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Protokoll der Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) e.V.


TOP 1         Eröffnung und Wahl des Versammlungsleiters

Für den Vorstand eröffnet Wolfgang Schreck die Mitgliederversammlung und begrüßt die Anwesenden zur Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie. Er schlägt Mechthild Greive als Versammlungsleiterin vor. Die Anwesenden stimmen  dem Vorschlag per Akklamation zu. Mechthild Greive nimmt die Wahl an und übernimmt die Moderation. Sie bedankt sich für das Vertrauen und begrüßt alle herzlich im Namen der DGVT. Sie hofft, dass die Versammlung in guter und konstruktiver Zusammenarbeit stattfinden wird.

Mechthild Greive erläutert die Regularien und den Ablauf der Mitgliederversammlung. Zunächst wird festgestellt, dass 52 Stimmberechtigte DGVT-Mitglieder anwesend sind. Gäste, die Nicht-Mitglieder sind, sind nicht anwesend.

Sie erläutert die Möglichkeit, Geschäftsordnungsanträge durch das Anheben beider Hände zu stellen. Diese Anträge werden immer sofort behandelt. Andere Anträge müssen hingegen schriftlich eingereicht werden. Anträge zu Satzungsänderungen sind nicht mehr möglich, da die in der Satzung vorgesehene Frist nicht mehr eingehalten werden kann. Außerdem erläutert sie den Umgang mit der Stimmkarte (gelbe Stimmkarte für offene Wahlen, blaue Stimmkarten für geheime Wahlen). Anträge und Wahlen sind angenommen, wenn es eine einfache Mehrheit gibt, d.h. 50% der abgegebenen Stimmen plus eine Stimme. Enthaltungen werden hierbei nicht berücksichtigt.

Es werden zwei WahlhelferInnen vorgeschlagen, Renate Hannak-Zeltner und Franz Josef Kanz. Bei Enthaltung für die eigene Person wird die einstimmige Wahl von den beiden angenommen.

TOP 2         Beschlussfassung über die Tagesordnung

Der den Anwesenden vorliegende Vorschlag für die Tagesordnung wird ohne Änderung einstimmig angenommen.

TOP 3         Beschlussfassung über das MV-Protokoll vom 26.03.2016,
veröffentlicht in der VPP 2/2016, S. 419 ff.

Es sind keine Änderungsvorschläge zum Protokoll eingegangen und es werden keine weiteren Änderungswünsche geäußert.  Das Protokoll gilt damit als genehmigt.

TOP 4         Bericht des Vorstands - Rechenschaftsbericht des Vorstands der DGVT e. V. für das Jahr 2016

Wolfgang Schreck erklärt, welches Mitglied des geschäftsführenden Vorstands welchen Punkt des Rechenschaftsberichts erläutern wird. Folgende Punkte werden benannt:

§  Strukturdebatte (Judith Schild)

§  Gesundheits- und fachpolitische Positionen und Initiativen – Stellungnahmen der DGVT - Fachpolitik in den Ländern und den Psychotherapeutenkammern - Kooperation mit anderen Verbänden (Wolfgang Schreck)

§  Mitarbeit an der Entwicklung von Leitlinien – Forschungsförderung (Rudi Merod)

§  Ausbildungsakademie (Günter Ruggaber) - Zur Reform der Psychotherapieausbildung (Wolfgang Schreck)

§  Personal - Mitgliederentwicklung - Mailinglisten – Finanzen (Wolfgang Schreck)

§  Aussprache

Strukturdebatte – Ziele

Judith Schild gibt einen Rückblick, wodurch die Strukturdebatte angestoßen wurde und welche Ziele formuliert wurden. Es geht darum, transparente und partizipative Entscheidungsstrukturen zu gestalten, die Beteiligung aller Gremien und Fachgruppen an Entscheidungsprozessen und Stellungnahmen sicherzustellen, sich des gemeinsamen Ganzen und des Markenkerns der DGVT zu vergewissern, die Arbeitsfähigkeit und Effizienz als Verein sicherzustellen, die Vernetzung der Gremien und Fachgruppen und den kommunikativen Austausch zu verbessern, Ressourcen auszuweiten und die fachliche Auseinandersetzung und Weiterentwicklung zu gewährleisten.

Um Wege zu finden, die Ziele umzusetzen, wurde die AG Strukturdebatte gegründet - das erste Treffen wird im Mai 2017 stattfinden. Aufgrund der TeilnehmerInnenzahl wurden Untergruppen gebildet. Judith Schild erläutert die Aufgaben der drei Untergruppen.

Gruppe 1            beschäftigt sich mit kurzfristig veränderbaren Problemen bzw. schnell umsetzbaren Lösungen, wie z. B. das MentorInnenprogramm von Mechthild Greive, gremienübergreifende Zusammenarbeit usw.

Gruppe 2            beschäftigt sich mit der Frage, welche Struktur könnte die DGVT haben, wenn man sie ganz neu denken würde. Welche Aufgabenschwerpunkte haben DGVT und DGVT-BV und in welcher Struktur können diese Aufgaben am besten bewältigt werden. Die alten gewachsenen Strukturen sollen kritisch betrachtet werden und ein Brainstorming losgelöst von den vorhandenen Strukturen möglich sein.

Gruppe 3            entwickelt Ideen, wie die vereinbarten Ziele mit möglichst wenig Intervention („minimalinvasiv“) erreicht werden können.

Die Gruppen sollen sich mit den Gremien und Fachgruppen, aber auch mit außenstehenden Personen, die etwas beitragen könnten, austauschen. Ziel ist, beim Intergremientreffen 2017 Ergebnisse vorzustellen.

Gesundheits- und fachpolitische Positionen und Initiativen

Wolfgang Schreck stellt die DGVT-Positionierungen und Stellungnahmen zu folgenden Themen vor:

- Neufassung SGB VIII – Rechtsansprüche in der Jugendhilfe

- Psychiatrie-Entgeltsystem (PEPP): Verbesserung der Versorgung von schwer und chronisch kranken Menschen

- Bundesteilhabegesetz

- Gesundheit und Pflege

- Asyl und Flüchtlingspolitik

- Medienberichte über Amok- und Terror-Täter 

- Internettherapie: Nutzung elektronischer Kommunikationsmedien in der Psychotherapie 

- „Novellierung des Psychotherapeutengesetzes“, den „Details einer Approbationsordnung“ und den „Eckpunkten der Weiterbildung“ 

Fachpolitik in den Ländern und den Psychotherapeutenkammern

Hier gab es folgende Aktivitäten:

o   Regelmäßige regionale Mitgliederversammlungen, teilweise mit einem integrierten Fortbildungsangebot

o   Die LändervertreterInnen berichten regelmäßig in der VPP bzw. der Rosa Beilage über ihre Aktivitäten

o   Sowohl in den Landespsychotherapeutenkammern als auch der Bundespsychotherapeutenkammer sind DGVT-Delegierte sowohl im Vorstand als auch in den verschiedenen Ausschüssen gut vertreten.

o   2016 fanden in Hessen und Rheinland-Pfalz Wahlen zur Landespsychotherapeutenkammer statt. Die Ergebnisse der Wahlen in Bayern liegen ganz aktuell vor. Sie sind auf der DGVT-Homepage veröffentlicht.

o   Die Delegierten der DGVT-Fraktion des Deutschen Psychotherapeutentages einigten sich 2016 auf eine Verfahrensregelung der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Information

Kooperation mit anderen Verbänden

Wolfgang Schreck stellt die Verbände vor, in denen der Vorstand mitwirkt oder die DGVT Mitglied ist:

•       GK II - Gesprächskreis der Psychotherapeutenverbände

•       Deutscher Dachverband für Beratung (DGfB)

•       Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband

•       Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit (ABSG)

•       Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG)

•       Verbandskonferenz der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM)

•       Dachverband Deutschsprachiger Psychosen Psychotherapie (DDPP)

•       Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsträger (BAG)

•       u.a.

Gesundheits- und fachpolitische Aktivitäten, Mitarbeit an der Entwicklung von Leitlinien – Endphase

Rudi Merod erläutert, warum die Mitarbeit an der Weiterentwicklung von Leitlinien außerordentlich wichtig ist. Durch das SGB V, § 135a „Verpflichtung der Leistungserbringer zur Qualitätssicherung“, sind alle PsychotherapeutInnen direkt in ihrer Arbeit von Leitlinien betroffen. Bringt man sich ein, kann die Qualität der Behandlung weiterentwickelt werden. Hauptproblem ist aus Sicht von Rudi Merod derzeit, dass die Mitglieder der Leitlinienkommissionen oft ideologisch und nicht auf Basis der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage argumentieren. Zudem sei die Zusammensetzung der Kommissionen politisch geprägt.

Folgende Leitlinien wurden unter Beteiligung der DGVT mittlerweile verabschiedet:

•       Depression bei Kindern und Jugendlichen

•       Suizidalität und selbstverletzendes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen

•       Diagnose und Therapie von Autismus-Spektrum-Störung im Kindes-, Jugend- u. Erwachsenenalter

•       Angst bei Kindern und Jugendlichen

•       Diagnostik und Behandlung des Depersonalisations-Derealisationssyndroms

•       Unipolare Depression – Überarbeitung

•       Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD)

Er macht darauf aufmerksam, dass die drei folgenden Leitlinien aufgrund umfangreicher Diskussionen noch nicht verabschiedet werden konnten:

1.       Psychosoziale Therapie bei schweren psychotischen Störungen

2.       Schizophrenie

3.       ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Die Diskussion sei ideologisch geführt worden, in der er den Eindruck hat, dass Fakten ignoriert werden.

Die DGVT-Ausbildungsakademie 2016 im Überblick

Günter Ruggaber, Geschäftsführer der DGVT-Ausbildungsakademie, berichtet über die Ausbildungsakademie mit insgesamt 19 Standorten der DGVT-Ausbildungszentren. 2016 begonnen ca. 500 AusbildungsteilnehmerInnen  mit der Ausbildung, von denen ca. 90% DGVT-Mitglieder wurden.

Etwa 2800 TeilnehmerInnen sind noch in Ausbildung. Jedes 3. bis 4. DGVT-Mitglied ist demnach PsychotherapeutIn in Ausbildung. 20% aller PiAs in Deutschland werden über die Ausbildungsakademie ausgebildet.

Die Ausbildungsakademie beschäftigte sich auch 2016 schwerpunktmäßig mit der Ausbildungsreform, zu der sie, die DGVT, andere Ausbildungsträger in der BAG und verschiedene Verbände gemeinsame Stellungnahmen verabschiedeten und veröffentlichten.

2016 wurde an der Entwicklung eines eigenen Psychotherapielehrbuchs weiter gearbeitet, das im Herbst 2017 mit dem Titel „Das Lehrbuch. Verhaltenstherapie - Was sie kann und wie es geht“ veröffentlicht werden wird.

Neben dem Kurssprechertreffen wurde 2016 erstmals ein „Round-Table-Gespräch“ mit mehreren ABZ-Leitungen und PiA-AG-SprecherInnen durchgeführt, um sich zu wichtigen Themen auszutauschen.

An der DGVT-Strukturreformdebatte ist die Ausbildungsakademie aktiv beteiligt, Lothar Duda vertritt die Ausbildungsakademie in den Arbeitsgruppen.

Sprecher der Ausbildungsakademie war bisher Alfred Luttermann. Hier gab es Neuwahlen und diesmal wurde ein Sprecherteam gewählt. Sandra Münstermann und Alfred Luttermann nehmen gemeinsam die Aufgaben wahr.

Änderungen gab es bei den Ausbildungszentren. Das ABZ Bodensee in Friedrichshafen ist 2016 nach Konstanz umgezogen, dazu gab es im Frühjahr 2016 ein Eröffnungssymposium. Ab dem 01.04.2017 wird das Ausbildungszentrum KJP Hamburg von Armin Kuhr geleitet. Träger bleibt weiterhin die Ausbildungsakademie.

Zum Schluss stellt Günter Ruggaber einen Ausblick für 2017 vor. Im Juni 2017 wird es an der Uni Bern eine Jubiläumsveranstaltung geben, da die Master-Kooperation mit der Uni Bern nun seit fünf Jahren besteht.

Eine Herausforderung stellt die Implementierung der Neuerungen der PT-Richtlinie dar, weshalb sich die Gesellschafterversammlung damit schwerpunktmäßig auf ihrer nächsten Sitzung im Mai beschäftigen wird.

Ab dem 01.04.2018 werden die Honorarsätze für Lehrkräfte um 5 Euro pro Stunde angehoben, dementsprechend müssen die Ausbildungsgebühren für neu startende Lehrgänge ab 01.10.2017 angepasst werden.

Weitere Planungen betreffen das An-Institut des Ausbildungszentrums Bodensee. Kernthema des An-Instituts ist die bessere Verzahnung der Approbationsausbildung und Hochschulpromotionen. Der Lehrstuhl für klinische Neuropsychologie hat einen Schwerpunkt in der Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen. Es wird geplant, diesen Schwerpunkt am Ausbildungszentrum Bodensee als eigenes Modul für die freie Spitze zu installieren. Außerdem gibt es Bemühungen, sich um den deutschen Integrationspreis zu bewerben, der mit 40.000 Euro dotiert ist und das Projekt deutlich voranbringen würde.

Ausbildungsreform

Wolfgang Schreck stellt den bisherigen Verlauf der Entwicklungen und die Aktivitäten zur Ausbildungsreform vor:

•       Beschluss des 25. Deutschen Psychotherapeutentages (DPT)

•       Transitionsprozess der BPtK - Beteiligung aller relevanten Gruppierungen

•       08.11.2016  Eckpunkte des BMG - lediglich Details für das Studium, keine Ausführungen zur Finanzierung einer Weiterbildung. Stellungnahme der DGVT und der DGVT-Ausbildungsakademie zum Eckpunktepapier veröffentlicht.

•       Beim  DPT am 19.11.2016 in Hamburg Ergebnisse des Transitionsprozesses und Bewertung vor dem Hintergrund der BMG-Eckpunkte.

•       Forderung: die im Transitionsprojekt der BPtK erarbeiteten Vorschläge für das Approbationsstudium und die Weiterbildung zu berücksichtigen.

•       Keine Zustimmung für eine Interimslösung - die Zugänge und Finanzierung der praktischen Tätigkeit vorab zu regeln.

•       Am 24.11.2016 Gespräch im BMG mit den Verbänden

•       Das BMG hat Beratungen mit den Ländern aufgenommen und  Arbeitsgruppen eingerichtet.

•       Aktuell Stellungnahme zum Eckpunktepapier gemeinsam mit einem Verbändekreis von zwölf Verbänden

•       Ausblick: 04.04.2017 Plenum Transition Bundeskammer (BMG-Bericht zum Stand: Frau Knufmann-Happe)

Bildungsreise der DGVT

Rudi Merod berichtet von der Bildungsreise nach Argentinien, die von der DGVT unter der Leitung von Klaus Bickel durchgeführt wurde. Es sei eine spannende, sehr empfehlenswerte, aber auch anstrengende Reise gewesen. Ziel war, sich das Gesundheitssystem in Argentinien und Uruguay anzuschauen. Auffallend sei gewesen, dass es dort einen ganz anderen Umgang mit Psychotherapie gibt. Er wird dazu einen Bericht schreiben.

Mitgliederentwicklung

Judith Schild stellt die Mitgliederentwicklung anhand von zwei Folien dar.  Es ist ein kontinuierliches Mitgliederwachstum festzustellen (2004: 4.500 Mitgliedern; Ende 2016: 8.316 Mitglieder (aktuell 8.365)). Der Altersdurchschnitt beträgt 43,9 Jahre. Der Mitgliederstand Ende 2016 (8.316) weist deutlich mehr Frauen (6.269) als Männer (2.047) aus.

Aktuelle Mailinglisten der DGVT

Judith Schild berichtet, dass sich die Mailinglisten einer weiter zunehmenden Beliebtheit erfreuen. Judith Schild betont, dass die Mailinglisten einen zunehmend wichtigen Rahmen bieten, um mit Mitgliedern in Kontakt zu treten, sich auszutauschen und Informationen hineinzugeben. Angestrebt wird eine Optimierung der Mailinglisten. Dazu gibt es bereits einige Ideen.

Personal

Wolfgang Schreck bedankt sich im Namen des Vorstands bei den MitarbeiterInnen der Geschäftsstelle in Tübingen und bei den Ehrenamtlichen für ihre gute Arbeit, die dafür gesorgt hat, dass der Vorstand und der Verein ihre Aufgaben erfüllen konnten. In der Bundesgeschäftsstelle in Tübingen arbeiten mittlerweile 17 Personen auf 13 Stellen. Hinzu kommen zwei Auszubildende für den Beruf „Kauffrau für Büromanagement“.

Im DGVT-Verlag arbeiten vier festangestellte MitarbeiterInnen auf 2 2/3 Stellen sowie eine geringfügig Beschäftigte und eine Honorarkraft.

Aussprache

Mechthild Greive eröffnet die Aussprache zum Vorstandsbericht.

Es wird nachgefragt, warum die Mailingliste „Niedergelassene“ nicht aufgeführt war. Judith Schild erklärt, dass diese Liste zum DGVT Berufsverband gehört und damit in dessen MV behandelt wird. Es wird nochmals betont, dass die Mailinglisten ein wichtiger Teil des Vereinslebens sind, da hier im Alltag ein direkter Kontakt zu den Mitgliedern besteht. Einige Dinge bzgl. technischer Umsetzung und Handhabung der Diskussionen sollten jedoch hinsichtlich möglicher Optimierungen geprüft werden.

Auch die Arbeit der Leitlinienkommissionen wird nochmals diskutiert. Im Hinblick auf Rudi Merods Aussage, dass die Diskussionen dort oft ideologisch geführt würden, kommt die Frage auf, ob die Mitglieder nicht ihre Interessenskonflikte offenlegen müssten. Dies sei zwar der Fall, meint Rudi Merod, allerdings erfolge die Besetzung der Kommissionen eher nach berufs- bzw. standespolitischen Gesichtspunkten, sodass die Machtverhältnisse derzeit zugunsten der Ärzte und Pharmafirmen lägen. Man ist sich insgesamt einig, dass es sehr wichtig sei, hier mehr Einfluss auszuüben. Die Leitlinien an sich sind positiv zu bewerten, da sie Grundstandards für die Therapieinhalte formulieren. Bringt man sich in die Weiterentwicklung der Leitlinien ein, können Inhalte im positiven Sinne beeinflusst werden.

Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Form der Einflussnahme der DGVT auf die weiteren Entwicklungen bzgl. der Ausbildungsreform.  Dabei werden folgende Argumente vorgebracht:

- Derzeit sehe es so aus, als würden einige Kernforderungen der DGVT, so z. B., dass die Finanzierung der Weiterbildung geklärt sein müsse, oder dass die Versorgung von Kindern und Jugendlichen sich nicht verschlechtern dürfe, nicht erfüllt werden. Es sei die Frage, was noch passieren müsse, damit die DGVT „aussteigt“.

- Dem wird entgegengehalten, dass unklar sei, wie ein solcher „Exit“ denn überhaupt aussehen bzw. was man damit erreichen könne. Es sei wichtig, sich weiter in den Kammern einzubringen und sich dort für unsere Positionen einzusetzen. Zudem wird die Diskussion in den Kammern als durchaus seriös und vielschichtig wahrgenommen.

- Es wird darauf hingewiesen, dass nicht die Kammern sondern die Politik Gesetze verabschiedet und man letztlich nicht wissen könne, inwieweit die Politik den Vorstellungen der Kammern folgen werden. In den Kammern wird viel inhaltlich und über Qualität nachgedacht, während für die Politik z. B. sicher auch die Finanzierbarkeit eine sehr zentrale Rolle spielen wird.

- Wie groß der Einfluss der Kammern letztlich ist, wird unterschiedlich beurteilt. Es gibt unter anderem die Ansicht, sich eher auf andere Akteure, z. B. aus den Bereichen Rentenversicherung und Landespolitik, zu konzentrieren. Zudem sollte eine „rote Linie“ definiert werden, an der die DGVT klar sagt, dass man einen Gesetzesentwurf in dieser Form nicht mittrage.

- Es wird darauf hingewiesen, dass sich ein Engagement in den Kammern und das Zugehen auf andere Akteure nicht ausschließen.

TOP 5         Finanzbericht des Vorstands

Finanzbericht

Wolfgang Schreck stellt die Erlöse und Aufwendungen für das Jahr 2016 dar. Insgesamt zeigt sich, dass die DGVT finanziell „gesund“ ist und einen Überschuss erzielen konnte, der direkt in die Rücklagen fließt.

Beim Jahresergebnis beliefen sich die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen auf 891.757,50 Euro. Die Erlöse der Fort- und Weiterbildung betrugen 320.550,59 Euro, des Kongresses 206.750,79 Euro, die sonstigen betrieblichen Erlöse kamen auf 596.957,86 Euro (Abgaben von Ausbildung, DGVT-Berufsverband und Verlag, Markenabgabe, Personalausleihe, Miete). Dem stehen Aufwendungen von insgesamt 1.919.056,25 Euro gegenüber.

Aufwandsentschädigung

Innerhalb der DGVT kam immer wieder eine Diskussion darüber auf, ob Gremienmitglieder eine Aufwandsentschädigung erhalten sollten und, wenn ja, wie diese aussehen könnte. Beim Intergremientreffen 2016 wurde vereinbart, hier verschiedene Varianten durchzurechnen und im Verband zu diskutieren. Waltraud Deubert und Kerstin Burgdorf stellen die verschiedenen Varianten der Entschädigungen sowie die Ergebnisse der Umfrage, die unter den Gremien dazu durchgeführt wurde, vor.

1. Variante:        Vergünstigungen (Erhöhung Tagegeld, 1. Klassefahrt, Kilometergeld, Arbeitsessen, bessere Hotels etc.)

2. Variante:        Finanzieller Ausgleich für Zeiten, in denen man einen tatsächlichen Verdienstausfall hat. (mit

Nachweis, also nicht an Wochenenden oder abends, plus Fahrt- und Übernachtungskosten)

3.Variante:         Bürokostenpauschale (250,- bis 450,- Euro/Jahr)

4. Variante:        Honorartätigkeit (bei Nutzung besonderer Qualifikation / Expertise, im Auftrag des Vorstands)

Die Befragung der Gremien ergab folgendes Bild:

Die Mehrheit der befragten Kommissionsmitglieder spricht sich für die Fortführung des Ehrenamts aus, würde sich aber über eine großzügigere Auslegung der Reisekostenrichtlinien (Variante 1) als Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit freuen.

Variante 2 als 1 zu 1 Entschädigung lehnen fast alle ab, vorstellbar wäre für einige eine Aufwandsentschädigung analog der Psychotherapeutenkammern mit einer Versuchsphase.

Variante 3 wird als "Gießkannenprinzip" meist abgelehnt

Variante 4 wird von allen unterstützt, der Vorstand soll für begrenzte, zeitintensive Projekte Honorarverträge vergeben können. Waltraud Deubert weist darauf hin, dass dies auch derzeit bereits ab und an so gehandhabt wird.

Neben der Befragung der Gremien hat auch eine Prüfung der vier Varianten durch einen Wirtschaftsprüfer mit folgendem Ergebnis stattgefunden:

Grundsätzlich ist der Vorstand eines gemeinnützigen Vereins nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ehrenamtlich tätig. Das Steuerrecht folgt hier dem BGB. Im gemeinnützigen Verein sind Auslagenersatz (wie Reisekosten, Büromaterial etc.) und auch die Aufwandspauschale (Tagegeld für Verpflegungsmehraufwand im steuerlichen Rahmen) möglich sowie die Zahlung einer Bürokostenpauschale, die allerdings genau definiert sein muss (was ist enthalten?) und den üblichen Rahmen nicht überschreiten darf. Auch die Vergabe von Expertisen gegen ein angemessenes Honorar kann der Vorstand in Auftrag geben. Eine Aufwandsentschädigung, wie sie z. B. bei den Psychotherapeutenkammern üblich ist, ist ohne Zustimmung der MV und entsprechende Satzungsänderung sowie ohne vorherige Absprache mit dem Finanzamt nicht möglich. Eine Aufwandsentschädigung, die den Zeitaufwand der Gremien entschädigen soll, ist mit dem Status eines gemeinnützigen Vereins nur sehr schwer vereinbar  und führt schnell zum Verlust der Gemeinnützigkeit.

Die Geschäftsstelle hat zudem einige Modellberechnungen angestellt, die veranschaulichen, was die verschiedenen Varianten für die Finanzen des Vereins bedeuten. Dabei zeigt sich, dass die Auszahlung von Aufwandsentschädigungen - natürlich abhängig von der Höhe des Honorars - hohe Kosten verursachen würde, die sicher eine Anpassung der Vereinsstruktur und der Einnahmesituation zur Folge haben müsste. Die Zahlung einer Büropauschale wäre wohl auch in den bisherigen Strukturen umsetzbar. Dies ergibt bei 250-450 Euro/Jahr bei rund 70 ehrenamtlichen Funktionären im Verein einen Betrag zwischen 17.500 – 31.500 EUR/Jahr.

Nach der Präsentation ergab sich bei folgenden Punkten eine Diskussion:

- Die Büropauschale ist umsetzbar, allerdings gibt es Gegenargumente: der eigentliche Aufwand der ehrenamtlichen Tätigkeit sei damit auch nicht abgedeckt und jede/r würde gleich viel bekommen, egal welchen Aufwand (z. B. Wahrnehmung von Terminen) er/sie tatsächlich hatte.

- Aufwandsentschädigungen im großen Stil würden sicher das Gesicht des Vereins stark verändern. Eventuell könnten z. B. viele Treffen nicht mehr durchgeführt werden. Der persönliche Austausch wird aber sehr geschätzt. Es wird dafür plädiert, hier auf keinen Fall überstürzt zu handeln. Es wurde auch die Frage in den Raum gestellt, ob diese Variante überhaupt gewünscht ist (s. Gremienbefragung) und ob man nicht unnötigerweise darüber diskutiert? Hier wurde entgegnet, dass eine ernsthafte Diskussion stattfinden soll, da die Anforderungen an das Ehrenamt wachsen und vor allem für die Niedergelassenen der Verdienstausfall besonders relevant zu sein scheint. Es wird zudem angesprochen, dass eine Unterscheidung zwischen gemeinnützigem Verein und dem Berufsverband nötig sei.

Der Vorstand sagt zu, die Diskussionen innerhalb der Gremien weiter zu führen und auch, dass keine überstürzten Beschlüsse gefasst werden. In der nächsten MV werden ggf. bereits entsprechende Vorschläge zur Entscheidung vorgelegt.

TOP 6         Bericht der Kassenprüfer

Ergänzend zum vorgelegten schriftlichen Bericht erläutern Franz-Josef Kanz und Renate Hannak-Zeltner:

Die Kassenprüfung wurde von den  KassenprüferInnen Renate Hannak-Zeltner und Franz-Josef Kanz satzungsgemäß am 24.03.2017 und am 25.03.2017 in der Geschäftsstelle durchgeführt. Von Seiten der Geschäftsstelle standen den KassenprüferInnen Dagmar Reichert und Waltraud Deubert für Fragen zur Verfügung. Die Kassenprüfung erfolgte stichprobenartig nach einer bewussten Auswahl. Fast alle Punkte waren ohne Beanstandung.

Die Trennung von DGVT, AusbildungsAkademie und DGVT-Berufsverband wurde weiterhin sauber durchgehalten, was einen erheblichen Mehraufwand bedeutet. Die Aufzeichnungen in der Geschäftsstelle sind gut geordnet, vollständig, fortlaufend und zeitgerecht. Es wurden keine Differenzen festgestellt.

Ein Punkt - die Nutzung von Bahncards - führt jedoch immer wieder zu unsystematischen Abrechnungen. Es zeigt sich, dass auch auf Seiten der Gremienmitglieder Unsicherheiten bestehen. Die Reiserichtlinien sollten hier eindeutiger formuliert bzw. einfacher handhabbar sein. Judith Schild notiert diesen Punkt für die Strukturdebatte für die Gruppe 1 „schnell umsetzbare Maßnahmen“.

Die rechnerische Richtigkeit der Kassenbücher und die sachliche Richtigkeit der zugehörigen Belege von Verein und Verlag konnten bestätigt werden.

TOP 7         Entlastung des Vorstands und Wahlen

Die Entlastung des Vorstandes durch die MV bewirkt nach den gesetzlichen Bestimmungen die Freistellung des Vorstandes von allen Ansprüchen. Sie kommt daher nur dann in Frage, wenn eine einwandfreie Geschäftsführung und eine Erfüllung aller Pflichten festzustellen sind.

Da die jährliche Prüfung durch Adjuvaris für das Haushaltsjahr 2016 bereits erfolgte, und auch von dieser Seite keine Beanstandungen bzgl. der Geschäftsführung des Vereins, des Verlages und bezüglich der Übersichtlichkeit der Verfahrensabläufe auftraten, empfehlen die Kassenprüfer der MV 2017 die Entlastung des Vorstandes für das Haushaltsjahr 2016.

Darüber hinaus lag zur MV 2016 im Rahmen des Kongresses in Berlin der Prüfbericht von Adjuvaris für das Haushaltsjahr 2015 noch nicht vor, so dass die Kassenprüfer der MV empfahlen, den Vorstand für das Haushaltsjahr 2015 nicht zu entlasten. Die MV folgte dieser Empfehlung. Inzwischen liegt aber dieser Adjuvaris-Bericht für das Haushaltsjahr 2015 vor. Auch hier gab es keine Beanstandungen bzgl. der Geschäftsführung des Vereins und des Verlags. Die Kassenprüfer empfehlen daher der MV 2017 die Entlastung des Vorstandes auch für das Haushaltsjahr 2015.

Mechthild Greive schlägt vor, beide Entlastungsanträge getrennt zu behandeln, da der Vorstand 2015 eine andere personelle Zusammensetzung hatte als 2016.

Entlastung des Vorstands:

Der Vorstand wird für 2015 einstimmig, bei Enthaltung von 2 Vorstandsmitgliedern für die eigene Person, entlastet.

Der Vorstand wird für 2016 einstimmig, bei Enthaltung von 3 Vorstandsmitgliedern für die eigene Person, entlastet.

Wahlen des Geschäftsführenden Vorstands

Mechthild Greive erklärt, dass die Wahlperiode von Wolfgang Schreck abgelaufen ist. Rudi Merod und Judith Schild sind noch für ein weiteres Jahr gewählt.

Für die Wahl wird Wolfgang Schreck vorgeschlagen. Auf die Frage von Mechthild Greive an die MV, ob eine Vorstellung und Befragung gewünscht wird, meldet sich Wolfgang Schreck selbst zu Wort. Ihm sei die Zusage, erneut zu kandidieren, schwergefallen, da er sich beruflich neu orientieren musste und auch durch die Aktivitäten in den Kammern stark ausgelastet sei. Da das letzte Jahr innerhalb des Vereins problematisch gewesen und dies noch nicht ausgestanden sei, habe er sich dazu entschlossen, nochmals zu kandidieren. Dies verbindet er mit der Aufforderung an alle, sich der Ziele des Vereins zu vergewissern, nach vorne zu schauen und den Verein weiterzuentwickeln.

Mechthild Greive fragt die Versammlung, ob es weitere Wahlvorschläge gibt. Das ist nicht der Fall.

Es wird geheime Wahl beantragt. Mechthild Greive eröffnet die Wahl und weist darauf hin, dass niemand den Saal verlassen dürfe, bis die Wahl geschlossen sei. Jeder müsse seinen Wahlzettel persönlich in die Box werfen. Nachdem alle Wahlzettel abgegeben worden waren, wurde die Sitzung für die Stimmenauszählung für eine Viertelstunde unterbrochen.

Die Sitzung wird nach 25 Minuten fortgesetzt. Mechthild Greive teilt mit, dass ein Mitglied zwei Kartenblöcke erhalten habe, die aneinanderklebten (die zweite Stimmkarte liegt der Versammlungsleitung vollständig vor und wurde dem Protokoll beigefügt). Dies könnte ein Grund sein, die Wahl zu wiederholen. Sie fragt die MV, wer eine Wahlwiederholung beantragen möchte. Es meldet sich niemand.

Das Ergebnis der Wahl wird von Franz-Josef Kanz vorgestellt. Es wurden 52 Stimmzettel ausgezählt, von denen einer ungültig war. Wolfgang Schreck wird mit 46 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen wiedergewählt.  Er nimmt die Wahl an.

TOP 8         Berichte der Fachgruppen und Delegierten

Mechthild Greive weist darauf hin, dass die schriftlichen Berichte vorliegen und bittet darum, nur Ergänzungen vorzustellen, um ein zügigeres Vorankommen zu ermöglichen. Sie fragt, ob die Mitgliederversammlung damit einverstanden sei. Dem Vorschlag wird zugestimmt.

Waltraud Deubert erklärt, dass der Bericht der Fachgruppe Psychosomatik in dem orangenen Heft fehlt und deshalb beigelegt werden musste.

Fachgruppe Psychosomatik

Aus der Fachgruppe Psychosomatik ist niemand anwesend. Der schriftliche Bericht wird zur Kenntnis genommen.

Fachgruppe Frauen in der psychosozialen Versorgung

Aus der Fachgruppe Frauen in der psychosozialen Versorgung ist niemand anwesend. Der schriftliche Bericht wird zur Kenntnis genommen.

Fachgruppe Kinder/Jugendliche

Aus der Fachgruppe Kinder/Jugendliche ist niemand anwesend. Der schriftliche Bericht wird zur Kenntnis genommen.

Fachgruppe Ältere Menschen in der psychosozialen Versorgung

Aus der Fachgruppe ältere Menschen in der psychosozialen Versorgung ist niemand anwesend. Der schriftliche Bericht wird zur Kenntnis genommen.

Fachgruppe Forum Beratung

Es gibt eine kurze Ergänzung zum Bericht, nämlich die Bitte und Aufforderung, zum Thema Beratung Veröffentlichungen zu schreiben. Der Appell und Bericht wird zur Kenntnis genommen.

Fachgruppe Migration

Aus der Fachgruppe Migration ist niemand anwesend. Der schriftliche Bericht wird zur Kenntnis genommen.

Fachgruppe Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA)

Die Fachgruppe hat keine Ergänzungen, freut sich aber, dass sie immer mehr einbezogen wird. Es werden keine Fragen an die Fachgruppe gestellt

Europadelegierte

Es ist kein Europadelegierter anwesend. Der schriftliche Bericht wird zur Kenntnis genommen.

TOP 9         Bericht der Aus- und Weiterbildungskommission und Wahlen

Zum schriftlichen Bericht gibt es keine Ergänzungen.

Die Wahlperiode von Daniel Surall ist abgelaufen. Eva-Maria Greiner, Oliver Kunz, Gerd Per und Kristin Pfeifer sind noch für 1 Jahr gewählt. Mechthild Greive weist darauf hin, dass das Gremium aus fünf Mitgliedern bestehen soll, es aber keine formale Begrenzung gibt. Daniel Surall wird für die AWK vorgeschlagen und stellt sich zur Wahl. Er ist niedergelassen in Gelsenkirchen, Psychologischer Psychotherapeut und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und nun bereits seit 10 Jahren Mitglied in der AWK, in der er sehr gerne weiter mitarbeiten möchte. Es wird auf Nachfrage keine geheime Wahl beantragt.

Daniel Surall wird einstimmig gewählt. Er nimmt die Wahl an.

TOP 10      Bericht des Ethikbeirats und Wahlen

Vom Ethikbeirat gibt es keine Ergänzungen zum schriftlichen Bericht. Aus der Mitgliederversammlung wird deutliche Kritik über den Bericht geäußert. Einige Mitglieder sind über Abschnitte des Berichts, die sich auf die Vorstandswahl  2016 beziehen, irritiert und empört. Die Formulierungen, ein Vorstandsmitglied sei beschädigt und aus dem Amt gejagt worden, seien für die Beschreibung einer demokratischen Wahl völlig unangemessen. Es wird der Wunsch geäußert, das Kapitel der Vorstandswahl im letzten Jahr zu beenden und konstruktiv nach vorne zu schauen. Der jetzige gewählte Vorstand sollte in seiner Arbeit unterstützt werden.

Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf die Rolle des Ethikbeirats. Hinterfragt wird, ob der Ethikbeirat auch für den Umgang innerhalb des Vereins zuständig ist. Es wird vorgeschlagen, die Rolle des Ethikbeirats auf der nächsten MV oder in den Gremien verbandsintern zu diskutieren.

Nach den Wortmeldungen wird die Wahl zum Ethikbeirat eröffnet. Die Wahlperiode von Constanze Wenzel ist abgelaufen. Sie wird nicht wieder kandidieren. Johannes Broil und Georg Zilly sind noch für weitere zwei Jahre gewählt.

Mechthild Greive erläutert die besonderen Qualitätsanforderungen der Mitglieder des Ethikbeirats, die u.a. eine mindestens sechsjährige Tätigkeit in der psychosozialen Versorgung verlangen. Der Ethikbeirat wird für drei Jahre gewählt. Es stellt sich niemand zur Wahl.

TOP 11      Bericht des Länderrats

Es gibt keine inhaltlichen Ergänzungen zum Bericht des Länderrats. Es werden keine Fragen an den Länderrat gestellt.

TOP 12      Bericht der Qualitätssicherungskommission und Wahlen

Es gibt zum schriftlichen Bericht keine Ergänzungen.

Die Wahlperiode von Ralf Adam ist abgelaufen. Anja Dresenkamp, Markus Hertle und Sonja Stolp sind noch für ein Jahr gewählt.

Ralf Adam kandidiert nicht mehr. Die QSK bedauert dies und bedankt sich herzlich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit und würde sich freuen, wenn Ralf - da der Entschluss sehr kurzfristig war und kein Abschiedsgeschenk vorbereitet werden konnte - auf den Jubiläumskongress 2018 eingeladen wird. Mechthild Greive sagt, dass der Vorstand das sicher gerne zur Kenntnis nimmt und die Mitgliederversammlung schließt sich dem Dank an.

Für die QSK wird Philipp Victor vorgeschlagen, der nicht anwesend sein kann. Anja Dresenkamp stellt ihn kurz vor.

Er ist zum zweiten Mal in der Kongressplanungsgruppe aktiv, hat die PP-Ausbildung am DGVT-Ausbildungszentrum Dortmund absolviert, ist derzeit niedergelassen und Mitarbeiter bei Ulrike Willutzki. Er war bereits als Gast auf QSK-Sitzungen und Telefonkonferenzen dabei.

Es liegt eine schriftliche Erklärung von ihm vor, dass er sich zur Wahl stellt und im Falle einer Wahl diese annimmt. Es wird keine geheime Wahl gewünscht.

Philipp Victor wird einstimmig gewählt.

TOP 13      Bericht der Redaktionskommission und Wahlen

Ergänzend zum schriftlichen Bericht beklagt die RDK, dass für die VPP wenige Skripte eingereicht werden. Die RDK bittet, dies stärker anzuregen und auch im beruflichen Umfeld anzufragen.

Es werden keine Fragen an die RDK gestellt.

Die Wahlperiode von Peter Petereit und Andrea Sacher ist abgelaufen. Thomas Heidenreich, Hans-Peter Michels, Ursel Sickendiek und Bernhard Wilhelmer sind noch für 1 Jahr gewählt. Von Peter Petereit liegt eine schriftliche Erklärung vor, dass er sich zur Wahl stellt und im Falle seiner Wahl diese annimmt.

Vorgeschlagen werden Andrea Sacher und Peter Petereit. Mechthild Greive erläutert, dass eine Blockwahl möglich ist, hier werden beide in einem Wahlgang gewählt. Es sind alle mit einer Blockwahl einverstanden. Es wird keine geheime Wahl beantragt. Andrea Sacher und Peter Petereit werden einstimmig gewählt. Andrea Sacher nimmt die Wahl an, Peter Petereit hatte dies bereits vorab schriftlich erklärt.

TOP 14      Wahlen zum erweiterten Vorstand

Vom erweiterten Vorstand ist ein Vertreter der RDK (bisher Hans-Peter Michels) zu wählen. Die Vertreter der AWK (Oliver Kunz), QSK (Markus Hertle) und die Vertreterin des Länderrats (Alexandra Klich) sind noch für ein Jahr gewählt.

Der Sprecher der Gesellschafter der DGVT-AusbildungsAkademie (Alfred Luttermann) ist noch für ein Jahr gewählt, tritt aber zurück. Die Mitgliederversammlung  nimmt den Rücktritt an und Mechthild Greive bedankt sich im Namen der Mitgliederversammlung für seine Arbeit.

Für die RDK wird Hans-Peter Michels vorgeschlagen und für die Ausbildungsakademie Sandra Münstermann.

Sandra Münstermann stellt sich kurz vor. Sie kommt aus Bielefeld, hat die Ausbildung bei der DGVT absolviert, arbeitet in eigener Praxis und ist Geschäftsführerin des Ausbildungszentrums OWL Bielefeld.

Hans-Peter Michels ist seit den 1990ern in der RDK und ist tätig an der Uni Brandenburg Cottbus-Senftenberg. Ihn interessiert v.a. die inhaltliche fachpolitische Seite innerhalb der DGVT.

Es findet eine getrennte Wahl statt. Geheime Wahl wird nicht beantragt. Sowohl Sandra Münstermann als auch Hans-Peter Michels werden in getrennten Wahlgängen  jeweils bei Enthaltung für die eigene Person einstimmig gewählt.  Sie nehmen die Wahl an.

TOP 15      Anträge

Mechthild Greive erläutert, dass ein Antrag für einen neuen Paragrafen (§ 8a) der gemeinsamen Geschäftsordnung (GGO) vorliegt und im orangefarbenen MV-Heft abgedruckt ist. Sie weist darauf hin, dass dieser Antrag geändert wurde und in aktualisierter Fassung dem orangefarbenen Heft beiliege (Änderungsantrag zu Antrag (1)).

Renate Hannak-Zeltner begründet den Antrag. Das Anliegen ist, Formalien zur Wahl des Vorstandes zu erfassen und zu fixieren, da es in der jetzigen GGO kaum Hinweise dazu gebe. Der Vorstand weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine Überarbeitung der gesamten GGO geplant sei.

Mechthild Greive liest den Inhalt des Antrags vor, erläutert die einzelnen Punkte kurz und eröffnet die Diskussion.

Unklarheiten gibt es bezüglich der Zusammensetzung eines Wahlausschusses (wer gehört dazu?) und zum Unterschied zwischen Wahlausschuss und Wahlleiter.

Eine Frage betrifft die Veränderbarkeit der Tagesordnung (TO) nach der Beschlussfassung, um beispielsweise einen Bericht vorzuziehen. Weitere Fragen/Anmerkungen beziehen sich auf den Fall, wenn kein Wahlleiter gefunden wird, welche Voraussetzungen Personen mitbringen müssen, die sich zur Wahl stellen und auf die Vorstellung und Befragung der KandidatInnen durch den Wahlleiter oder die Mitgliederversammlung. Als problematisch wird außerdem Punkt 5. empfunden, der regeln soll, dass vor jedem Wahlgang mit geheimer Abstimmung Wahlzettel auszugeben sind. Dies würde die Dauer der MV unnötig verlängern.

Mechthild Greive weist wegen offenbar vorhandenen Unklarheiten  darauf hin, dass in der MV jederzeit Geschäftsordnungsanträge gestellt werden können. Es wird daraufhin ein Antrag auf Nichtbefassung aufgrund der fortgeschrittenen Zeit gestellt. Renate Hannak-Zeltner hält Gegenrede und plädiert für eine Abstimmung des Satzungsänderungsantrags, damit die Regelung bereits zur nächsten MV angewendet werden kann.

Es folgt die Abstimmung des GO-Antrags auf Nichtbefassung. Der Antrag wird mit 23 Stimmen, 12 Gegenstimmen und 12 Enthaltungen angenommen.  Der Antrag zur gemeinsamen Geschäftsordnung wird auf der nächsten MV auf die Tagesordnung aufgenommen, ggf. mit weiteren bis dahin ausgearbeiteten Anpassungen der Gesamt-GGO.

TOP 16      Verschiedenes

Es gibt keine Wortmeldungen. Mechthild Greive schließt die Versammlung um 18:50 Uhr.

Versammlungsleiterin: Mechthild Greive

Für den geschäftsführenden Vorstand: Wolfgang Schreck

Protokollantin: Ute Schiffer


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