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2020 hat die WHO zum „Internationalen Jahr der Pflegenden und Hebammen“ erklärt Der 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflege[1]


Kompetente psychiatrische Pflege fördert Wohlbefinden und Genesung

Weltweit spielen Pflegefachpersonen eine Schlüsselrolle in allen Aspekten der Gesundheitsversorgung. Sie fördern Gesundheit und Wohlbefinden, reduzieren gesundheitliche Ungleichheit; und dies angesichts wachsender und wechselnder Gesundheitsbedürfnisse. Häufig müssen psychiatrische Pflegefachpersonen für angemessene Wahrnehmung und Würdigung ihrer wichtigen Aufgaben kämpfen – wie auch für ausreichende Bildung, Bezahlung und Stellenbemessung.

„[…] Psychiatrische Pflege bietet spezifische Hilfen für Menschen mit psychischen und psychosozialen Beeinträchtigungen, insbesondere Hilfen zur Selbstpflege und Gestaltung des Alltags, aber auch zur Bewältigung der Folgen psychischer Erkrankungen und zur Förderung der Genesung. Pflegehandeln schließt Beratung, Prävention, Gesundheitsförderung und den sozialen Kontext der betroffenen Person mit ein […]“[2]

Zum 12. Mai 2020 fordern die Verbände und Gremien des Verbändedialogs Psychiatrische Pflege:[3]

  • Erforderliche Pflege für Alle!

Allen Menschen mit psychiatrisch-psychosozialen Gesundheitsherausforderungen soll Setting-übergreifend die erforderlichen Pflege- und Gesundheitsleistungen qualifiziert angeboten werden.

Denn fundierte Pflegeangebote könnten Versorgungslücken schließen, z. B. durch niedrigschwellige aufsuchende Angebote oder durch alltagsnahe Beratung hinsichtlich individueller Gesundheitskompetenz und Selbstmanagement.

  • Psychiatrische Pflege beteiligen!

Die psychiatrische Pflege soll in allen Versorgungsfragen und gesundheitspolitischen Diskussionen ganz selbstverständlich vertreten und einbezogen sein.

Denn Pflege liefert durch ihre spezifische Perspektive zur Erfassung von Hilfebedarfen im Lebensalltag wie auch zur Planung von Hilfeangeboten fachkompetente Beiträge zum multiprofessionellen Diskurs.

  • Berufsautonomie der beruflichen Pflege!

Qualifizierte professionelle (psychiatrische) Pflegefachpersonen sollen mit den Betroffenen umfängliche Entscheidungen treffen können.

Eine kompetente Pflege wird komplexen Anforderungen gerecht und kann situativ gemeinsam mit den beteiligten Personen angemessen handeln.

Die (berufsrechtlichen) Grundlagen für die Berufsautonomie müssen geschaffen werden, der Mangelberuf Pflege kann in Deutschland nur dann wieder attraktiv werden, wenn die Bildungs- und Gestaltungsmöglichkeiten sich internationalen Standards anschließen.

Für den Verbändedialog Psychiatrische Pflege

Hilde Schädle-Deininger und Dorothea Sauter


Die Verbände: Deutsche Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege e. V.  (DFPP)Deutsche Gesellschaft für soziale Psychiatrie (DGSP) e. V. Arbeitskreis Pflege (AK Pflege) – Bundesinitiative Ambulante Psychiatrische Pflege e. V. (BAPP) – Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e. V. (BFLK) – Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflege- und Erziehungsdienstes Kinder- und Jugendpsychiatrischer Kliniken und Abteilungen e. V. (BAG PED) – Deutsche Gesellschaft  für Pflegewissenschaft e. V. (DGP), Sektion Psychiatrische Pflegeforschung – Referat Psychiatrische Pflege der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)

 

[1] Florence Nightingale, Begründerin der modernen westlichen Krankenpflege, nach ihr ist der Tag benannt (2020 ihr 200. Geburtstag).

 

[2] Verbändedialog Psychiatrische Pflege: „Definition und Grundlage psychiatrischer Pflege“

http://psychiatrische-pflege.net/verbaendedialog/ (allg. Infos, das Faltblatt ist auf den Homepages der Verbände zu finden)

 

[3] Wir schließen uns der weltweiten Pflege-Kampagne des ICN und der WHO „Nursing Now“ an. www.nursingnow.org


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