinnen:

  1. die direkte Ansprache durch die zuständigen Integrationsfachkräfte;

  2. ein Informationsangebot des Berufspsychologischen Dienstes bzw. Ärztlichen Dienstes mit dem Titel „Fit for Life“ oder

  3. die Ansprache im Rahmen einer Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung bei einem Träger („MAT“). Die jeweiligen Vor- und Nachteile bzw. örtlichen Umsetzungsbedingungen für die jeweiligen Zugangswege enthält S. 35 ff. des Evaluationsberichts.

Nach Auskunft der BA-Zentrale soll der Kooperationsansatz noch in diesem Jahr auf bis zu 50 Standorte erweitert werden. An den lokalen Kooperationen können sich neben Jobcentern, die als gemeinsame Einrichtung agieren, erstmals auch Agenturen für Arbeit und Jobcenter in kommunaler Trägerschaft beteiligen. Zur Identifikation geeigneter Standorte führ(t)en die BA und die kommunalen Spitzenverbände Interessenbekundungsverfahren durch, auf Basis derer nach Abgleich mit der kassenseitigen Bereitschaft derzeit die lokalen Kooperationsstandorte ausgewählt werden. Je nach örtlichen Rahmenbedingungen sollen die avisierten 50 Standorte bis Jahresende schrittweise zum einen durch die Regionaldirektionen der BA bzw. der BZgA (im Auftrag der GKV) in der Initialisierungsphase der Zusammenarbeit unterstützt werden. Ziel ist dabei, mindestens in jedem Bundesland ein bis zwei Kooperationen nach dem Modellansatz zu haben.

Gesamtbericht der Evaluation:

www.gkv-spitzenverband.de/media/ dokumente/krankenversicherung_1/praeven tion__selbsthilfe__beratung/praevention/praevention_evaluation/160511_BGF_Gesamt bericht_Evaluation_final.pdf

Waltraud Deubert


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