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Psychotherapeut*innen können Ergotherapie verordnen (ab 01.01.2021)

PP und KJP können ab 01.01.2021 eine Ergotherapie verordnen, wenn psychische Erkrankungen beziehungsweise bestimmte Erkrankungen des zentralen Nervensystems oder Entwicklungsstörungen vorliegen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat einen entsprechenden Beschluss getroffen. Basis für den Beschluss ist das Gesetz zur Reform der Psychotherapeutenausbildung, mit dem auch die Befugnisse der Psychologischen Psychotherapeut*innen sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen erweitert wurden.


Die KBV hat hierzu eine ausführliche Praxisinformation veröffentlicht: https://www.kbv.de/html/1150_48649.php

Möglichkeiten der Ergotherapie

Durch Ergotherapie werden Patient*innen dabei unterstützt, ihre beispielsweise durch Erkrankung oder Verletzung ganz oder teilweise verloren gegangene Handlungsfähigkeit (wieder) zu erlangen – oder bei Kindern beispielsweise eine nicht oder nicht ausreichend entwickelte Handlungsfähigkeit zu erreichen.

Eine konkrete ergotherapeutische Maßnahme, die laut Heilmittel-Richtlinie des G-BA zum Beispiel bei depressiven Störungen oder einem Abhängigkeitssyndrom verordnet werden darf, ist beispielsweise Hirnleistungstraining.

Indikationsspektrum für Psychotherapeut*innen

-          Die Verordnung ist möglich bei einer Erkrankung aus dem Indikationssektrum der Richtlinien-Psychotherapie, zum Beispiel bei Angststörungen

-          Außerdem kann sie bei einer Erkrankung erfolgen, bei der eine neuropsychologische Therapie angewendet werden kann (gemäß Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung des G-BA (konkret: Anlage I Ziffer 19 § 4)

-          Zudem ist eine Verordnung möglich bei allen anderen Diagnosen des Kapitels V „Psychische und Verhaltensstörungen“ der ICD-10 – bei diesen Indikationen ist allerdings der / die behandelnde Ärzt*in zu informieren und die Verordnung bei Bedarf mit ihm abzustimmen.


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