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Intergremientreffen am 3. Dezember 2016 in Stuttgart


Einmal im Jahr kommen VertreterInnen des gesamten DGVT-Verbunds – Fachverband mit Fort- und Weiterbildung und Verlag sowie AusbildungsAkademie – und des DGVT-Berufsverbands (DGVT-BV) zusammen, um sich über die aktuellen Entwicklungen auszutauschen und gemeinsam Perspektiven zu entwickeln.

Ein Schwerpunkt beim Treffen in Stuttgart 2016 waren die Berichte der Kommissionen und zahlreichen Fachgruppen von DGVT und DGVT-Berufsverband, die wir nachfolgend abdrucken:

Der Vorstand informierte die TeilnehmerInnen des Intergremientreffens über die Stellungnahmen, mit denen sich DGVT und DGVT-BV im Jahr 2016 zu gesundheits- und sozialpolitischen bzw. berufspolitischen Themen positioniert haben. Berichtet wurde auch über die Mitarbeit an der weiteren Entwicklung von Leitlinien für Diagnostik und Therapie. Auf dieses Thema wird der Vorstand im Rechenschaftsbericht der DGVT ausführlich eingehen. Weitere Themen waren das DGVT-Promotionsstipendium im Ausbildungsbereich „Die therapeutische Beziehung in Ausbildungstherapien“ sowie im Berufsverband die Beteiligung an etlichen KV-Wahlen, der Bereich der Psychotherapie in derKostenerstattung und der Honorarwidersprüche. Im Berufsverband konnte der Servicebereich nicht nur mit Personalzuwachs in der Geschäftsstelle ausgeweitet werden, sondern auch mit der Beauftragung von externen Anwaltskanzleien.

Aus- und Weiterbildungskommission (AWK)

Nach den Vorstands-Wahlen 2016 gab es einen personellen Umbruch in der AWK, da Judith Schild in den geschäftsführenden Vorstand wechselte. Dafür konnte für die Kommission Kristin Pfeifer, Stuttgart, gewonnen werden. Wie immer im Kongressjahr fand die „Sommerakademie“ in Rostock mit dem Thema „Fortbildung an der Ostsee: Qualifizieren und Regenerieren!“ statt, in Potsdam die „Psychotherapie-State-of-the-Art-Tagung“ zum Thema „Anpassungsstörungen“. Im November waren die Praxistage in München zum Thema „Einer für alle? Alle für einen! Arbeit mit Bezugspersonen“. Daneben liefen wie üblich die allgemeinen Themenseminare und die Seminarreihen. Die Workshoptagung im März 2017 zum Thema „Neue Perspektiven in der Psychotherapie“ ist fertig geplant und das Anmeldeverfahren läuft zzt. Eine weitere Veranstaltung, die die Aus- und Weiterbildungskommission für 2017 plant, ist eine Tagung mit den zwei systemischen Verbänden (Systemische Gesellschaft [SG] und Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie [DGSF]), die in Münster stattfinden wird.

Ein weiterer Schwerpunkt im Fortbildungsbereich ist die Ausarbeitung der Fortbildungen im berufspolitischen Bereich. Zu dieser Thematik hat sich die AWK mit Kerstin Burgdorf, Geschäftsstelle, und Alexandra Klich, Länderratssprecherin, am Nachmittag im Rahmen der AWK-Sitzung getroffen.

Redaktionskommission (RDK)

Die RDK hat – wie immer – die vier Hefte der VPP 2016 herausgegeben. Neu im Jahr 2016 hat sie die redaktionelle Betreuung der Zeitschrift „Verhaltenstherapie mit Kindern und Jugendlichen“ übernommen, nachdem die HerausgeberInnen nicht mehr zur Verfügung standen und es allen Beteiligten wichtig war, die Publikation der VT KiJu auch für die Zukunft zu sichern.

Qualitätssicherungskommission (QSK)

Auf der Mitgliederversammlung (MV) 2016 wurde der Wunsch der QSK nach einem weiteren Mitglied erfüllt. Sonja Stolp aus München verstärkt die Kommission seit der MV. Zudem möchte sich Philipp Victor aus Dortmund in der QSK engagieren und zur Wahl stellen. Er hat zuvor maßgeblich an der Auswertung von Forschungsdaten aus den Ausbildungszentren mitgewirkt und sich bereits als Gast in die QSK eingebracht. Die Kommission ist somit wieder gut aufgestellt. Die QSK hat sich mit den DGVT-Fallbegutachtungen beschäftigt und Orientierungsfragen entwickelt, die an die GutachterInnen verteilt wurden. Damit sollen die Kriterien für die Begutachtung transparenter und klarer und die GutachterInnen unterstützt werden. Die QSK plant zudem den Leitfaden für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (KJP) zu überarbeiten und das Fallbuch KJP neu aufzulegen.

Geplant ist auch, für Niedergelassene Materialien aus dem Projekt „lizenzfreie Fragebögen“ in der Ausbildungsakademie zur Verfügung zu stellen. Eine SupervisorInnenfortbildung wird auf der Workshoptagung in Tübingen im März 2017 angeboten.

Länderrat

Die Arbeit des Länderrates war im letzten Jahr durch Kammerwahlen und KV-Wahlen, die in etlichen Bundesländern stattgefunden haben, geprägt. Der DGVT-BV ist nun in der Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Niedersachsen (André Podziemski), in Schleswig-Holstein (Dietmar Ohm), Mecklenburg-Vorpommern (Jürgen Friedrich) und Westfalen-Lippe (DGVT-Fraktion: Judith Schild und Andreas Wilser) vertreten. Weitere Themen, mit denen sich der Länderrat beschäftigt hat, waren die Änderungen der Psychotherapie-Richtlinie (hierzu gab es diverse Informationsveranstaltungen), die Ausbildungsreform und die Musterweiterbildungsordnung.

Ethikbeirat

Im Berichtszeitraum gab es zwei Beschwerden von Patienten wegen angeblich unsachgemäßer Therapien von Mitgliedern, die vom Ethikbeirat bearbeitet wurden. Die Beschwerdefälle sind in den letzten Jahren weniger geworden, da die meisten Beschwerden jetzt von den Landespsychotherapeutenkammern behandelt werden. Zum Thema „Sexuelle Übergriffe in der Therapie“ gibt es auch ein verbandsübergreifendes Treffen zweimal im Jahr, an dem der Ethikbeirat teilnimmt. Der Ethikbeirat hat sich außerdem mit seinem Selbstverständnis auseinandergesetzt und ist zu dem Schluss gekommen, dass es richtig ist, dass der Ethikbeirat nicht im erweiterten Vorstand der DGVT vertreten ist, da er ein unabhängiges Gremium sein sollte, das nur der MV verpflichtet ist. Hier gilt es weiterzuarbeiten, wie diese Unabhängigkeit abzusichern ist.

Forum Beratung

Irmgard Vogt geht zunächst auf das Thema Freiwilligkeit bei Beratungsprozessen ein, das in verschiedenen Verbänden sehr kontrovers diskutiert wird, u. a. im Zusammenhang mit dem noch recht neuen Mediationsgesetz. Häufig werden die damit verbundenen Sanktionen im Bereich Beratung als sog. „Entscheidungshilfe“ dargestellt. Wolfgang Schreck ergänzt dazu, dass sich in diesem Bereich ein fachgruppenübergreifender Austausch zwischen dem Forum Beratung und der Fachgruppe Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie der DGVT anbieten würde. In diesem Zusammenhang wurde auch die Thematik Maßregelvollzug für Jugendliche ohne absehbares Ende und ohne weitergehende Behandlung angesprochen. Ein weiteres Thema, mit dem sich das Forum Beratung beschäftigt hat, waren die Schnittstellen zur gemeindenahen Versorgung und den Zugangsschwellen zu Beratung und Psychotherapie. Hier gab es am DGVT-Kongress 2016 einen Austausch mit den Gemeindepsychologen, Vertretern der DGSP und Mitgliedern des Forums Beratung zum Thema Gemeindepsychiatrie. Darüber hinaus arbeitet das Forum Beratung im Rahmen des Dachverbandes Beratung in verschiedenen Arbeitsgruppen sowie in weiteren Verbänden (z.B. BAFM, nfb) mit. Das Forum Beratung hat zudem zur Gestaltung des Kongresses 2016 im Rahmen der Planungsgruppe sowie durch weitere Themenschwerpunkte mitgewirkt und einige Ergebnisse in der Mitgliederzeitschrift der DGVT (VPP) veröffentlicht.

Fachgruppe Frauen (FG Frauen)

Ein Großteil der inhaltlichen Arbeit wird überwiegend in dem Gremium „Nationales Netzwerk Frauen und Gesundheit“, in dem die DGVT-Fachgruppe vertreten ist, geleistet. Das Nationale Netzwerk Frauen und Gesundheit hat sich in der letzten Zeit z. B. mit dem Präventionsgesetz und dem Thema Gender auseinandergesetzt, eine Stellungnahme verfasst für die Bundesrahmenempfehlungen des Präventionsgesetzes und wird häufig von Ministerien zu Positionen angefragt. Zuletzt hat die DGVT-Fachgruppe Frauen auf eine Anfrage vom Ministerium für Gesundheit und Pflege in Bayern reagiert und eine Stellungnahme zu einem Konzept zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und zum bedarfsgerechten Ausbau eines Hilfesystems für gewaltbetroffene Frauen und ihren Kindern abgegeben. Nach Abgabe der Stellungnahme hat man leider nichts mehr vom Ministerium gehört. Problematisch ist die Gewinnung von aktiven jungen Frauen für die Fachgruppe. Von daher wurde überlegt, dass sich die Fachgruppe Frauen in Richtung Genderthemen hin öffnet, damit jüngere KollegInnen gewonnen werden können.

Fachgruppe PsychotherapeutInnen in Ausbildung (PiA AG)

Um die PiAs zu motivieren, den DGVT-Kongress zu besuchen, würden sich die PiAs mehr kostenfreie Veranstaltungen speziell für PiAs wünschen. Sehr schön war am Kongress 2016 die Verleihung des PiA-Preises an die Ausbildungszentren im Rahmen der MV. Dies würden sie gerne in dieser Form beibehalten. Eine neue Idee für 2017 haben die PiA-SprecherInnen auf ihrem letzten Treffen in Rostock besprochen. Es geht um einen Institute-Vergleich im Sinne eines Best-Practice-Verfahrens. Wie könnten bestehende Probleme innerhalb eines einzelnen ABZs gelöst werden und inwiefern könnten andere ABZs z. B. profitieren? Dies wurde auch mit den ABZ-LeiterInnen bereits an einem Treffen im November in Magdeburg besprochen. Bei dem Treffen in Rostock wurde auch über die Vereinsstruktur diskutiert. Hier ging es u. a. um eine mögliche Implementierung eines weiteren Vereinsorgans mit Beschlusskraft, wie z. B. der Aufwertung des Intergremientreffens.

Fachgruppe Verhaltenstherapeutische Versorgung in der Somatischen Medizin

Ihren Anfang nahm die Fachgruppe im Rahmen erster Vorgespräche beim DGVT-Kongress 2014. Zeitnah erhielt die Fachgruppe ein Portrait auf der DGVT-Seite und es begann der Aufbau einer Mailingliste. Am Kongress 2016 fand ein Fachgruppentreffen statt und es wurde ein Symposium organisiert. Ziel der Fachgruppe ist es, ein Forum zu bieten, in dem sich die im Versorgungsfeld Medizin tätigen Kolleginnen und Kollegen austauschen können, und die Verbesserung der klinisch-psycholo-gischen/psychotherapeutischen Versorgung von primär körperlich erkrankten PatientInnen in den verschiedenen Settings des Gesundheitswesens voranzubringen. Wichtig ist es der Fachgruppe außerdem, durch die Teilnahme in verschiedenen Fachgesellschaften und Gremien Netzwerkarbeit zu leisten.

Fachgruppe Kinder und Jugendliche (FG KiJu)

Wie im Bericht (FG KiJu) der RDK bereits erläutert, hat sich das Redaktionsteam der VT KiJu 2016 entschieden, die Herausgabe der Zeitschrift aufzugeben. Die Aufgaben hat nun die Redaktionskommission (RDK) übernommen. Die sog. Aktiven der Fachgruppe haben sich im Januar 2016 in Hannover getroffen. Dies diente primär dem Austausch und der weiteren Planung der verschiedenen Unterarbeitsgruppen innerhalb der Fachgruppe. Hier gibt es z. B. die AG Jugendhilfe oder aber die Kolleginnen, die gemeinsam mit der AWK und einem Ausbildungsinstitut die Praxistage organisieren, die in diesem Jahr in München stattgefunden haben. Im Rahmen der Praxistage hat auch ein Fachgruppentreffen stattgefunden, bei dem Rudi Merod zum Thema Leitlinienentwicklung berichtet hat. Beim Fachgruppentreffen im Rahmen des Kongresses 2016 hat Michael Borg-Laufs einen Vortrag zum Thema „Internettherapie“ gehalten. Beide Treffen waren rege besucht. Beim Kongress hat die Fachgruppe zum ersten Mal zu bestimmten Zeiten zu einem thematischen Schwerpunkt an den Stand der Fachgruppe eingeladen.

Fachgruppe Angestellte

Bei der Gruppe handelt es sich bislang um eine virtuelle Gruppe, die sich im Rahmen einer Mailingliste austauscht. Es gibt eine Reihe engagierter angestellter KollegInnen. Treffen könnten für die Zukunft stattfinden, z. B. anlässlich des Kongresses oder der Workshoptagung.  Inhaltlich hat sich der Austausch v. a. um tarifliche Fragen/Entwicklungen gedreht: 2016 gab es intensive Gespräche zur neuen Eingruppierung von Psychologischen PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen in die Entgeltgruppe 14 im TVöD. Wichtig ist hier, dass die Einstufungen in die Entgeltgruppe 14 nicht automatisch, sondern nur auf Antrag der ArbeitnehmerIn vorgenommen werden. Die neue Entgeltordnung tritt am 01.01.2017 in Kraft. Die DGVT hat hierzu auch Hinweise, die den Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. 2017 ist auch geplant, eine Veranstaltung mit ver.di durchzuführen. In einzelnen Bundesländern gibt es auch Erfolge in Bezug auf Leitungsfunktionen von Psychologischen PsychotherapeutInnen zu vermelden, wie z. B. in Bayern in Forensischen Kliniken oder auch in Rheinland-Pfalz – wie Andrea Benecke anmerkt – wo in einem Krankenhaus eine im Organigramm als Oberarztstelle ausgewiesene Stelle mit einer Psychotherapeutin besetzt wurde und es gibt außerdem eine Stelle in einer Psychiatrie, in der eine PT eine Abteilung leitet, in der eine Ärztin konsiliarisch dazu gerufen wird.

Fachgruppe Niedergelassene

Der Sprecher der FG Niedergelassene, Jürgen Friedrich, wirft zunächst die Frage auf, wieso so viele Neuapprobierte in die Niederlassung wollen. Es liegt seiner Meinung nach daran, dass PiAs in ihrer Praktischen Tätigkeit oft Ausbeutungserfahrungen mit den Institutionen als Arbeitgeber machen. Es mag zwar interessante Arbeitsfelder für Angestellte geben (meist nur für PsychologInnen), oft sind die Anstellungsverträge aber alles andere als attraktiv. Mittlerweile gibt es immer mehr angestellte KollegInnen in MVZs oder in den Praxen der Niedergelassenen. Die Gewinnspanne in der Niederlassung ist jedoch nicht so üppig, als dass hier lukrativere Anstellungsverträge entstehen könnten.

Zahlreiche aktuelle Themen beschäftigen die Fachgruppe Niedergelassene. Neben den Dauerbrennern (jährliche Honorarverhandlungen und länderspezifische Quartalsabrechnungs-Widerspruchstexte) sind das: der PT-Richtlinien-Reformprozess, die Nachvergütungen 2012 – 2015, die 17 KV-Wahlen zu den Vertreterversammlungen und den Fachausschüssen sowie die daraus resultierenden Besetzungen der Gremien auf KBV-Ebene.

Die sich dabei immer wieder ergebenden Aufgaben sind: Informieren und Beraten sowie Positionieren auf der berufspolitischen Ebene, in Abstimmung mit dem Vorstand. Als Beispiele nennt dieser: das Psychotherapie-Richtlinien-Informations-schreiben und einige andere Texte für die Rosa Beilage, die Beratung bei den vielen Fragen in der mit Abstand aktivsten DGVT-Mailingliste niedergelassene@dgvt.de gemeinsam mit der Vereinsjuristin Kerstin Burgdorf sowie die in den KV-Wahlen gewonnenen Vertreter-Positionen in 4 Ländern.

Etliches davon ist Teil des berufsverbandlichen Tagesgeschäfts, das die Bundesgeschäftsstelle immer mehr beschäftigt und von zunehmender Komplexität geprägt ist (bzgl. der Fülle und der Regionalität der Aufgaben). Jürgen Friedrich schlägt daher vor, dass in der verbandlich diskutierten Strukturreform auch die Idee einer Länderstruktur der  Fachgruppe Niedergelassene diskutiert wird: „Analog zu den Länder-KVen bräuchten wir in jedem Bundesland eine ExpertIn als AnsprechpartnerIn“. Damit wäre die bisherige Länderrats-Struktur überfordert, sie gerät schon bezüglich der Landespsychotherapeuten-Kammern an ihre organisatorischen Grenzen.

Weitere Themen, die besprochen wurden, waren die Reform des Psychotherapeutengesetzes, die Weiterbildungsordnung, die Vorbereitungen zum DGVT-Kongress 2018 sowie das 50-jährige Jubiläum im Rahmen des Kongresses 2018. Last not least wurde diskutiert, inwieweit die Strukturen der DGVT den vielfältigen Aufgaben noch angemessen sind.

AUSBILDUNGSREFORM

Nach dem Beschluss des 25. DPT hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eine grundlegende Reform der PsychotherapeutInnen-Ausbildung zugesagt. Die Bundespsychotherapeutenkammer hat dabei die fachliche Unterstützung geleistet und hier einen strukturierten Transitionsprozess in die Wege geleitet. Am Transitionsprozess sind alle relevanten Gruppierungen (Länderrat, Landeskammern, Verbände, Hochschullehrer und weitere Expertengruppen) im Berufsfeld beteiligt. Am 08.11.2016 hat nun die zuständige Staatssekretärin Widmann-Mauz im Rahmen eines Grußwortes Eckpunkte des Ministeriums vorgelegt und gleichzeitig erklärt, dass der Gesetzentwurf nicht mehr in dieser Legislaturperiode in den Bundestag kommen wird. Eine erste Einschätzung dieser Eckpunkte ist in der Rosa Beilage 4/2016 zu finden.

Beim Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) am 19.11.2016 in Hamburg wurden die zentralen Ergebnisse des Transitionsprozesses vorgestellt und vor dem Hintergrund der BMG-Eckpunkte bewertet. Das BMG hat lediglich Details für das Studium erarbeitet. Für eine angemessene Finanzierung der Weiterbildung gab es im Eckpunktepapier keine Hinweise. Die DPT-Delegierten haben dann mit großer Mehrheit für eine Resolution gestimmt, mit der sie die BMG-Eckpunkte begrüßt haben. Zugleich wurde darin gefordert, bei der Weiterentwicklung der Eckpunkte, die im Transitionsprojekt der Bundespsychotherapeutenkammer bisher erarbeiteten Vorschläge für das Approbationsstudium und die Weiterbildung zu berücksichtigen. Nicht zugestimmt wurde dem vorgelegten Passus einer Interimslösung, die Zugänge und Finanzierung der praktischen Tätigkeit vorab zu regeln. Der Präsident der Psychotherapeutenkammer sah in der Interimslösung die Gefahr, dass der Bachelor als berufsqualifizierender Abschluss damit wieder auf der Agenda stehen würde.

Man darf davon ausgehen, dass die Eckpunkte des BMG Grundlage dessen sind, was das Ministerium in Bezug auf die Reform des Psychotherapeutengesetzes vorhat.

Weiterbildungsordnung

Die Argumente für oder gegen eine Weiterbildung zum Erwerb von besonderen Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in der psychotherapeutischen Tätigkeit werden seit vielen Jahren in der DGVT sowohl in der Mailingliste als auch in den Sitzungen der Gremien ausgetauscht. Es hat sich gezeigt, dass es hier keine einheitliche Position gibt. Allerdings ist offenbar eine große Mehrheit dafür, mit Weiterbildungen sehr zurückhaltend zu sein. Für viele KollegInnen sind Fortbildungen anstelle von Weiterbildungen der geeignete Weg, um nach der Approbation zusätzliche Fachkenntnisse zu erwerben bzw. zu vertiefen.

30. Kongress für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung und 50-jähriges Jubiläum der DGVT

Die Planungsgruppe für den DGVT-Kongress 2018 hat ihre Arbeit aufgenommen; der 1. Aufruf zur Mitarbeit lag der VPP 4/2016 bei. Sie finden ihn auch auf der Hompage unter dgvt-kongress.de. Es wird der 30. Kongress in der mittlerweile 50-jährigen Geschichte der DGVT sein. DGVT und Geschichte der DGVT lebt für, mit und von ihren Mitgliedern. Dies wollen wir sichtbar machen im Rahmen des Jubiläums. Welche Interessen haben Sie, wo sind Sie, unsere Mitglieder, noch engagiert? Für welche Inhalte und Werte stehen Sie? Beteiligen Sie sich an der Vorbereitung und planen Sie den Kongress-Termin vom 28. Februar bis 4. März 2018 in Berlin ein und seien Sie dabei.

Strukturdebatte – müssen die Vereinsstrukturen verändert werden?

Die Gremien haben sich auf nachfolgende Ziele geeinigt:

-        Transparente und partizipative Gestaltung von Entscheidungsstrukturen innerhalb des Verbands und der Verbandsgremien

-        Sicherstellung der Beteiligung aller Gremien und Fachgruppen an Entscheidungsprozessen und Stellungnahmen des Vorstands/des Verbands

-        Vergewisserung des gemeinsamen Ganzen/ des Markenkerns

-        Sicherstellung von Arbeitsfähigkeit und Effizienz als Verein

-        Verbesserung von Vernetzung und kommunikativem Austausch

-        Ausweitung von Ressourcen (finanziell, personell?)

-        Gewährleisten von fachlicher Auseinandersetzung und Weiterentwicklung

Eine Arbeitsgruppe (Steuerungsgruppe) soll eingesetzt werden, die vor dem Hintergrund der Ziele die bisherigen Strukturen prüfen und ggf. nützlichere und hilfreichere Strukturen entwickeln soll. Änderungsvorschläge sollen bis zum Intergremientreffen 2017 (Termin: 24./25.11.2017) vorgelegt werden.

Waltraud Deubert


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