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Rechenschaftsbericht der Aus- und Weiterbildungskommission (AWK) für das Jahr 2021


1. Jahresprogramm im 19. Jahr des Bereiches Fort- und Weiterbildung der DGVT

Themenseminare:

2021 waren insgesamt 98 Themenseminare auf der FW-Homepage ausgeschrieben (vgl. Jahr 2020: 44 Themenseminare; Jahr 2019: 37 Themenseminare). Davon haben 29 im Präsenzformat und 62 als Web-Seminar stattgefunden. Zwei Themenseminare wurden aufgrund der Corona-Pandemie, fünf aufgrund mangelnder Anmeldungen abgesagt (nur eines der abgesagten Seminare war ein Web-Seminar). Insgesamt haben 1.812 Personen an den Themenseminaren teilgenommen, davon 1107 Mitglieder und 705 Nicht-Mitglieder. Im Vergleich zu 2020 ist die tatsächliche Teilnehmer*innenzahl der Themenseminare um mehr als das Dreifache gestiegen (vgl. Jahr 2020: 490; Jahr 2019: 631; Jahr 2018 392; Jahr 2017: 385; Jahr 2016: 210).

Web-Seminare:

2021 waren etwa 60 Seminare von Beginn an als Webseminare geplant. Bei ursprünglich im Präsenz-Format geplanten Seminaren, die auf das Online-Format verlegt wurden, wurden die Veränderungen in den Kosten (durch den Wegfall der Gebühren für die Tagungsräume, An-und Abreise sowie Unterbringung der Referent*innen) in Form von Rückerstattungen an die Seminarteilnehmer*innen weitergegeben. Nur eines der obengenannten abgesagten Seminare war ein Web-Seminar. 89% der Web-Seminare fand mit den maximal zugelassenen Teilnehmern statt.

Alle BV-Seminare, die fünf Unterrichtseinheiten oder weniger umfassen, wurden standardmäßig zu Webseminaren umkonzipiert. Dies erspart Teilnehmer*innen und Referent*innen unverhältnismäßig lange Anfahrten, Unterbring und Kosten. Dieses Angebot wurde gut aufgenommen. Sowohl im Bereich der Abrechnungsseminare als auch der Seminare „Approbation – was nun?“ bzw. „Informationsveranstaltung für angehende Psychotherapeut*innen“ werden neue Referent*innen gesucht um die Nachfrage zu bedienen.

Seminarreihen:

Auch 2021 konnten viele bereits etablierte Angebote aus der Rubrik „Seminarreihen“ stattfinden. Besonders gefragt waren u. a. „Traumatherapie (DGVT)“ in München, „Zusatzqualifikation in EMDR“ in Münster, „Verhaltenstherapie in Gruppen“ in Konstanz sowie „Paartherapie“ die Einführung und der Aufbau-Kurs in Berlin. Neben dem Programm vor Ort wurde ein zusätzliches Angebot an Online-Seminarreihen geschaffen (die Seminarreihe „Paartherapie Online“ fand 2021 gleich dreimal statt). Von insgesamt 22 geplanten Seminarreihen, konnten 21 stattfinden, während eine (Psychose in München) aufgrund mangelnder Anmeldungen abgesagt werden musste. Die Seminarreihe „Psychotraumatologie im Kindes-und Jugendalter“ wurde 2021 einer Re-Zertifizierung unterzogen und wird voraussichtlich im Herbst 2022 starten, und eine DeGPT und EMDRIA Zertifizierung ermöglich. Ebenfalls für das Programm 2022 neu geplant wurde die Reihe „Moderne KVT“ für die 2021 Referent*innen gewonnen werden konnten.

Interaktive Fortbildung:

Im Rahmen der Interaktiven Fortbildung wurden auf der FW-Homepage zwei Fachartikel online gestellt: „Spüre, dass du lebst! Nichtsuizidale Selbstverletzungen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter“ und „„Psychische Grundbedürfnisse und seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“. Insgesamt haben im Jahr 2021 128 Personen die Lernerfolgskontrolle (Multiple-Choice-Fragen) zum Erhalt von Fortbildungspunkten durchgeführt. Eine Ausweitung des Angebots der Interaktiven Fortbildung ist für die zweite Jahreshälfte 2022 geplant.

2. Tagungen der DGVT Fort- und Weiterbildung

DGVT-Fachtagung „ST meets VT“

Die Fortsetzung der DGVT-Fachtagung „Systemische Therapie meets Verhaltenstherapie“ in Kooperation mit der Systemischen Gesellschaft (SG) und der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) hat vom 15.–16. Oktober 2021 stattgefunden. Das Tagungsthema lautete „ST meets VT – an evolving affair – Ich sehe was, was Du nicht siehst …“. Die Veranstaltung startete mit Impulsvorträgen und Rollenspielen zur Demonstration. Am Samstag fanden sechs Workshops (je 3x ST und 3x VT (5 UE)) sowie eine Abschlussveranstaltung im Plenum statt. Durchgeführt wurde die Tagung online über die Plattform Zoom.

Insgesamt nahmen ca. 140 Teilnehmende an der Tagung teil. Die ersten Rückmeldungen von Seiten der Teilnehmenden direkt nach der Veranstaltung fielen positiv aus. Die Online-Evaluation läuft derzeit noch. Ein Tagungsbericht wurde in der VPP 1/2022 veröffentlicht.

Ob dieses Tagungsformat regelmäßig angeboten wird, entscheidet die Vorbereitungsgruppe, die sich aus Mitgliedern der Kooperationsverbände zusammensetzt, Anfang 2022. Ausschlaggebend dafür wird die Auswertung der Evaluation sein. Bereits jetzt sieht die Vorbereitungsgruppe der AWK Verbesserungsbedarf beim Tagungsformat. Sowohl die Referentinnen als auch die Teilnehmenden haben den Wunsch geäußert, mehr Zeit für die Livedemonstrationen einzuplanen, was zur Folge hätte, dass die Tagung von derzeit eineinhalb auf zwei volle Tage ausgedehnt werden müsste. Tagungsort soll dann auch nicht Erlangen sein, sondern zentraler liegen. Zudem sollen ST-Ausbildungszentren angeschrieben werden, um auf diese Weise mehr ST-Teilnehmer*innen zu gewinnen. Sollte die „ST meets VT“ regelmäßig angeboten werden, wird dieses Tagungsformat abwechselnd mit der „State-of-the-Art“ stattfinden.

20. DGVT Praxistage KJP

Auch die inzwischen 20. DGVT-Praxistage der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie mit dem Titel „Von A wie Angst bis Z wie Zeugnis – Schule meets Psychotherapie“ mussten aufgrund der Corona-Pandemie online durchgeführt werden. Die Vorbereitungsgruppe einigte sich darauf, die Tagung eintägig zu gestalten. Sie fand am 27. November 2021 über Zoom statt, und umfasste jeweils vier Workshops am Vormittag und Nachmittag. Die Tagung war bereits einige Wochen im Voraus, mit rund 120 Teilnehmer*innen, komplett ausgebucht.

22. DGVT-Workshoptagung

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die 22. DGVT-Workshoptagung auf den 07.–09. April 2022 in Köln verlegt. Das gesamte Tagungsformat, welches für 2020 zum Tagungsthema „Change it – Veränderungsprozesse in der Psychotherapie“ geplant war, wurde übernommen, alle gebuchten Referent*innen erneut angefragt. Da nicht alle Referent*innen für 2022 zusagen konnten, mussten Änderungen im Programm vorgenommen werden. Bei der Vorstandssitzung am 12.02.2022 wurde die Veranstaltung aufgrund des Pandemie-Geschehens auf das Onlineformat verlegt. Obwohl die aktuellen Bestimmungen eine Durchführung in Präsenz erlaubt hätten, zeigte die jüngste Vergangenheit, dass es bei den herrschenden sehr hohen Inzidenzen zu übermäßig häufigen Covid-bedingten Absagen kam. Nicht nur aufgrund von Erkrankungen, sondern auch weil sich Mitarbeiter*innen, Referent*innen wie Teilnehmer*innen vermehrt in häusliche Quarantäne und Isolation begeben mussten. Da die begründete Befürchtung bestand, dass dies den reibungslosen Ablauf der Tagung sehr kurzfristig erheblich stören könnte, entschied sich der Vorstand für die vorsichtigere Variante. Allen bereits angemeldeten Teilnehmer*innen wurde eine kostenlose Stornierung ermöglicht. Kosten für die Stornierung des Tagungshauses und der Hotelzimmer fielen nicht an. Die verringerten Kosten für die Tagung wurden auf die Teilnehmer*innen umgelegt.

Es kam in diesem Zug zu weiteren Absagen und einer Neuvergabe von drei Workshops. Drei der ursprünglich insgesamt 28 geplanten Workshops konnten nicht neu vergeben werden und werden nicht stattfinden. Die 25 übrigen Workshops sowie die zwei Expert*innenvorträge werden allerdings wie geplant stattfinden.

9. Tagung Psychotherapie-State-of-the-Art

Die 9. Tagung Psychotherapie-State-of-the-Art ist für 10.–11.September 2022 in Münster angesetzt. Das Stadthotel Münster dient als Veranstaltungsort. Das Tagungsthema lautet: „Wenn die Hütte brennt – Psychotherapeutische Herausforderungen“. Es wird einen Eröffnungsvortrag zu Metakognitivem Training (MKT) bei Psychosen, sowie insgesamt vier zweitägige Workshops zu Akut-MKT, Herausfordernden Situationen in der Psychotherapie, Umgang mit Sucht und Substanzkonsum in der niedergelassenen Praxis sowie die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen im Lichte der ICD-11 geben. Wie gewohnt wird ein gemeinsames Abendessen das Tagungsprogramm abrunden.

32. DGVT-Kongress für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung

Vom 03. bis 07. März 2021 wurde der 31. DGVT-Kongress für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung aufgrund des zum Zeitpunkt bestehenden Pandemiegeschehens online durchgeführt. Es war die erste digitale Großveranstaltung der DGVT und kann als absoluter Erfolg verbucht werden. Mit dem Titel „Brave New Psychotherapy“ wurde zu Themen rund um Themen wie soziale Ungleichheit und Ökonomisierung, Digitalisierung und Reform der Ausbildung, bis hin zu den neuen Herausforderungen in der Versorgung psychisch kranker Menschen ein umfangreiches Programm gestaltet. Dabei wurde der Frage nachgegangen, welche Veränderungen sich in der Gesellschaft, für Klient*innen, Therapeut*innen und andere Gesund-heitsberufe ergeben. Insgesamt nahmen 760 Teilnehmer*innen an den 13 Hauptvorträgen, 19 Symposien,
18 Workshops, 4 Round Tables, der Spring School und verschiedenen Diskussionsforen teil. Aufgrund der Umstellung auf online konnten ggf. auch Teilnehmer*innen angesprochen werden, die sonst eine Reise nach Berlin nicht ermöglichen können.

Nach dem Kongress ist vor dem Kongress! Die Planung des 32. DGVT-Kongress für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung findet vom 15.–19. März 2023 unter dem Titel „Man-Made Disasters“ startete bereits 2021. Der Kongress soll grundsätzlich ein Präsenz-Kongress werden. Daneben soll er jedoch durch ein komplementäres Online-Programm ergänzt werden. Die Hauptvorträge sollen hybrid stattfinden und zusätzlich aufgezeichnet werden. Die Aufnahmen soll anschließend den (Online-)Teilnehmer*innen zur Verfügung gestellt werden. Workshops sollen im besten Fall sowohl vor Ort als auch online angeboten werden. Die AWK ist als Kommission auch Ansprechpartnerin für die Inhaltliche Planungsgruppe (IPG), die den Kongress vorbereitet. Kristin Pfeifer ist die Vertreterin der AWK in der IPG.

Tagungen der DGVT Fort- und Weiterbildung 2022:

7.–9. April 2022

22. DGVT Workshoptagung. "Change it – Veränderungsprozesse in der Psychotherapie" – Online

10.–11. September 2022

9. Tagung Psychotherapie-State-of-the-Art „Wenn die Hütte brennt – Psychotherapeutische Herausforderungen“ in Münster

5.–6. November 2022

21. DGVT Praxistage „Alles bleibt anders – Psychotherapeutische Herausforderungen“ in Köln

 

3. Sitzungen und Gremientreffen

Auf der Mitgliederversammlung in 2021 wurden die AWK-Mitglieder Nina Engstermann, Eva-Maria Greiner, Anke Heier, Gerd Per, Kristin Pfeifer, Daniel Surall und Tobias Büttner wiedergewählt.

Im Jahr 2021 hat die Aus- und Weiterbildungskommission der DGVT mehrfach in Form von Telefon- und Videokonferenzen getagt. Die AKW-Sitzungen fanden am 6.6.2021, 17.10.2021 und 3.12.2021 online statt. Themen der Sitzungen waren die intensive Planung des Jahresprogrammes und der Tagungen, die Neukonzeption der Homepage und Organisatorisches.

Zukunftsplanung:

Im April 2021 fand ein Treffen zur Zukunftsplanung der Fort- und Weiterbildungsbereichs zwischen der AWK und dem geschäftsführenden Vorstand statt. Ein Evaluationstermin ist für Mai 2022 geplant.

Es ist weiterhin ein Gesprächstermin zwischen der Akademie und der AWK hinsichtlich der zukünftigen Weiterbildung und bestehender Möglichkeiten zur Zusammenarbeit geplant.

Personalsituation:

Peggy Schiemenz-Franke, Referentin der AWK, ist seit dem 20. Mai 2021 in Mutterschutz und anschließend in Elternzeit. Ihre Vertretung hat Milana Kirsch übernommen, die im 3. Dezember 2021 in Mutterschutz und anschließende Elternzeit gegangen ist. Beide kehren voraussichtlich im September 2022 zurück. Bis dahin hat Jeanine Narrog deren Aufgaben übernommen. Im Teilnehmer*innen-Management unterstützen Annette Pahl, Vjerana Mackert, Carolin Schmidt, Tanja Helali und Beyza Kara. Im Jahr 2021 wurde aufgrund der gestiegenen Anzahl des Seminarangebots und der hohen Nachfrage eine Stellenausweitung im Teilnehmer*innen-Management vorgenommen.

Die Aus- und Weiterbildungskommission:
Tobias Büttner, Nina T. Engstermann, Eva-Maria Greiner, Anke Heier, Gerhard Per, Kristin Pfeifer, Daniel Surall


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