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Ein Kurzbericht des DGVT-Intergremientreffens 2021

Am 4. Dezember 2021 fand unser jährliches Intergremientreffen (online) statt. Im Mittelpunkt des Vereinstreffens stand wie immer der Austausch der Kommissionen und Fachgruppen unseres DGVT-Verbunds. In einer lebendigen Runde stellten die Gremien dar, mit welchen Themen sie sich in diesem Jahr intensiv beschäftigt haben und welche Themen und Aktivitäten 2022 in den Fokus genommen werden.


Leider konnten wir uns in diesem Jahr, wie auch bereits im letzten Jahr, aufgrund der schwierigen Infektionslage nicht in Berlin treffen. Es wäre wirklich höchste Zeit gewesen, einmal alle aktiven Vereins-Gremienmitglieder nach so langer Zeit wieder zu sehen. Doch wir müssen noch etwas weiter durchhalten.

Monika Bormann, Mitglied im geschäftsführenden Vorstand der DGVT, führte die rund 50 Teilnehmer*innen, allesamt ehrenamtlich engagierte Mitglieder, durch die Tagesordnung des Online-Treffens.

Der DGVT-Vorstand machte deutlich, wie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr die Verbandsarbeit beeinflusst haben. Die Themen waren entsprechend konzentriert auf die Auswirkungen der Pandemie auf Patient*innen und die Mitglieder in den Praxen und Einrichtungen. Der Verband setzte sich unter anderem ein für die psychosoziale und psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die besonders unter der Pandemie leiden (Fachtagung „Kinder brauchen mehr / Jugend braucht mehr“ am 9. November 2021). Zum Thema Corona und Ungleichheit hat die DGVT mehrere Stellungnahmen unterstützt. In der juristischen Beratung gab es einen deutlich erhöhten Beratungsbedarf der Mitglieder.

Neben den vielen inhaltlichen Themenfeldern, mit denen sich der Verband auch in diesem Jahr beschäftigt hat, sind hier insbesondere die psychotherapeutische Versorgung von Geflüchteten und die Positionierung gegen Menschenfeindlichkeit und Rassismus zu nennen. Zu letztgenanntem Punkt arbeitet eine Arbeitsgruppe weiter an einer Positionierung des Verbands. Mit dem Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit und der Fort- und Weiterbildung sowie mit weiteren Digitalisierungsprojekten hat sich der Verband für weitere Schritte in Richtung Professionalisierung entschieden.
Mit dem auf der Mitgliederversammlung beschlossenen neuen Beitragsmodell wurde ein langer Diskussionsprozess abgeschlossen. Die Änderungen treten ab dem 1.Januar 2022 in Kraft. Schwerpunkt der Neuerung ist die Beitragsfreiheit für PiA.

Ein wichtiges Thema stellte auch die Mitwirkung an der Diskussion rund um die Musterweiterbildungsordnung dar. Diese wurde auf dem 38. DPT verabschiedet. Auf Grundlage eines Rechtsgutachtens hat die DGVT-Fraktion einen verbändeübergreifenden Antrag auf dem 39. DPT eingebracht, der verabschiedet wurde. Parallel dazu wurde auch die interne Zukunftsplanung der DGVT-AusbildungsAkademie weiter fortgeführt.

Die DGVT-Gremien haben bei zahlreichen virtuellen Sitzungen an den vielen genannten Themen weitergearbeitet. Teilweise waren auch (wenige) Präsenzsitzungen möglich. Die Qualitätssicherungskommission (QSK) hat sich beispielsweise für mehr Digitalisierung in der Kommunikation mit anderen Gremien eingesetzt und auch eigene Prozesse bereits digitalisiert. Die Aus- und Weiterbildungskommission (AWK) kann stolz auf den ersten Online-DGVT-Kongress zurückblicken, der pandemiebedingt virtuell stattfinden musste. Das deutliche Wachstum der DGVT-Fortbildungen und -Seminare, auch im Online-Format, zeigt sich auch in diesem Jahr, was durch die Stellenausweitung in diesem Bereich auch gut bewältigt werden konnte. Die Redaktionskommission konnte auch mit einer neuen Zusammensetzung reibungslos an ihren Planungen für die kommenden VPP-Ausgaben (Verbandszeitschrift: „Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis“) anknüpfen. Wir freuen uns auf die kommenden Schwerpunktthemen (geplant sind die Themen Häusliche Gewalt und Folgerungen für die psychosoziale Beratung und die Psychotherapie, Umgang der Psychotherapie mit der Klimakrise und Psychotherapeutische Versorgung von Geflüchteten). Der Ethikbeirat wird auf der nächsten Mitgliederversammlung im April 2022 neu gewählt. Da sich die aktuellen Mitglieder nicht mehr zur Wahl stellen werden, sind Interessierte herzlich eingeladen, sich zu melden. 

In Vorbereitungen auf die nächste Mitgliederversammlung im April 2022 wurden notwendige Satzungsänderungen vorgestellt und diskutiert. Die Satzungen von DGVT und DGVT-BV sollen mit den vorgestellten Änderungen rechtssicher ausgestaltet sein (Vereinsrecht / Gemeinnützigkeit) und zukunftssicher gemacht werden.

Der DGVT-Verbund hat in diesem Jahr auch in den Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit investiert und durch Christine Holk und Hanna Pfeiffer, den beiden neuen Referentinnen für Öffentlichkeitsarbeit, eine neue Struktur und fachliches Knowhow eingeführt. Die beiden neuen Kolleginnen stellten sich auf dem Intergremientreffen den Ehrenamtlichen vor und beschrieben, welche Themen sie in den Blick nehmen werden, zum Beispiel die Realisierung der neuen DGVT-Verbundseite, die eine Orientierung über die Arbeitsbereiche der DGVT geben soll. Außerdem wurde die Werbekampagne zu DGVTbeitragsfrei gestartet.

Oliver Kunz, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands und Mitglied der DGVT-Nachhaltigkeits-AG stellte dar, welche Schritte die DGVT für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz bereits gegangen ist. Auf der neuen Landingpage natürlichDGVT finden sich alle Informationen hierzu. Gemeinsam mit allen Teilnehmenden wurde besprochen, dass sich alle Vereins-Gremien zukünftig regelmäßig mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen.

Vielen Dank an alle, die zum Gelingen des Intergremientreffens beigetragen haben und für den anregenden gemeinsamen Austausch.

 

Aline Schneider


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