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Sitzung der VT-Verbände am 24. Oktober 2005 in Frankfurt am Main

Von: Heiner Vogel

Die Sitzung erfolgte nur wenige Tage nach dem 6. Deutschen Psychotherapeutentag in Hamburg (vgl. Bericht in dieser Rosa Beilage). Insofern war das Ergebnis der Vorstandsnachwahlen der Bundespsychotherapeutenkammer noch sehr präsent und auch Gesprächsgegenstand.


Die Tatsache, dass nunmehr im neuen BPtK-Vorstand von 5 Vorstandsmitgliedern nur noch eine/s ausdrückliche VerhaltenstherapeutIn ist (Frau Konitzer), war allerdings kein Grund für Heulen und Wehklagen. Die Anwesenden zeigten sich zuversichtlich, dass auch der BPtK-Vorstand bestrebt sein wird, die Interessen aller PsychotherapeutInnen auf der Basis einer wissenschaftlichen Fundierung zu vertreten und sieht sich insofern auch gut vertreten.

Die weiteren Themen wurden intensiv, aber auch kontrovers diskutiert: Problematisch wird immer noch die in Vorbereitung befindliche Musterweiterbildungsordnung der BPtK gesehen. Der Kompromiss, zu dem man sich zusammenfand, lautete in etwa: Eine Weiterbildungsregelung für die Neuropsychologie scheint akzeptabel bzw. konsensfähig. Dies, d.h. die Verabschiedung einer entsprechenden - auf ein Fach begrenzten - Musterweiterbildungsordnung könnte auch ein Testfall sein für die Frage, wie eine solche Musterweiterbildungsordnung umgesetzt wird und welche - ggf. vermeidbaren - neuen bürokratischen Strukturen geschaffen werden müssen und welche Folgerungen dies für die KollegInnen ohne diese Weiterbildung haben würde. Erst in einem zweiten Schritt sollte dann über die Frage von Weiterbildungsbezeichnungen bei den anderen in Diskussion befindlichen Themen gesprochen werden (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie für PP, Zweit-/Drittverfahren, Somatopsychotherapie).
Spannend war dann auch die Diskussion um die Frage des zukünftigen Zugangs zur PP/KJP-Ausbildung (Bachelor versus Master). Hier zeigten sich auch unterschiedliche dahinter liegende Motive, die das Thema berühren, nämlich die angestrebte Gleichstellung mit den Fachärzten, die Frage, ob es zukünftig noch genügend Interessenten für die PP-/KJP-Ausbildung gibt und auch die Frage, ob es noch genügend Interessenen für Masterstudiengänge in Klinische Psychologie gibt (wenn der Bachelor als Zugang zur PT-Ausbildung reicht). Eine Auflösung dieser Gemengelage an Motiven ist vorerst und rational nicht erreichbar, vielleicht ergeben sich neue Blickwinkel nach einem Hearing, welches die DGVT mit ExpertInnen des zuständigen Bundesministeriums für Forschung und Technologie, der Universitäten und der Fachhochschulen zum Thema Bachelor/Master am 2. Dezember in Berlin veranstaltet und zu dem auch Vertreter der anderen Verbände und der Kammern eingeladen sind.

Insgesamt zeigte sich Einvernehmen, dass die Treffen, trotz aller erkennbarer Heterogenität der Interessen und Ziele, wichtig sind und zukünftig mit größerer Regelmäßigkeit durchgeführt werden sollen.


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