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GESUNDHEITSPOLITISCHE NOTIZEN


Unterschiede nehmen weltweit zu

Bei den Gesundheitsausgaben der Staaten gibt es weltweit große Unterschiede – der Abstand zwischen armen und reichen Ländern ist seit den 1990er Jahren größer geworden. Das geht aus einer Studie des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) aus Seattle (USA) hervor, die anlässlich der Frühjahrstagung der Weltbank im April veröffentlicht wurde. Darin wurden die Ausgaben zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten international verglichen.

Die Studie ergab, dass Pro Kopf und Jahr die Ausgaben von Staat und Bürger in den USA zum Beispiel bei 9.237 US-Dollar liegen, in Somalia hingegen nur bei 33 US-Dollar. Ursächlich für die beträchtlichen Divergenzen seien unter anderem Unterschiede bei dem Anteil, den Staaten an den gesamten Gesundheitskosten tragen, so die Studie. In armen Länder liegen diese bei gerade einmal 20 Prozent, wohingegen es in reicheren Ländern über 90 Prozent sind. Ein Rückgang der Ausgaben für die Behandlung von HIV/AIDS sowie die international nachlassende Spendebereitschaft reicherer Länder seien weitere Gründe.

Joseph Dielemann, Autor der Studie, prophezeit ein Anhalten der derzeitigen Entwicklung. In einigen reicheren Ländern würden, so der Wissenschaftler, die Ausgaben für die Gesundheit stärker ansteigen, als die der Wirtschaft. In den USA beispielsweise erwarte man – gemessen am Anteil des Bruttoinlandsprodukts bis zum Jahr 2040 einen Anstieg der Ausgaben von 16,6 Prozent auf 18,5 Prozent.

Professor Peter Sheehan vom Victoria Institute of Strategic Economic Studies der Universität in Melbourne (Australien) rät ärmeren Ländern zu Präventionsprogrammen, könnten diese doch bereits mit feinem finanziellen Einsatz große Wirkung zeigen. Sheehan führte dazu aus, dass bereits „eine Investition von 4,6 US-Dollar pro Kopf in die körperliche, geistige und sexuelle Gesundheit […] das zehnfache der Wirtschaftsleistung generieren [könne].

Quelle: Dr. med. Mabuse, Nr. 227, Mai/Juni 2017, 42. Jg.

Leitfaden für ehrenamtliche Besuchsdienste in der Geriatrie

Der „Leitfaden zum Aufbau und zur Weiterentwicklung ehrenamtlicher Besuchsdienste in der Geriatrie“ basiert auf den Ergebnissen eines im Jahre 2012 gestarteten bundesweiten Wettbewerbs und einer im Anschluss daran entwickelten Handreichung. Aus den Erkenntnissen wurde ein Konzept für den Ausbau und die Weiterentwicklung von ehrenamtlichen Besuchsdiensten entwickelt. In den Jahren 2015 und 2016 wurde es in einem Pilotversuch erfolgreich in geriatrischen Kliniken erprobt. Der Leitfaden kann kostenlos heruntergeladen werden.

Weitere Infos:www.stiftung-proalter.de

Quelle: Blätter der Wohlfahrtspflege, Mai/Juni 2017, 164. Jg.

Broschüre zum Persönlichen Budget

Seit 2008 gibt es einen Rechtsanspruch auf ein Persönliches Budget. Menschen mit Behinderung können wählen, ob sie die Unterstützung als Sachleistung bekommen wollen oder lieber als Geldbetrag. Mit diesem Geld können sie sich dann die Unterstützungsleistung selbst organisieren und bezahlen. Grundlage des Persönlichen Budgets ist eine Zielvereinbarung zwischen dem leistungsberechtigten Menschen und dem Leistungsträger. Eine neue Broschüre des Landschaftsverbandes Rheinland liefert dazu umfangreiche Informationen und erzählt von Menschen, die das Persönliche Budget bereits nutzen. Das Heft beinhaltet zudem eine Zusammenfassung und ein Fallbeispiel in Leichter Sprache. Das Heft steht im Internet kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung.

Weitere Infos:www.lvr.de

Quelle: Blätter der Wohlfahrtspflege, Mai/Juni 2017, 164. Jg.

Materialien zu Schutzkonzepten in Flüchtlingsunterkünften

Mit dem Launch der Website www.gewaltschutz-gu.de haben BMFSFJ und UNICEF Materialien und Instrumente veröffentlicht, die bei der Erstellung und Umsetzung von Schutzkonzepten in Flüchtlingsunterkünften verwendet werden können. Die Materialen sind in einer Toolbox zusammengefasst und geben Schritt für Schritt konkrete Hilfestellungen bei einer Bedarfs- und Risikoanalyse.

Quelle: Informationen des Paritätischen

Broschüren zum Thema „Pflege“

Das Bundesministerium für Gesundheit hat im April 2017 auf seiner Homepage verschiedene Broschüren zum Thema Pflege veröffentlicht.

Der "Ratgeber Pflege. Alles, was Sie zur Pflege und zu den Pflegestärkungsgesetzen wissen müssen" bietet einen umfassenden Überblick zum Thema Pflege in den Kapiteln (1) Individuelle Absicherung bei Pflegebedürftigkeit, (2) Leistungen der Pflegeversicherung, (3) Pflege von Angehörigen zu Hause, (4) Beratung im Pflegefall und (5) Qualität und Transparenz in der Pflege. In einem Glossar sind zudem wichtige Begriffe zum Nachschlagen zusammengefasst.

Die Broschüre "Die Pflegestärkungsgesetze – Das Wichtigste im Überblick" bietet Informationen rund um die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs  und gibt Antworten auf die Frage: Was hat sich durch die Pflegestärkungsgesetze  für Pflegebedürftige, was für deren Angehörige und Pflegekräfte geändert?

Die Broschüre "Die Pflegestärkungsgesetze"  bietet einen Überblick über die häusliche Pflege und beantwortet die häufigsten Fragen im Zusammenhang mit der Pflege von Angehörigen im häuslichen Umfeld. Dabei sind die Neuerungen aus dem Pflegestärkungsgesetz I hervorgehoben, um die konkreten Leistungsänderungen zu verdeutlichen.

Alle drei Broschüren können unter folgendem Link eingesehen bzw. von dort heruntergeladen werden.

Weitere Infos: www.pflegestaerkungsgesetz.de/info-angebote/informationsmaterial/

Quelle: Informationen des Paritätischen

Berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen

Für die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt gibt es unterschiedliche Förderungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer/innen. REHADAT hat  für die Suche nach Fördermöglichkeiten für die berufliche Teilhabe von (schwer)behinderten Menschen in Deutschland  eine App veröffentlicht. Arbeitgeber, Berater und Betroffene können einerseits nach bundesweiter Regelförderung oder nach Sonderförderprogrammen der Länder suchen. Laut REHADAT sind zum jetzigen Zeitpunkt über 50 verschiedene Fördermöglichkeiten vorhanden.

Weitere Informationen können unter folgendem Link eingesehen werden: http://www.talentplus.de/nachrichten-archiv/20170620

Die kostenlose Förderfinder-App ist hier erhältlich:

•    https://play.google.com

•    https://itunes.apple.com

Quelle: Informationen des Paritätischen

Waltraud Deubert


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