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Nachhaltigkeit und Klimaschutz – natürlichDGVT

Die Klimakrise ist auch eine Gesundheits- und Gesellschaftskrise, die nur gemeinsam bewältigt werden kann. Die Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) e.V. und ebenso der DGVT-Berufsverband Psychosoziale Berufe (DGVT-BV) e.V. sind sich dessen bewusst und rücken das Thema über die Kampagne natürlichDGVT dauerhaft in den Fokus. Die Verbände selbst und ihre Mitglieder übernehmen Verantwortung durch ihren Einsatz für Klimaschutz und Nachhaltigkeit auf allen Ebenen ihres Wirkens. Hierfür hat sich im vergangenen Jahr auch eine Arbeitsgruppe gebildet.


Tübingen – Gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen ist seit der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) e.V. und ebenso für den DGVT-Berufsverband Psychosoziale Berufe (DGVT-BV) e.V. ein wesentlicher Teil des Selbstverständnisses der beiden größten verhaltenstherapeutischen Fach- und Berufsverbände in Deutschland. Dies gilt nicht nur für die psychosoziale Versorgung. In Zeiten des Klimawandels erstreckt sich diese Verantwortung auch auf ein nachhaltiges Handeln der Verbände selbst und ihrer Mitglieder. Im vergangenen Jahr hat sich hierfür eine Arbeitsgruppe innerhalb der DGVT konstituiert, in der eine Nachhaltigkeitsstrategie kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Psychotherapeut*innen kennen die Mechanismen, die bei Menschen zu Untätigkeit trotz des Wissens um dringenden Handlungsbedarf führen können. Die zugrundeliegenden sozialpsychologischen Muster sind auch wichtig, um die Rolle von Politik und Medien in der Klimakommunikation besser zu verstehen. Daher kommt Psychotherapeut*innen eine besondere Verantwortung zu, sich aktiv sowohl in den Klimadiskurs einzubringen, als sich auch für eine Bewältigung der Klimakrise zu engagieren. Beim Thema Nachhaltigkeit richtet sich der Blick der DGVT deshalb gleichermaßen nach innen wie nach außen.

Daher arbeitet die DGVT im Klimaforum mit, einem themenspezifischen Zusammenschluss psychotherapeutischer Fachverbände mit insgesamt mehr als 66.000 Mitgliedern. In diesem Kreis wurden konkrete Maßnahmen vereinbart, die einen Beitrag zum Erreichen von Klimazielen darstellen. In den Vorstandssitzungen der DGVT ist die Nachhaltigkeitsstrategie, welcher sich der Verband verpflichtet hat, immer präsent. Etliche Schritte wurden auf diesem Weg bereits gegangen. So bezieht die Bundesgeschäftsstelle der DGVT Strom aus erneuerbaren Energiequellen, in der Reisekostenrichtlinie wurde die Erstattung von Inlandsflügen gestrichen und auch nach einem möglichen Ende der Corona-Pandemie sollen Gremiensitzungen teilweise online stattfinden, um den CO2-Ausstoß durch die Reduzierung von Fahrwegen zu verringern. Bei der Auswahl von Tagungshäusern und Hotels achtet der Verband auf Nachhaltigkeitskonzepte und bevorzugt klimafreundliche Tagungsstätten.

Das Verbrauchsmaterial der DGVT-Bundesgeschäftsstelle wird Zug um Zug auf nachhaltige Produkte umgestellt. Durch die Weiterentwicklung der digitalen Verwaltung wird Papier eingespart und damit zunehmend ressourcenschonend gearbeitet. Wenn Papier, dann recycelt – Printwerbung soll daher künftig nur noch auf Recyclingpapier gedruckt werden. Auch im zugehörigen dgvt-Verlag werden die Publikationen und Produktionsprozesse mit Blick auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit in einem ständigen Prozess überprüft und optimiert. Valerie Pogodda, Verlagsleiterin: „Das Thema ist uns wichtig. Wir agieren hier bewusst und versuchen wo möglich klimaneutrale Varianten des Drucks zu bevorzugen“. In der im dgvt-Verlag erscheinenden Verbandszeitschrift der DGVT hat die Initiative „Psychologists / Psychotherapists for Future (Psy4F)“ zudem regelmäßig die Möglichkeit Texte zu veröffentlichen.

Beim online abgehaltenen DGVT-Kongress Anfang des Jahres beschäftigten sich die Teilnehmer*innen in einem speziellen Symposium mit den Zusammenhängen von Psychotherapie und Klimakrise – auch im Hinblick auf die Frage, wie politisch Psychotherapie sein kann und muss. In einer „Mailingliste Nachhaltigkeit“ können sich DGVT-Mitglieder weiterhin zu diesen Themen austauschen und vernetzen.

Angesichts der jüngst wieder weltweit und auch in Deutschland sichtbar gewordenen dramatischen Auswirkungen des Klimawandels kann es keinen Zweifel daran geben, dass dieses Thema auch für die psychische Gesundheit der(s) Menschen relevant ist und an Bedeutung weiter zunehmen wird. Psychotherapeut*innen sind schon aufgrund ihrer Berufsordnung gehalten, die Gesundheit zu fördern und soziokulturelle Lebensgrundlagen zu erhalten. Über ihre Rolle als Psychotherapeut*innen und ihr Wissen um die Psychologie der Klimakrise („Klima-Emotionen“ und die relevanten psychologischen Mechanismen) wirken unsere Mitglieder in die Gesellschaft hinein.

 

Die Klimakrise ist auch eine Gesundheits- und Gesellschaftskrise, die nur gemeinsam bewältigt werden kann. Die DGVT stellt sich diesen Aufgaben durch ihren Einsatz für Klimaschutz und Nachhaltigkeit auf allen Ebenen ihres Wirkens – jetzt und in Zukunft.

 

Weiterführende Links:

www.dgvt.de/aktuelles/nachhaltigkeit

https://www.psychologistsforfuture.org/psychologie-der-klimakrise/


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