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Symposien


Thema: Evidenzbasierte Psychotherapie: Konzepte, Voraussetzungen und Implikationen

Diskussionen über eine "evidenzbasierte Psychotherapie" lassen nur selten Raum für Nachfragen. Hier soll das Symposium ansetzen: Was ist eigentlich gemeint, wenn von evidenzbasierter Psychotherapie die Rede ist? Was ist der Unterschied von evidenzbasierter Psychotherapie und empirisch validierter oder wissenschaftlich fundierter Psychotherapie? Wie ist das Verhältnis von evidenzbasierter Psychotherapie und "guter Praxis"? Welche Rolle spielen Theorien in einer evidenzbasierten Psychotherapie? Außerdem soll herausgearbeitet werden, in welchen Kontexten eine evidenzbasierte Praxis sinnvoll ist und was sich daraus für das Verständnis von Psychotherapie ableiten lässt.

Referate:

  • Hans Westmeyer, Berlin: Wissenschaftstheoretische Aspekte evidenzbasierter Psychotherapie
  • Gisela Borgmann, Mainz: Psychotherapeuten und evidenzbasierte Psychotherapie: Hoffnungen und Befürchtungen
  • Thomas Fydrich, Berlin: Empirically Supported Treatments (EST): Argumente für eine indikationsorientierte Intervention in der Psychotherapie
  • Bruce Wampold, Madison/USA: Practice-Based Evidence - Increasing Client Benefits by Measuring Outcomes

Planung und Moderation: Anna Auckenthaler, Jeanette Bischkopf, Sabine Wolff, Berlin

Thema: "Irgendwie anders": Die Bedeutung von interindividueller Differenz und Verschiedenheit in der psychosozialen Arbeit in Beratung und Psychotherapie

Ebenso wie auf der gesellschaftlichen und lebensweltlichen Ebene stellen sich auch für die psychosoziale Arbeit im Allgemeinen und für Beratung und Psychotherapie im Besonderen zwei Anforderungen: "Die Anerkennung von Differenz einerseits und die Integration der Verschiedenen andererseits" (Ulrich Beck).
In dem Symposium soll aufgezeigt werden, welche Bedeutung Differenz, Verschiedenheit, Fremdheit für die Entwicklung von Beratung und Psychotherapie hat und in welcher Form sie in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von BeraterInnen und PsychotherapeutInnen aufzugreifen sind. Folgende interindividuelle Differenzaspekte werden betrachtet: das Geschlecht, die kulturelle Herkunft (kulturelle Vielfalt und Interkulturalität), das Alter ("Altersweisheit" und jugendlicher "Sturm und Drang" "die Bedeutung" altersbezogener Diversität"), die sozio-ökonomische Lebenslage und die sexuelle Orientierung (Bedeutung von Heterosexualität und Homosexualität).

Referate:

  • Ute Sonntag, Bremen; Irmgard Vogt, Berlin: Die Bedeutung von Differenz und Verschiedenheit in der psychosozialen Arbeit, Beratung und Psychotherapie - Aspekt Geschlecht
  • Paul Mecheril, Bielefeld: "Fremdheit" als soziale Praxis
  • Hans-Christian Kossak, Bochum: Zum Lebensalter
  • Heiner Keupp, München: Und die im Dunkeln sieht man nicht: Von der alte und der neuen Armut und ihren psychosozialen Konsequenzen
  • Philipp Hammelstein, Düsseldorf: Psychotherapeutisches Arbeiten am "anderen Ufer": Welches Rüstzeug ist notwendig?

Planung und Moderation: Für die Aus- und Weiterbildungskommission der DGVT:

                     Hubert Kötter, Köln; Gerhard Per, Gelsenkirchen; Claudia Ruff, Bottrop; Judith Schild, Münster; Anke Tolzin, Tübingen; Bernhard Wilhelmer, Berlin 

Thema: Psychotherapie bei Persönlichkeitsstörungen: Neue Konzepte - neurobiologische Veränderungen und Evaluation

Im Symposium sollen neue Ansätze bei der Therapie von Persönlichkeitsstörungen praxisnah dargestellt und diskutiert werden. Unsere Klinik präsentiert Daten und Erfahrungsberichte einer stationären Dialectical Behaviour Therapy (DBT) für PatientInnen mit Borderline Persönlichkeitsstörung, wobei wir die stationäre DBT insofern modifiziert haben, als dass wir die PatientInnen zu jeweils 3 Blöcken mit verschiedenen Schwerpunkten behandeln. Ergänzend werden Kasuistiken mit besonders schwierigen Behandlungsverläufen vorgestellt. Des Weiteren präsentieren verschiedene Arbeitsgruppen Befunde zu neurobiologischen Aspekten bei der Posttraumatischen Belastungsstörung der Borderline Persönlichkeitsstörung und Ergebnisse zu neurobiologischen Veränderungen unter DBT. Wir erwarten eine spannende und anregende Diskussion zur Wirksamkeit, aber auch Problemen, bei der Therapie von Persönlichkeitsstörungen, wobei der Schwerpunkt des Symposiums bei der Borderline Persönlichkeitsstörung liegt.

Referate:

  • Sven Barnow, Landau: Psychotherapie bei Persönlichkeitsstörungen: ein Review
  • Christian Schmahl, Mannheim: Der Einfluss traumatischer Lebensereignisse bei der Borderline-Störung
  • Ludger Tebartz van Elst, Freiburg: Persönlichkeitsstörung als Frontalhirnsyndrom. Eine neuropsychiatrische Modellvorstellung
  • Manuela Dudeck, Stralsund: Behandlung dissoziativer Phänomene innerhalb der DBT - Evaluation einer Three-Step-Intervention
  • Heiko Kilian, Bruchsal: Interaktionelle Aspekte in der Therapie sog. "Persönlichkeitsstörungen" - Entwicklung eines störungsspezifischen interaktionellen Ansatzes -
  • Dorothee Bernheim, Stralsund: Objektbeziehungsgestaltung in der DBT - Evaluation einer Interventionsstudie
  • G. Domes, G. Vater, Ch. Berger, M. Lettau, K. Hauenstein, S.C. Herpertz; Rostock: Neurofunktionelle Korrelate der Emotionsregualtion - fMRT-Pilotstudie bei der Borderline Persönlichkeitsstörung

 Planung und Moderation: Sven Barnow, Landau; Harald Freyberger, Stralsund

Thema: Aktuelle psychoedukative Intervention in der klinischen Praxis

Die Förderung der individuellen Krankheitsbewältigung und die Optimierung der Rezidivprophylaxe stehen im Mittelpunkt dieses Symposiums über psychoedukative Interventionen. Die Erarbeitung krankheits- und behandlungsbezogener Informationen nimmt hierbei einen zentralen Stellenwert ein. Zahlreiche Untersuchungen weisen darauf hin, dass erst eine Kombination aus Psychoedukation mit psychotherapeutischen - meist verhaltenstherapeutischen Techniken - zu einer langfristigen Stabilisierung und einer effizienten Rückfallprophylaxe führt. Vier Störungsbereiche, die sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich häufig vorkommen - Depressionen, Borderline-Störungen, Ängste und Zwänge - werden ausführlich thematisiert.

Referate:

  • Elisabeth Roth, Annette Schaub, München: Kognitiv-psychoedukative Interventionen bei depressiven PatientInnen - Beschreibung eines manualisierten Gruppen- und Einzeltherapieprogramms
  • Annette Schaub, Elisabeth Roth, München: Studien zu kognitiv-psychoedukativen Interventionen bei bipolaren und unipolaren Erkrankungen
  • Hans Gunia, Darmstadt; Jürgen Friedrich, Rostock-Warnemünde: Psychoedukation in der dialektisch behavioralen Therapie (DBT) der Borderline-Persönlichkeitsstörungen
  • Jennifer Dillmann, Görlitz: Zwangsstörung - Möglichkeiten und Grenzen im multimodalen psychosomatischen Behandlungssetting - Erfahrungsbericht über 3 Jahre

Planung und Moderation: Bernd Behrendt, Homburg/Saar;
Annette Schaub, München

Thema: Aktuelle Entwicklungen in der Schizophreniebehandlung

In diesem Symposium werden aktuelle Entwicklungen in der Behandlung psychotisch erkrankter Menschen vorgestellt. Neben der Darstellung neuer Entwicklungen in der Pharmakotherapie (z.B. die so genannten "atypischen Neuroleptika"), werden auch die Weiterentwicklungen in der Verhaltenstherapie vorgestellt (z.B. kognitive Verhaltenstherapie in der Behandlung persistierender, neuroleptika-resistenter Symptomatik, Strategien zur Rezidivprophylaxe, verhaltenstherapeutische Familieninterventionen etc.). Darüber hinaus werden neue Ansätze zur Früherkennung und Frühbehandlung schizophrener Störungen dargestellt und diskutiert sowie auf Möglichkeiten und Bedeutung der Angehörigenarbeit und des "Trialogs" eingegangen.

Referate:

  • Thomas Wobrock, Homburg: Evidenzbasierte Pharmakotherapie der Schizophrenie
  • Tobias Klein, Bernd Behrendt, Homburg: Kognitive Verhaltenstherapie in der Schizophreniebehandlung
  • Frauke Schultze-Lutter, Heinz Picker, Joachim Klosterkötter, Stephan Ruhrmann, Köln: Neue Ansätze zur Früherkennung und Frühbehandlung schizophrener Störungen
  • Gabi Pitschel-Walz, Josef Bäuml, Heinrich Berger, München: Neue Perspektiven für Angehörige durch den Trialog - Erfahrungen mit Psychose-Seminaren 

Planung und Moderation: Bernd Behrendt, Homburg/Saar  

Thema: Prävention und Therapie der Adipositas als lebenslange Aufgabe - Angebote und spezifische Herausforderungen bezogen auf verschiedene Lebensabschnitte

Zunehmend kristallisiert sich heraus, dass die Krankheit Adipositas eine lebenslange Herausforderung darstellt:
Zum einen für die Betroffenen, die zunehmend schon im Kindesalter massive Gewichtsprobleme bekommen, die als Jugendliche meist deutlich die Ausgrenzung aus der Peergroup wegen des Gewichts zu spüren bekommen und deswegen ggf. eine Diät nach der anderen machen und die als Erwachsene dann zunehmend unter Folgeerkrankungen leiden.
Zum anderen aber für die TherapeutInnen und das Gesundheitssystem, da auf die unterschiedlichen Bedürfnisse dieser Menschen in verschiedenen Lebensabschnitten adäquat reagiert werden muss. Welche spezifischen Anforderungen müssen jeweils berücksichtigt werden? Bilden die gängigen Therapieangebote diese Anforderungen in genügendem Umfang ab? Welche unterschiedlichen Ansatzpunkte ergeben sich für präventive Strategien? In vier Referaten sollen Antworten auf diese Fragen gegeben werden.

Einleitung durch Andrea Benecke:

In der kurzen Einleitung soll ein Überblick über das Problem "Adipositas" gegeben werden: die Verbreitung, die gesundheitspolitische, medizinische und psychologische Dimension einer Erkrankung, die zunehmend bei Kindern schon festegestellt wird und für die es zurzeit keine verlässlich wirkende, längerfristig erfolgreiche Therapie gibt. Es sollen damit die wesentlichen objektiven Daten vermittelt und damit ein Einstieg in die folgenden Referate erleichtert werden.

Referate:

  • Martina Ernst, Zussan Vahabzadeh, Berlin: Leichter werden - wenn das mal so leicht wäre... - Anforderungen an eine kind- und elterngerechte Therapie der Adipositas
  • P. Warschburger, Potsdam: Jugendliche mit Adipositas: Große Kinder oder kleine Erwachsene?
  • Thomas Kliche, Christina Krüger, Uwe Koch, Hamburg; Cornelia Goldapp, Reinhard Mann, Jürgen Töppich, Köln: Adipositas-Prävention für Kinder und Jugendliche in der Bundesrepublik - eine qualitätsorientierte Bestandsaufnahme
  • Stephan Herpertz, Dortmund: Adipositas - das Problem der Medizinalisierung und Psychologisierung

Planung und Moderation: Andrea Benecke, Mainz  

Thema: Neue Versorgungsformen (Integrierte Versorgung, Medizinische Versorgungszentren)

Die aktuellen gesetzlichen und berufsrechtlichen Rahmenbedingungen lassen eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten zu. Die neuen Versorgungsformen wie Integrierte Versorgung, Medizinische Versorgungszentren und hausarztzentrierte Versorgung erfordern sowohl das zielgerichtete als auch abgestimmte Handeln aller Beteiligten. Der Versorgungsprozess wird zu einem Gesamtprodukt. Die in einem Versorgungsprozess zusammenarbeitenden Partner rechnen einen Fallpreis mit dem Kostenträger ab. Mit dem Paragraphen 140 SGB V wurden die gesetzlichen Grundlagen zur Entwicklung und Implementierung von Netzwerken der Integrierten Versorgung (IV) festgelegt. Über die in der Integrierten Versorgung vorgeschriebene Budgetverantwortung gegenüber dem Kostenträger werden Effizienzsteigerung und Prävention zu einem wirtschaftlichen Erfolgsfaktor, da Überschüsse bei den Leistungserbringern verbleiben dürfen.
In diesem Symposium werden ausgewiesene Experten einen Überblick über Herausforderungen, Chancen und Risiken neuer Versorgungsformen geben. Ergänzt werden die Darstellungen durch Konzepte aus der Praxis.

Referate:

  • Christina Tophoven, Berlin: Neue Versorgungsformen - Vision und Wirklichkeit
  • Dieter Best, Ludwigshafen: Die Sozialpsychotherapie-Vereinbarung - ein Vertrag zur integrierten Versorgung im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
  • Thomas Ballast, Siegburg
  • Monika Bobzien, Hamburg: Modellprojekt "Qualitätssiegel Selbsthilfefreundliches Krankenhaus"
  • Holger Schulz, Hamburg: Konzepte der integrierten Versorgung - Überblick und erste Erfahrungen mit der Evaluation 

Planung und Moderation: Andrea Benecke,  Katrin Mauer-Matzen, Mainz; Heiner Vogel, Würzburg 

Thema: Die Störung des Sozialverhaltens als Entwicklungsphase auf dem Weg zur fully functioning person in der Globalisierungsgesellschaft

Teil I:
Den Blick weiten - Zugänge zum Verständnis einer Störung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Anforderungen an sich entwickelnde Kinder, Jugendliche und ihrer Familien

Teil II:
Den Blick fokussieren - Zugänge zur Lösung einer Entwicklungsaufgabe von Kindern, Jugendlichen und ihrer Familien - eine Herausforderung für BehandlerInnen, Institutionen und Gesellschaft  

In diesem Symposium soll der Blick auf die "Störungen des Sozialverhaltens", die immer noch die häufigsten Anmeldegründe sowohl in Einrichtungen der Jugendhilfe als auch in psychotherapeutischen und psychiatrischen Praxen und Kliniken darstellen, in vierfacher Hinsicht betrachtet werden: 

  • als Entwicklungsabweichung im Sinne der Entwicklungspsychopathologie, die im biographischen Verlauf höchst unterschiedliche Formen annehmen kann
  • als behandlungsbedürftige Störung, die je nach individueller Ausprägung individuell zugeschnittene Hilfsmöglichkeiten benötigt
  • als Entwicklungsverlauf, der möglicherweise nur eine unerwünschte Ausprägung von Verhaltens- und Denkweisen darstellt, welche im Rahmen der fortschreitenden Individualisierung und Wirtschaftsliberalisierung des Gesellschaftssystems eigentlich erwünscht sind
  • als Herausforderung an Diagnostiker und Behandler, diese Störung in ihrer Wechselwirkung und Bedingtheit mit dem gesellschaftlichen Feld zu begreifen und deshalb Interventionen auch dort anzusetzen. 

Das Symposium soll damit ein tieferes Verständnis dieses Störungsbildes sowohl hinsichtlich seiner gesellschaftlichen Begründung als auch seiner individuellen Entwicklung ermöglichen und Ansätze zur Behandlung dieser Störung vor diesem Hintergrund vorstellen. 

Vorgesehen sind folgende Referate:  

  • Wolfgang Schreck,Gelsenkirchen; Michael Borg-Laufs, Mönchen-Gladbach: Aggressives Verhalten als Herausforderung für professionelle Helfer
  • Friedrich Linderkamp: Psychische Gesundheit und Erziehungsverhalten bei Eltern external verhaltensgestörter Kinder
  • Gudula Ritz-Schulte: Chaos im Gehirn: Risikoreiches Verhalten von Jugendlichen
  • Scheithauer, Berlin:  Entwicklungspsychopathologie aggressiv-dissozialen Verhaltens

Pause

  • Michael Borg-Laufs, Mönchengladbach; Wolfgang Schreck, Gelsenkirchen: Von der Gewalt des Zusammenhanges: Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und individuelle Aggression
  • Sabine Bittner: Fehlende Bildungschancen und Armut - Ein Hindernis für erfolgreiche Therapie?
  • Thomas Dirksen, Gelsenkirchen: Zur "Abklärung" in die Psychiatrie - Dissozialität auf Krankenschein?

Für den Abschluss ist eine Podiumsdiskussion mit aktiver Teilnahme der HörerInnen geplant, um insbesondere die Implikationen für eine angemessene Versorgung zu beleuchten und konkrete Vorschläge zu erarbeiten. Titel: Gewaltprävention als gesellschaftliche Aufgabe... was muss geschehen?

Planung und Moderation: Michael Borg-Laufs, Mönchengladbach; Wolfgang Schreck, Gelsenkirchen  

Thema: Hausaufgaben in der Psychotherapie

Hausaufgaben werden von vielen PsychotherapeutInnen eingesetzt und tragen zum Therapieerfolg bei. Trotz eines wachsenden Forschungsvolumens in den letzten Jahren sind viele Fragen zum Einsatz und zur erfolgbringenden Vergabe therapeutischer Hausaufgaben weiterhin offen.
In dem Symposium werden verschiedene Forschergruppen aktuelle Ergebnisse zum Thema vorstellen, die durch eine Vielzahl von Herangehensweisen wie Praktikerbefragungen, Fragebogenstudien an PatientInnen und TherapeutInnen und Beobachtungsverfahren gewonnen wurden. Entsprechend wird ein Einblick in die Praxis der Hausaufgabenvergabe, den aktuellen Forschungsstand und in neue empirische Befunde gegeben.

Referate:

  • Sylvia Helbig, Jürgen Hoyer, Dresden: Hausaufgaben vor der Therapie: Welchen Nutzen haben therapievorbereitende Maßnahmen?
  • Janine Breil, Heidelberg; Alexandra Kaczmarek, Fabian Chmielewski, Guido Engelmann, Sven Hanning, Joachim Kosfelder, Bochum: Hausaufgaben in der Psychotherapie: Methoden zur Erfassung der Intervention und ihrer Wirkung
  • Alexandra Kaczmarek, Fabian Chmielewski, Bochum: Hausaufgaben in der Psychotherapie: Die machtlosen TherapeutInnen?
  • Guido Engelmann, Sven Hanning, Bochum: Hausaufgaben in der Psychotherapie: Machen PatientInnen was sie wollen?
  • Lydia Fehm, Berlin: Wie kommt Psychotherapie in den Alltag? Empirische Ergebnisse
  • Janine Breil, Heidelberg; Joachim Kosfelder, Bochum: Einsatz von und Umgang mit psychotherapeutischen Hausaufgaben in der ambulanten Versorgungspraxis

Planung und Moderation: Janine Breil, Heidelberg  

Thema: Intensive Frühförderprogramme für sehr junge autistische Kinder: Neue Entwicklungschancen durch autismusspezifische "home-based-programs"

In diesem Symposium sollen die Ergebnisse von Programmen vorgestellt und diskutiert werden, die seit den 80er Jahren in den USA (Lovaas) entwickelt wurden und seit etwa 2 Jahren auch in Deutschland für sehr junge autistische Kinder (ab 2 Jahren) durchgeführt werden. Kennzeichen dieser Programme:

  • Sie sind zeitlich hoch intensive Maßnahmen (30-40 Stunden/Woche).
  • Sie finden im Elternhaus (home-based) statt.
  • Eltern und andere Nicht-Professionelle werden als Co-TherapeutInnen trainiert.
  • Sie sind verhaltenstherapeutisch (bzw. nach ABA) strukturiert.
  • Sie werden wissenschaftlich begleitet.

Durch den sehr frühen Beginn, die hohe Intensität und die Implementierung in den Alltag des Kindes soll verhindert werden, dass die autistische Entwicklungsstörung sich ausweitet - was ohne diese Förderung geschieht. Die Eltern werden professionalisiert. Die autistischen Kinder erhalten so massive Entwicklungsanreize, dass einige Kinder danach sogar normal beschult werden konnten.
Diese Programme gehören zu den erfolgreichsten Programmen für autistische Kinder überhaupt.

Referate:

  • Stephan Springer, Michelle Noterdaeme, München:  Früherkennung und Frühförderung autistischer Störungen bei Kindern
  • Georg Feuser, Zürich/Schweiz: Frühes Lernen von Kindern mit autistischen Störungen im Spiegel neuropsychologischer Grundlagen
  • Mareike Overhof, Ventura/USA: Das CARD Förderprogramm: Erfahrungen aus den USA und Optionen für Deutschland
  • Hermann Cordes, Ragna Cordes, Bremen: Das Bremer Elterntrainingsprogramm (BET). Ein neues Konzept intensiver Frühtherapie für autistische Kinder in Deutschland.
  • Angela Noller, Gemmrigheim: The american way - Intensive Verhaltenstherapie in den USA, England und Deutschland

Planung und Moderation: Hermann Cordes, Ragna Cordes, Bremen  

Thema: Historische und gesellschaftliche Aspekte der Professionalisierung der Psychotherapie in Deutschland

In den 1960er Jahren kann man für die Psychologie und auch für die Psychotherapie in Deutschland einen deutlichen Professionalisierungsschub feststellen. Damals, also vor erst ca. 40 Jahren, war die Psychotherapie in Deutschland noch vergleichsweise wenig verbreitet. Gleichzeitig stellte eine Expertenkommission einen kaum zu deckenden, jedoch wachsenden Bedarf fest. Im Zuge gesellschaftspolitischer Reformen erfolgte ab den 70er Jahren eine enorme Expansion (vgl. den sog. "Psychoboom") und eine Neuorganisierung des psychosozialen Feldes. Vielfältige Differenzen und Kämpfe begleiten die Professionalisierung der Psychotherapie bis heute.
Die Vorträge des Symposiums beleuchten ausgewählte Aspekte der Entwicklung und Professionalisierung der Psychotherapie auf unterschiedlichen Ebenen.

Referate:

  • Michael Sonntag, Salzburg/Österreich: Psychotherapie zwischen Individualisierung und Sozialintegration
  • Miriam Gebhardt, Konstanz: Popularisierung der Psychologie und elterliche Phantasien im 20. Jahrhundert
  • Christine Daiminger, Berlin: Zur Professionalisierung der Verhaltenstherapie in der Bundesrepublik Deutschland
  • Mark Helle, Stendal: Ist das Diplom nur die Eintrittskarte? Zum Verhältnis der akademischen Psychologie und der angewandten Klinischen Psychologie
  • Michael Svitak, Bad Staffelstein: Private Versicherungen: Ihr Einfluss auf die Entwicklung und Behandlung von psychischen Störungen

Planung und Moderation: Christine Daiminger, Berlin  

Thema: Psychotherapie und Psychopharmakotherapie

Viele PsychotherapeutInnen haben traditionell eine eher ablehnende Haltung gegenüber einer gleichzeitigen Behandlung ihrer PatientInnen mit Psychopharmaka. Dies gilt insbesondere für die Behandlung von Angststörungen, aber auch für viele andere. Andersherum legt die immer stärker werdende neurobiologische Forschung nahe, psychische Störungen lediglich als eine Störung des Transmitterstoffwechsels im Gehirn zu betrachten. Folge dieser Sichtweise ist, dass die Psychotherapie in vielen ärztlich dominierten Kontexten eine eher untergeordnete Rolle spielt. Doch wie steht es um die empirische Befundlage? Was kann man im Sinne einer evidenzbasierten Behandlung zum Vergleich zwischen Psychopharmakotherapie und Psychotherapie bei unterschiedlichen Störungsbildern sagen? Lässt sich eine differentielle Indikation ableiten? Ist eine Kombinationsbehandlung eher förderlich oder hinderlich? Diesen Fragen soll das Symposium nachgehen und dem Praktiker rationale Entscheidungskriterien an die Hand geben.

Referate:

  • Andreas Remmel, Mannheim: Psychotherapie und Pharmakotherapie bei Essstörungen: Was ist evidenzbasiert?
  • Wolfgang Retz, Homburg, Michael Rösler: Pharmakologische und Psychotherapeutische Behandlungsoptionen bei ADHS im Erwachsenenalter
  • Stephan Mühlig, Chemnitz: Zur Effektivität und Effizienz unterschiedlicher Ansätze der Depressionsbehandlung: Psychotherapie, Psychopharmakotherapie und Bewegungstraining im Vergleich
  • Andreas Remmel, Christian Schmahl, Mannheim: Psychotherapie und Pharmakotherapie bei Persönlichkeitsstörungen - von neurobiologischen Störungsmodellen zur therapeutischen Praxis

Planung und Moderation: Roberto D'Amelio, Homburg  

Thema: Aktuelle Entwicklung der Psychiatrie und Stellenwert der Psychotherapie

 Verfolgt man die Fachdiskussion der letzten Jahre, kann man leicht den Eindruck gewinnen, psychotherapeutische Methoden verlören in der Behandlung psychiatrischer Erkrankungen an Bedeutung. Ergebnisse aus Humangenetik und Neuropsychiatrie legen körpermedizinische Erklärungsmodelle und Behandlungsversuche nahe. Die Pharmakologie berichtet von verbesserter Qualität und Effizienz neuer Medikamente. Und auch die Forderung, in Behandlungsleitlinien nur  evidenzbasierte Methoden aufzunehmen, favorisiert eher medizinische Handlungsmodelle.

Verglichen mit Humangenetik, Neurobiologie und Pharmakologie wirkt der Aufwand für Fundierung und Evaluation psychotherapeutischer Methoden vergleichsweise bescheiden. Und die Sozialpsychiatrie spielt sogar im aktuellen wissenschaftlichen Diskurs kaum mehr eine Rolle. In der Summe entsteht das Bild eines wohlbegründeten Vorrangs körpermedizinischer, insbesondere medikamentöser Behandlung. Psychotherapie scheint in erster Linie ihre Berechtigung zu haben in der Begleitung, Unterstützung, Compliancesicherung der medizinischen Therapie.

Bei genauerem Hinsehen erweist sich allerdings die Beweislage als keineswegs so erdrückend, und es gibt mit Blick auf aktuelle Herausforderungen nicht wenige Anhaltspunkte, die sogar für eine wachsende Bedeutung psychotherapeutischer Methoden sprechen.

In Vorträgen aus unterschiedlichen psychiatrischen Praxisfeldern sollen zeitgemäße Ansätze psychotherapeutischer Arbeit vorgestellt werden, die geeignet sind, den Stellenwert und die Zukunftsfähigkeit von Psychotherapie in der Psychiatrie nachzuweisen.

Referate:

  • Liane Rumpl-Heisig, Gelsenkirchen: Ein gemeindepsychiatrisches Modellprojekt zur Betreuung ersterkrankter PsychosepatientInnen
  • Gisa Lieweris-Amsbeck, Kaufbeuren: Psychotherapeutische Arbeit mit suchtmittelabhängigen und komorbid psychisch kranken Menschen im Rahmen der Suchtforensik
  • Bernhard Wegener, Berlin: Verhaltenstherapeutische Arbeit mit schizophrenen PatientInnen als Prozess- oder Phasenbegleitung
  • Sabine Sperber, Tübingen: Ambulante psychotherapeutische Weiterbehandlung psychiatrischer PatientInnen nach der (Tages-)Klinik

Planung und Moderation: Achim Dochat, Wuppertal  

Thema: Psychotherapie affektiver Störungen

Das Symposium soll den "state of the art" der Psychotherapie affektiver Störungen widerspiegeln. Dabei wird sowohl Bezug genommen auf neuere Fokussetzung wie die Psychotherapie Bipolarer affektiver Störungen als auch auf die Perspektive des Lebensalters.

Referate:

  • Olivier M. Elmer, Wiesloch: Psychotherapie bei Bipolaren Störungen: Mehr als Complianceförderung
  • Petra Wagner, Chemnitz: Psychoedukation und kognitiv-verhaltenstherapeutische Strategien bei bipolaren Erkrankungen
  • Susanne Wortmann-Fleischer, Wiesloch: Psychotherapie bei postpartaler Depression: Ein interaktionszentriertes Therapieprogramm für psychisch kranke Mütter und ihre Kinder
  • Manfred Wolfersdorf, Bayreuth: Suizidalität und Depression
  • Jochen Stien, Georg Adler, Mannheim: Verhaltens-Einzelpsychotherapie von Depressionen im Alter: das VEDIA-Programm
  • Eva-Lotta Brakemeier, Andrea Lange, Eva Kischkel, Norbert Kathmann, Malek Bajbouj, Berlin: Möglichkeiten und Grenzen psychotherapeutischer und biologischer Behandlungen von chronischen Depressionen

Planung und Moderation: Oliver Elmer, Roswitha Jelley, Wiesloch  

Thema: "communicamus ergo sum": Sozialkonstruktionistische Perspektiven in Psychotherapie und Beratung

Die Postmoderne hat viele Konstrukte der Psychotherapie und Psychologie neu gefasst. Dazu gehören Konzepte wie Selbst, Kognition, Emotion und Psychopathologie. So spricht Kenneth Gergen von einem "relational self", das sich in und durch Beziehung immer wieder herstellt. In dieser Sicht sind Beschreibungen der Welt stets Ergebnis sozialer Praxis und an kulturelle Gewohnheiten gebunden.

Welche Folgen ergeben sich aus diesen Vorstellungen für die Theorie und Praxis der Psychotherapie? Und wie lässt sich damit psychotherapeutisch arbeiten? An Beispielen vom klinischen Alltag werden diese Fragen im Symposium erörtert.

Referate:

  • Barbara Zielke, Erlangen: Die Aufgabe des Selbst. Zur postkognitivistischen Konstruktion von Identitätsnormen
  • Margit Epstein, Oldenburg: Weib, Leib und Leid: Ein postmoderner Blick auf Geschlecht in der Psychotherapie
  • Eugene Epstein, Manfred Wiesner, Lothar Duda, Wilhelmshaven: Therapeutische Beziehung in der Postmoderne: Cineastische Portraits therapeutischer Diskurse - Was können wir von Billy Crystal und Robert de Niro lernen?
  • Heiko Kleve, Potsdam: Systemtheorie der Beratung. Ein postmoderner Ansatz aus der Perspektive der Theorie selbstreferentieller Systeme Luhmanns

Planung und Moderation: Margit Epstein, Oldenburg  

Thema: Sexualtherapie - es geht nur im Dialog der Therapieschulen 

Eine Reise durch den sexualtherapeutischen Prozess wird das Symposium leiten. Dabei werden die theoretisch-methodischen Elemente veranschaulicht an einem ausführlichen Fallbeispiel.

Eine "Quasi"-Patientin wird einzelne erfahrene Methoden beschreiben und ihren "Fall" zur Diskussion stellen.

Bestandteile des Symposiums werden in diesem Sinne sein die Elemente der Diagnostik und Problembeschreibung, die Problembegründung und -anylse, die Zielfindung im therapeutischen Prozess sowie die anschauliche Darstellung unterschiedlicher paar- und einzeltherapeutischer Interventionen und Methoden.

Aktive Mitwirkende sind Steffen Fliegel, Kirsten von Sydow, Katrin Thiemann, Andreas Veith und das Plenum, dessen Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Handouts versorgt zur eifrigen Diskussion eingeladen werden. 

Wir hoffen verdeutlichen zu können, dass nur der Dialog der Therapieschulen eine effektive Sexualtherapie möglich macht.   

Mitwirkende: Steffen Fliegel, Münster; Kirsten von Sydow, Hamburg; Katrin Thiemann, Münster; Andreas Veith, Dortmund

Planung und Moderation: Steffen Fliegel, Katrin Thiemann, Münster

Thema: Beratung, Counselling, Orientación - Beratung unter europäischer Perspektive

Beratung, Counselling und Orientación, diese Begriffe stehen für drei unterschiedliche und dennoch ähnliche Beratungsentwicklungen in Deutschland, Großbritannien und Spanien. Zwar hat sich Beratung als psychosoziale Dienstleistung überall etabliert, verändert aber ihr Profil nicht zuletzt im Zuge wirtschaftlicher Entwicklungen. Neben konzeptioneller Eigenständigkeit wird die beratungspolitische Eigenständigkeit immer wichtiger, um sich in einem von verschiedenen Professionen umkämpften Beratungsmarkt behaupten zu können. Mit erfahrenen KollegInnen aus den drei Ländern diskutieren wir diese Entwicklungen und werfen auch einen Blick auf die Perspektiven freiberuflicher Tätigkeit im Arbeitsfeld Beratung.

Referate:

  • Frank Engel, Ursel Sickendiek, Bielefeld: Beratung unter europäischer Perspektive
  • Frank Nestmann, Dresden: Wege und Irrwege: Paradoxien einer Beratungsprofessionalisierung in Deutschland
  • Colin Feltham, Sheffield/Großbritannien: Counselling in the UK: 40 years from start to professionalisation (Counselling in Großbritannien: 40 Jahre von den Anfängen bis zur Professionalisierung)
  • Rafael Bisquerra, Manuel Älvarez, Barcelona/Spanien: La orientación en España: modelos, áreas y contextos (Orientación in Spanien: Modelle, Felder und Kontexte).

 
Moderation:   Frank Engel, Ursel Sickendiek, Bielefeld
Planung
:       Für das Forum Beratung:
                     Frank Engel, Ursel Sickendiek, Bielefeld  

Thema: Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung in der psychotherapeutischen Praxis - Lästige Bürokratie und Kontrolle oder sinnvolle Professionalisierung?

Gesetzlich ist seit Beginn 2004 für alle niedergelassenen ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen im System der Gesetzlichen Krankenversicherung die Teilnahme an Maßnahmen zum Qualitätsmanagement in Praxen (QM) verpflichtend. Die Festlegung von genaueren Kriterien und die verbindliche Einführung entsprechender Maßnahmen sowie die Erprobung verschiedener Verfahren des Qualitätsmanagement und auch der Qualitätssicherung (QS) stehen jedoch noch ganz am Anfang. Voraussichtlich ab Herbst 2005 liegen Kriterien des Gemeinsamen Bundesausschusses über Inhalte und konkrete Ziele solcher Maßnahmen vor. Vor dem Hintergrund der aktuellen, teilweise sehr kontroversen Diskussion über möglichen Sinn und Gefahren solcher Maßnahmen sollen unterschiedliche QM-Systeme sowie die Perspektiven der Einrichtung, die Nutzung von prozess- und ergebnisorientierten Dokumentationssystemen und Messverfahren vorgestellt und mit kritischem Blick hinsichtlich einer möglichen Professionalisierung, einer Verbesserung der Versorgung, der Therapieprozesse, der Praktikabilität aber auch möglicher Gefahren vorgestellt und diskutiert werden.

  • Thomas Fydrich, Berlin: Dokumentation, Verlaufsmonitorin und Ergebnisevaluation am Beispiel des TK-Modells "Qualitätsmonitoring in der ambulanten Psychotherapie"
  • Andreas Nagel, Hamburg: Qualitätsmonitoring in der ambulanten Psychotherapie. Bisherige Erfahrungen mit dem TK-Modellprojekt
  • Anne A. Springer, Berlin: Prozess - und Ergebnisserfassung in der Psychoanalytischen Therapie
  • Timo Harfst, Berlin: Externe Qualitätssicherung in der medizinischen Rehabilitation - Möglichkeiten und Hindernisse einer systematischen Qualitätsverbesserung?
  • Franziska Diel, Berlin: Qualität und Entwicklung in Praxen (QEP). Konzept und bisherige Erfahrungen mit dem QM-System der KBV
  • Kai Born, Eltville: Erfahrungsbericht: QEP und Qualitätsmanagement in der psychotherapeutischen Praxis
  • Ruth Jäger, Dresden: Qualität in Sicht?! - Evaluation von QS-Maßnahmen in der Verhaltenstherapieausbildung
  • Wolfgang Palm, Karlsruhe: QM und QS in der ambulanten Psychotherapie - Sinnvolle Professionalisierung oder lästige Bürokratie und Kontrolle? 

Planung und Moderation: Thomas Fydrich, Berlin  

Thema: Subjektive Krisenverläufe und soziale Ordnung

Im Rahmen des Symposiums werden qualitative und quantitative Forschungsarbeiten zu subjektiven Krisenverläufen und der Erschütterung und Wiederherstellung sozialer Ordnung vorgestellt.
Einen Schwerpunkt bildet die Auswertung narrativer Interviews zu Krisenverläufen. Dabei berichten Menschen über selbst erlebte krisenhafte Ereignisse, Helfer über die Begleitung von Krisengeschehen und Individuen, die in Institutionen arbeiten, in denen sich Krisen ereignen.
Ein anderer Bereich reflektiert standardisierte Hilfsangebote auf empirischer und klinischer Basis.
Das Ziel des Symposiums ist die Schaffung eines vielschichtigen Bildes von Krisen auf den Ebenen der Person, der Institution und der Helfersysteme. Dabei werden Modellvorstellungen über Dauer, Verlauf und Behandlung von Krisen, ebenso wie übliche Hilfsangebote und der institutionelle Umgang aufgegriffen und hinterfragt werden.

Referate:

  • Jürgen Glinka, Neubiberg: Krisenerleben vor dem Hintergrund in der biographischen Planung und biographischer Arbeit
  • Dana Protogerov (Neubiberg): Attentat an einer Schule - Leben nach dem Schock. Geschlechtsspezifischer Verlauf einer Krisenbewältigung.
  • Dirk Kratz, Riegelsberg: Alltägliches Erzählen als Bewältigungsverhalten von krisenhaften Ereignissen
  • Werner Schefold, Neubiberg: Krisenintervention als  Hilfe
  • Stefanie Schramm, Düsseldorf: Standardisierte Gruppenverfahren zur Stressbewältigung und Krisenhilfe: Forschungsergebnisse und Praxis-Erfahrungen
  • Thomas Giernalczyk, München: Krisenintervention zwischen Standardisierung und Selbstreflexion

Planung und Moderation: Thomas Giernalczyk, München  

Thema: Prävention von Verhaltensstörungen im Kindes- und Jugendalter

Das Thema "Prävention kindlicher Verhaltensstörungen" findet derzeit ein großes öffentliches Interesse, sowohl im Blick auf die steigenden Zahlen von Aggression, Gewalt und Delinquenz bei Kindern und Jugendlichen als auch im Hinblick auf internalisierende Störungen wie z.B. Angst und Depression. Diese zählen zu den häufigsten Störungen im Kindes- und Jugendalter, sind für die Betroffenen mit einer Vielzahl von Beeinträchtigungen verbunden und gelten darüber hinaus auch als Risikofaktor für die Herausbildung von psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter. Nur ein Bruchteil der Betroffenen wird jedoch von beratenden oder therapeutischen Angeboten der psychosozialen Versorgung erreicht.
Vor diesem Hintergrund wurden in der Vergangenheit vielfältige Präventionsprogramme entwickelt (z.B. soziale Trainings für Kinder und Jugendliche, Elterntrainings etc.), mittels derer eine große Anzahl von Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen frühzeitig vor der Herausbildung von Symptomen erreicht werden sollen. Doch wen erreichen diese Ansätze? Und wie erfolgreich sind sie? Im Symposium wird ein Überblick über aktuelle Studien im Bereich externalisierender und internalisierender Störungen bei Kindern und Jugendlichen gegeben.

Referate:

  • Tina In-Albon, S. Schneider, F. Wilhelm, Basel/Schweiz: Kognitive Merkmale bei Kindern mit Trennungsangst & das TrennungsAngstProgramm für Familien (TAFF)
  • Barbara Schlup, Basel/Schweiz: Familiäre Interaktionsmuster bei der Zwangsstörung im Kindes- und Jugendalter: Die Beobachtung von Verhaltensweisen in Mutter-Kind-Dyaden vor und nach einer familienorientierten kognitiven Verhaltenstherapie
  • Heike Bertram, Nina Heinrichs, S. Krüger, A. Kuschel, S. Naumann, D. Ständer, I. Schmalbruch, K. Hahlweg, Braunschweig: Wer macht mit bei präventiven Elterntrainings? Über die Schwierigkeit an die "richtigen" Eltern zu gelangen
  • Nina Heinrichs, Heike Bertram, A. Kuschel, S. Krüger, S. Naumann, I. Schmalbruch, K. Hahlweg, Braunschweig: Die Effektivität universeller und selektiver Prävention bei kindlichen emotionalen und Verhaltensstörungen - Wirksamkeit eines kognitiv-behavioralen Elterntrainings in verschiedenen sozialen Schichten
  • Julia Plück, I. Freund-Braier, C. Hanisch, C. Hautmann, N. Meyer, M. Döpfner, Köln: Präventionsprogramm für Eï¾@ésives Problemverhalten bei Kindergartenkindern (PEP)

Moderation:   Bernd Röhrle, Tübingen

Planung:       Elisabeth Jürgens, Braunschweig  

Thema: Psychotherapie bei somatischen Erkrankungen

Den psychischen Folgen somatischer Erkrankungen wird heutzutage in der Medizin immer noch wenig Beachtung geschenkt. Jedoch müssen sich PatientInnen mit körperlichen Erkrankungen zahlreichen psychosozialen Belastungen stellen. Die damit verbundenen Besonderheiten in der Psychodiagnostik und Psychotherapie sollen im Rahmen dieses Symposiums exemplarisch erörtert und diskutiert werden.

Referate:

  • Ulrike Worringen, Berlin: Was ist Psychotherapie in der medizinischen Rehabilitation?
  • Janine Breil, Heidelberg; Oliver Püschel, Rainer Sachse, Bochum: Klärungsorientierte Psychotherapie mit psychosomatischen Klienten - Ergebnisse aus dem Bochumer Psychosomatik-Projekt
  • Michael Svitak, Bad Staffelstein:  Generalisierte dysfunktionale Annahmen in der Psychotherapie des chronischen dekompensierten Tinnitus
  • Babette Renneberg, Berlin; Sabine Ripper, Hanna Wallis, Heidelberg: Psychosoziale Folgen von Brandverletzungen, Entwicklung von Ressourcen, Belastungen und Bewältigungsstrategien
  • Helene Hofer, Hans-Jörg Znoj, René Müri, Bern/Schweiz: Krankheitsverarbeitung nach einer Hirnverletzung: Therapeutische Implikationen

Pause

  • Alexandra Winzer, Hamburg: Ein Gruppeninterventionsprogramm für Melanompatienten in der ambulanten Nachsorge: Effekte einer kontrolliert-randomisierten Untersuchung auf verschiedene Zielparameter (Lebensqualität, Gesundheitsverhalten und Morgencortisolprofil)
  • Lars Kröger, Hamburg: Lebensqualität krebskranker Kinder, krebskranker Erwachsener und deren Angehörigen. Ergebnisse der ambulanten familienorentierten Nachsorge und Rehabilitation
  • Manfred Brennecke, Barbara Karadag, Hamburg: Medizinische Fortschritte - Soziodemographische Entwicklungen - Anforderungen an die psychoonkologische Unterstützung für Junge Familien
  • Posterbeitrag: Lars Kröger, Hamburg: Psychische Belastung trauernder Kinder und Erwachsener. Zur Notwendigkeit der Integration Trauernder in die psychoonkologische Behandlung

  Planung und Moderation: Daniel Köhn, Würzburg  

Thema: Dysfunktionale Informationsverarbeitungsprozesse und deren Therapierelevanz bei verschiedenen psychischen Störungen

Informationsverarbeitungsprozesse beeinflussen die Wahrnehmung und Interpretation von Ereignissen in unserem Alltag und wirken sich auf unser Verhalten und unsere Gefühle aus. Diese enge Verzahnung kognitiver mit emotionalen Prozessen und behavioralen Konsequenzen spielt dabei vor allem in der Entstehung und Aufrechterhaltung verschiedener psychischer Störungen eine Rolle. In diesem Symposium sollen daher Dysfunktionen in der Informationsverarbeitung bei verschiedenen psychischen Störungen aufgezeigt und hinsichtlich ihrer Relevanz in der Behandlung diskutiert und mögliche Ansätze in der Therapie aufgezeigt werden.

Referate:

  • Gaby Bleichhardt, Wolfgang Hiller; Mainz:Informationsverarbeitung von Krankheitsängstlichen bei einer Krebsreportage
  • Thomas Müller, Mainz; Ulrich Stangier, Jena; Stefanie Adam-Schwebe, Frankfurt: Ästhetische Wahrnehmung bei Körperdysmorpher Störung
  • Tanja Legenbauer, Mainz; Silja Vocks, Bochum: Welche Rolle spielen Informationsverarbeitungsprozesse bei der Aufrechterhaltung von Essstörungen - eine experimentelle Studie zur emotionalen Gesichterkennung an Frauen mit Essstörungen
  • Reinhard  Pietrowsky, Düsseldorf: Wahrnehmung unterschwellig dargebotener Nahrungsreize bei Personen mit gezügeltem Essverhalten und Bulimikerinnen
  • Silja Vocks, Bochum; Tanja Legenbauer, Mainz; Nikolaus Troje, Ontario/Kanada: Informationsverarbeitung bei Esstörungen: Mentale Repräsentation der eigenen Bewegungsmuster

Planung und Moderation: Tanja Legenbauer, Mainz; Silja Vocks, Bochum  

Thema: Kinder und Partner psychisch kranker Menschen: Unterstützungsbedarf und Interventionskonzepte

Die Mit-Betroffenheit von Kindern und Partnern psychisch Kranker, ihre spezifischen Belastungen, Probleme und Erfahrungen konnten in einer Reihe von Studien empirisch belegt werden. Dabei spiegelt der Befund, dass Kinder und Partner ein statistisch erhöhtes Risiko für eigene psychische Erkrankungen tragen, nur einen Teil der komplexen Problematik wider. So sind Kinder im Umgang mit dem psychisch erkrankten Elternteil häufig auf sich selbst gestellt und bleiben mit ihren Sorgen und Problemen allein. Auch auf die Partnerschaft wirkt sich eine psychische Erkrankung oft in gravierender Weise aus. Partnerschaften mit psychisch kranken Menschen sind fragile Beziehungen, die in vieler Hinsicht belastet und gefährdet sind. Vor diesem Hintergrund können spezifische Hilfeangebote für Kinder und Partner eine wichtige Bewältigungsressource darstellen. Auf der Grundlage neuer Forschungsergebnisse soll auf dem Symposium zunächst ein Einblick in die Erlebens- und Gefühlswelt von Kindern und Partnern gegeben sowie ihre Bedürfnisse und Wünsche nach Unterstützung dargestellt werden. Weiterhin sollen Interventionskonzepte für Kinder und Partner vorgestellt werden.

Referate:

  • Torsten Lucas, Christiane Deneke; Hamburg: Ambulante und teilstationäre Behandlung psychisch kranker Mütter und Väter  mit ihren Säuglingen und Kleinkindern
  • Christiane Deneke; Hamburg: Präventive Gruppenarbeit mit Kindern psychisch kranker Eltern ("Auryn-Gruppen")
  • Kurt Hahlweg; Braunschweig: Einbindung von Partnern in die Psychotherapie unter besonderer Berücksichtigung der Kinder
  • Jeannette Bischkopf; Berlin: Angehörigenberatung bei Depression

Planung und Moderation: Albert Lenz, Paderborn, Johannes Jungbauer, Aachen  

Thema: Komplexe Störungen der Persönlichkeitsentwicklung bei Kindern und Jugendlichen

Persönlichkeitsstörungen sind im Erwachsenenbereich sehr umstritten, aber diese Diagnose wird immer häufiger auch bei Kindern und Jugendlichen vergeben. Das Einfügen des neuen Begriffes "Persönlichkeitsentwicklungsstörung" ändert jedoch nichts an der Kernproblematik, die mit dieser Diagnose verknüpft ist. BehandlerInnen schwanken immer wieder zwischen der Beschreibung von schweren Verhaltensauffälligkeiten und der Angst vor einer Stigmatisierung.
Dieses Symposium soll sich den verschiedenen Aspekten dieses Themenkomplexes widmen.

Teil I - Vormittag:

Modelle der Persönlichkeitsentwicklungsstörungen und Behandlungsansätze

Leitung: Rudi Merod, Bad Tölz

  • Rudi Merod, Bad Tölz: Familiäre Umwelt, Neurobiologie und Persönlichkeitsentwicklung
  • Khalid Murafi, Hamm: Das Reizschutzmodell als Grundalge zum Verständnis der beginnenden Persönlichkeitsstörungen im Jugendalter
  • Rudi Merod, Bad Tölz: Aggressive Jungen - Dissoziale Erwachsene?
  • Monique Peters, Offenburg: Störungen der Persönlichkeitsentwicklung bei Kindern und Jugendlichen im Jugendhilfealltag
  • Monique Peters, Offenburg: Mehrdimensionale Hilfskonzepte (nicht nur) bei komplexen Problemkonstellationen

Teil II - Nachmittag:

DBT-A: Dialektisch-Behaviorale Therapie bei Adoleszenten

Leitung Rudi Merod, Bad Tölz; Eberhard Schulz, Freiburg

  • Eberhard Schulz, Christian Fleischhaker, Freiburg: Konzepte und diagnostische Kriterien für Borderline-Persönlichkeitsstörung im Kindes- und Jugendalter
  • Renate Böhme, Christian Fleischhaker, Eberhard Schulz, Freiburg: Die Einzeltherapie in der Dialektisch-Behavioralen Therapie für Adoleszente (DBT-A)
  • Barbara Sixt, Christian Fleischhaker, Eberhard Schulz, Freiburg: Die Gruppentherapie in der DBT-A - Die Familien-Fertigkeiten-Trainingsgruppe
  • Christian Fleischhaker, Michael Munz, Renate Böhme, Barbara Sixt, Eberhard Schulz, Freiburg: Erste Ergebnisse der Behandlung mit der Dialektisch-Behavioralen Therapie für Adoleszente (DBT-A)

Planung und Moderation: Rudi Merod, Bad Tölz  

Thema: Belastungen im Lehrerberuf  Antworten und Strategien der Psychotherapie

Unter den KlientInnen in der Psychotherapie begegnen uns häufig Lehrerinnen und Lehrer mit psychischen und psychosomatischen Leiden. Da sie immer wieder die berufliche Belastung als Ursache ihrer Symptomatik artikulieren, wird man mit der Frage konfrontiert, ob die üblichen symptom- und syndromspezifischen Diagnose- und Veränderungsstrategien auch für diese KlientInnen geeignet sind.
Es wird heute gefordert, die besonderen Bedürfnisse von Patientengruppen stärker bei der Entwicklung der Psychotherapie zu berücksichtigen. D. h. auf Lehrkräfte bezogen, die Zusammenhänge zwischen berufsspezifischen Belastungen und psychosomatischen Beschwerden zu beachten.
Im Symposium sollen bislang erarbeitete Ergebnisse präsentiert werden, um die Psychotherapie mit diesen KlientInnen angemessen zu gestalten.

Referate:

  • Uwe Schaarschmidt, Potsdam: Beneidenswerte Halbtagsjobber? Gesundheitliche Belastung im Lehrerberuf - Analyse und Schlussfolgerungen
  • Elisabeth Gläßer, Trier: Das Projekt Lehrergesundheit Rheinland-Pfalz -  Ansatzpunkte und Bausteine der Gesundheitsförderung für Lehrkräfte
  • Dirk Lehr, Marburg; Nadja Sosnowsky, Andreas Hillert, Prien: Auf der Suche nach den Unterschieden. Was unterscheidet psychisch "erkrankte" Lehrkräfte von ihren "gesunden" Kollegen?
  • Andreas Hillert, Nadja Sosnowsky, Prien; Dirk Lehr, Marburg: Behandlung psychosomatisch erkrankter Lehrkräfte - Prävention psychosomatischer Erkrankungen im Lehrerberuf
    Dissonanzen zwischen systemischen Voraussetzungen, individuellen Determinanten und verhaltenstherapeutischen Ansätzen
  • N. Sosnowsky, Prien; D. Lehr, Marburg; A. Hillert, Prien: AGIL - Ein berufsspezifisches Stresspräventions- und Stressbewältigungsprogramm für psychosomatisch erkrankte Lehrer - Konzeption und erste Evaluationsergebnisse

Planung und Moderation: Hans-Peter Michels, Böhl-Iggelheim  

Lesung: Bitte gib mir nur ein Wort! - Lösungen für das doppelte Dilemma in der Männertherapie

Die Psychotherapie mit Männern ist häufig mit einem doppelten Dilemma konfrontiert, nämlich 1. dem sozialisationsbedingten "männlichen Dilemma" des mangelnden Bezugs zu eigenen Gefühlen sowie 2. dem daraus entstehenden "männertherapeutischen Dilemma" der Sprach-, Kontakt- und Hoffnungslosigkeit im therapeutischen Setting. In Anlehnung an das Kongressthema wollen die Bielefelder Männertherapeuten Wolfgang Neumann und Björn Süfke den in ihrem Buch "Den Mann zur Sprache bringen" vorgestellten männerspezifischen Ansatz in dieser Mittagspause ein wenig weiterentwickeln - und zwar in gewohnt kurzweiliger Form mit Hilfe von Geschichten, Fallberichten und Liedern über Männer und Männertherapeuten.

Organisation: Wolfgang Neumann, Björn Süfke, Bielefeld  

Thema: Krisenintervention zwischen Kurzzeittherapie und Notfallpsychologie

Das Symposium stellt Tätigkeitsfelder, Interventionsansätze und institutionelle Kontexte der modernen Krisenintervention vor und verknüpft dabei die Perspektiven der praktisch Tätigen mit denen der Forscher. Es stellt die Frage nach den Gemeinsamkeiten in den Unterschieden und beschäftigt sich mit der Möglichkeit, diese in der Weiterbildung didaktisch sinnvoll zu vermitteln. Die Rolle des Kontexts, die Grenzen von Krisenintervention und die Bedeutung von Kooperation und Weitervermittlung werden aus mehreren Blickwinkeln diskutiert. Während einzelne Beiträge die Besonderheiten der Arbeit mit spezifischen Zielgruppen herausarbeiten, wird ein Behandlungsprogramm traumatischer Störungen im Rahmen einer Studie vorgestellt und evaluiert.

Referate:

  • Yasmin Ataya, Dietmar Trobitzsch, Berlin: Anwendung lösungsorientierter Kurzzeittherapie in der Krisenintervention
  • Wolf Ortiz-Müller, Berlin: "Der unsichtbare Dritte" oder Krisenintervention im System
  • Sigrid Meurer, Rita May, Berlin: Krise im Kindes- und Jugendalter
  • Sönke Behnsen, Köln: Ambulante psychotherapeutische Intervention bei Wohnungslosen mit akuten psychischen Störungen und Suchterkrankungen
  • Stefanie Kunz, Ulrike Scheuermann, Berlin: Wie wird Krisenintervention gelernt und gelehrt?
  • Matthias Fauth, Hamburg:  Evaluation eines kognitiv-verhaltenstherapeutischen Gruppenbehandlungsprogramms für traumatisierte Patienten nach schweren Bahnunfällen und Bahnsuiziden
  • Christina Maerten, Berlin; Irmtraud Beerlage, Magdeburg: Bedeutung und Varianten der Weitervermittlung in der ambulanten Krisenintervention - eine empirische Studie im Berliner Krisendienst

 
Planung und Moderation: Wolf Ortiz-Müller, Ulrike Scheuermann, Berlin  

Thema: Emotionen, Ressourcen und Beziehungen als zentrale Inkongruenzquellen: Konzeptuelle Überlegungen, empirische Ergebnisse und praktische Anwendung (im Gedenken an Professor Klaus Grawe)

In seinem Buch "Neuropsychotherapie" betont Klaus Grawe den Einfluss von Emotionen, ungünstigen Beziehungserfahrungen und fehlenden Ressourcen auf die Stressregulation und die Entstehung von psychischen Störungen. In diesem Symposium werden konzeptuelle Überlegungen und neue empirische Untersuchungen aus der Berner Arbeitsgruppe dargestellt. Im Vordergrund der verschiedenen Beiträge steht die Frage, wie das Standardverfahren durch Zusatzmodule zur Ressourcenförderung und Emotionsregulation ergänzt werden kann, und welchen Einfluss diese Faktoren auf einen erfolgreichen Therapieverlauf haben. Die Wirksamkeit der Maßnahmen und die praktische Umsetzung werden anhand von Gruppenvergleichen und konkreten Fallbeispielen illustriert.

Referate:

  • Christoph Stucki, Klaus Grawe, Bern/Schweiz: Die Therapiebeziehung differentiell gestalten ⿿ wünschenswert, aber nicht ganz einfach
  • Martin Grosse Holtforth, Klaus Grawe, Bern/Schweiz: Lieber keine Schwächen zeigen - Angst vor Verletzlichkeit in der Psychotherapie
  • Matthias Berking, Klaus Grawe, Bern/Schweiz: Wie lassen sich die emotionalen Kompetenzen von PatientInnen stärken? Vorstellung eines störungsübergreifenden Trainingsprogramms
  • Hansjörg Znoj Bern/Schweiz: Emotionsregulation in der Psychotherapie: Kompetenz oder Abwehr?
  • Daniel Regli, Anne Trösken, Sibylle Brunner, Karolina Landowski, Klaus Grawe, Bern/Schweiz: Das Berner Wirkfaktoreninventar: Der Ressourcenfragebogen
  • Christoph Flückiger, Klaus Grawe, Bern/Schweiz: ROMA - Ressourcenorientierte Mikroprozess-Analyse: Erste Ergebnisse empirisch validierter Gesprächsstrategien
  • Daniel Gassmann und Simon Itten, Bern/Schweiz: Ressourcenförderung konkret - Beispiele aus der Praxis

Planung und Moderation: Daniel Regli, Bern  

Thema: Emotionsregulation bei Borderline Persönlichkeitsstörung - neue Forschungsergebnisse und ihre Bedeutung für die psychotherapeutische Praxis

Die Borderline Persönlichkeitsstörung ist ein komplexes Störungsbild, dessen zentrale Merkmale Probleme der Emotionsverarbeitung und Emotionsregulation sind. Für verschiedene Bereiche der Emotionsregulation bei Patienten und Patientinnen mit BPS liegen neue Forschungsergebnisse vor. Im Symposium werden aktuelle Beiträge zu neurobiologischen Mechanismen beim Lernen, zur endokrinen und kardiovaskulären Stressreaktivität, zu Spannungszuständen, zum mimischen Gesichtsausdruck und zum autobiografischen Gedächtnis vorgestellt. Ein Schwerpunkt der Diskussion liegt auf der Bedeutung dieser Ergebnisse für die kognitiv-verhaltenstherapeutische Praxis.

Referate:

  • Nicole Christine Schommer, N. Meissner, I. Heuser, Lammers, Berlin: Endokrine und kardiovaskuläre Stress-Reaktivität infolge psychotherapietypischer Belastung bei PatientInnen mit Boderline-Persönlichkeitsstörung
  • Simkje Sieswerda, A. Arntz, Frankfurt: Hypervigilanz bei Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Jana Mauchnik, Ulrich Ebner-Priemer, Martin Bohus, Mannheim: Emotionales Lernen bei PatientInnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Christian Stiglmayr, Berlin: Spannungserleben und Spannungsregualtion bei Borderline-Patienten
  • Babette Renneberg, Berlin: Wie stabil ist die emotionale Instabilität? Befunde zum mimischen Emotionsausdruck und zum autobiographischen Gedächtnis bei Borderline Persönlichkeitsstörung

Planung und Moderation: Babette Renneberg, Berlin  

Thema: Psychotherapieausbildung - Bedingungen und Perspektiven  

Die Ausbildung zum/zur Psychotherapeuten/in bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychothe­rapeuten/in ist nach wie vor geprägt von belastenden Ausbildungsbedingungen. Zusätzlich sind AusbildungsteilnehmerInnen durch unklare und sich in Veränderung befindliche beruf­liche Perspektiven verunsichert. Im Symposium sollen zum einen in Einzelreferaten mit an­schließender Diskussion Ausbildungsbedingungen betrachtet und die Möglichkeiten zur Ver­besserung ausgelotet werden. Zum anderen sollen die beruflichen Aussichten und Weiter­entwicklungsmöglichkeiten nach der Ausbildung thematisiert werden. Als Zielgruppe wendet sich das Angebot an AusbildungsteilnehmerInnen, Studierende und mit Ausbildungsorgani­sation bzw. -politik befasste KollegInnen.  

Referate:

TEIL 1: Bedingungen der Praktischen Tätigkeit

  • Mike Moesko, Hamburg: Ergebnisse einer bundesweiten Studie zur praktischen Tätigkeit
  • Heiko Hölzel, Trier: Zur finanziellen Situation im praktischen Jahr: Ergebnisse einer internetgestützten Umfrage

TEIL 2: Ausbildungsinhalt und therapeutische Kompetenz

  • Ulrike Willutzki, Dortmund: Bedeutung von Supervision und Selbsterfahrung für Therapie- bzw. Ausbildungserfolg und für die Persönlichkeitsentwicklung der TeilnehmerInnen - Literaturübersicht

TEIL 3: Die Abschlussprüfung

  • Judith Schild, Münster: Prüfungen - praktische Tipps einer Absolventin
  • Heinz Liebeck, Göttingen: Prüfungen - praktische Tipps eines Prüfers

TEIL 4: Approbation und dann?

  • Heiner Vogel, Würzburg: Nach der Ausbildung ist vor der Weiterbildung: Ergänzungsqualifikationen, Weiterbildungs- und Fortbildungsordnungen und Psychotherapeutenkammern allgemein

Planung und Moderation: Günter Ruggaber, Tübingen  

Thema: Menschen mit Asperger-Syndrom in der Entwicklung

Zum ersten Mal skizzierte Hans Asperger die Symptomatik dessen, was man heute das Asperger-Syndrom nennt, in einem Vortrag am 03. Oktober 1938 in der Heilpädagogischen Abteilung der Universitätsklinik Wien. Doch seine wissenschaftlichen Leistungen und seine in deutscher Sprache publizierte Schriften wurden zunächst wenig beachtet. Erst als Lorna Wing seine Habilitationsschrift aus dem Jahre 1943 ins Englische übersetzte, fand seine Arbeit größere Resonanz.
In diesem Einführungsvortrag soll nicht nur die wissenschaftliche Leistung Hans Aspergers gewürdigt werden, sondern auch seine Menschlichkeit und seinen mutigen Einsatz für die ihm anvertrauten Kinder in einer Zeit, in der dies keinesfalls selbstverständlich und ungefährlich war.
Es wird weiterhin aufgezeigt, wie das Asperger-Syndrom begann, Einzug in das öffentliche Bewusstsein zu nehmen und welche Ansätze in der Therapie sich in der Folgezeit entwickelten.

Referate:

  • Brita Schirmer, Berlin: Das Asperger-Syndrom und seine Therapie: ein Überblick
  • Michael Elpers, Berlin: Diagnose und Differentialdiagnose des Asperger-Syndrom. Historische Entwicklung und state of the art
  • Beata Urbaniak, Poznan/Polen: Verhaltenstherapie bei Kindern mit dem Asperger-Syndrom
  • Melanie Matzies, Berlin: Soziales Kompetenztraining bei Jugendlichen mit dem Asperger-Syndrom
  • Hellmut Hartmann, Lünow: Erfahrungen mit der ambulanten und stationären Therapie von Kindern und Jugendlichen mit Asperger Störung
  • Patrick Zucker, Berlin: Erwachsene mit dem Asperger-Syndrom, ihre Therapie und Förderung
  • Christine Preißmann, Dieburg: Aus der Sicht der Betroffenen: Psychotherapie bei Menschen mit Asperger-Syndrom
  • Jochen Busse, Mechthild Maiworm-Busse, Recklinghausen: Asperger-Syndrom: Therapie oder Medikamente, Medikamente und Therapie?    

Planung und Moderation: Brita Schirmer, Berlin  

Thema: Die Beendigung von Hilfen - Ängste, Herausforderungen, Strategien

Die Beendigung von Hilfen löst sowohl bei den Adressaten als auch bei den Helfenden eine Vielzahl von Gefühlen aus. Viele Hilfen werden ungeplant oder fremdbestimmt beendet. Ein Grund hierfür ist in der nicht immer vorhandenen Aufmerksamkeit für das Ende von Hilfen zu sehen. Eine reflexive Auseinandersetzung mit dem Erreichten oder noch zu Erreichendem wird z.B. durch Ängste, Allmachts- und Ohnmachtsgefühle verhindert. In diesem Symposium wird Fragen nachgegangen wie: Warum ist es manchmal so schwer sich von der Klientin/dem Klienten wieder zu trennen? Sind wir in einer Kultur des permanenten Neuanfangs gefangen? Welche Strategien helfen auch in Bezug auf das Ende Fachlichkeits- und Qualitätsstandards einzuhalten? Gibt es eine Adressatenbeteiligung auch hinsichtlich der Frage, wann genug geholfen wurde?

Referate:

  • Liane Pluto, München: Hilfe ohne Ende oder Ende ohne Hilfen? Der Umgang mit dem Ende von Hilfen zur Erziehung in der Kinder- und Jugendhilfe
  • Hans Doll, Gertraud Fischhaber, Wolfgang Gaiser, Katja Gercke-Kolar, Michael Horn, Winfried Krüger, Dorit Mettin, München: Die unendliche und die endliche Supervision - Gründe, Hintergründe und Reflexionen zur Beendigung einer Supervision
  • Wolfgang Gmür, München: Ohne Anfang auch kein Ende. Sozialtherapeutische Unterstützung für demenzkranke BewohnerInnen von Altenpflegeheimen.
  • Wolfgang Loth, Bergisch Gladbach: "Der Anfang vom Ende" - Die Praxis psychosozialer Hilfe als vereinbarte Kooperation für eine Zeit

Planung und Moderation: Mike Seckinger, München  

Thema: Ethnokulturell-sensitive psychologische Diagnostik und Therapie bei Migranten und ihren Familien

In dem Symposium sind folgende Beiträge vorgesehen:

Referate:

  • Haci-Halil Usculan, Magdeburg: Erziehung, Gewalt und psychisches Wohlbefinden in türkischen Migrantenfamilien
  • Martin Merbach, Ulla Wittig, Leipzig; Rainer Georg Siefen, Marl: Kulturspezifische Aspekte bei der Verwendung von klinischen Screeningverfahren zum psychischen Gesundheitszustand
  • Rainer Georg Siefen, Marl; Martin Merbach, Ulla Wittig, Elmar Brähler, Leipzig: Neunormierung und Restandardisierung von Testverfahren für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
  • Haci-Halil Usculan, Magdeburg: Salutogenese im kulturellen und interkulturellen Kontext
  • Ulla Wittig, Martin Merbach, Elmar Brähler, Ulrike Jordan, Leipzig; Rainer Georg Siefen, Marl: Einstellungen von MigrantInnen zu ihrer psychosozialen Versorgung und Strategien zu deren Verbesserung
  • Berrin Özlem Otyakmaz, Essen: Entwicklungspsychologische Diagnostik bei Kindern mit Migrationshintergrund: Adaption der HOME Skala für türkisch-deutsche Kleinkinder

Planung und Moderation: Georg Siefen, Marl; Haci-Halil Uslucan, Magdeburg  

Thema: "Studium und was kommt danach?"

Das Symposium wendet sich insbesondere an Studentinnen und Studenten der Psychologie, an Absolventinnen und Absolventen der Psychotherapieausbildung sowie an alle an einem Arbeitsplatzwechsel interessierten Kolleginnen und Kollegen. Es sollen Berufsfelder für Psychologinnen und Psychologen vorgestellt werden. Praktikerinnen und Praktiker, Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen und Verbänden informieren über berufsfeldspezifische Einstiegsmöglichkeiten und über Arbeitsplatzchancen.

Referate:

  • Günter Ruggaber, Tübingen: Grundlagen und Voraussetzungen der Ausbildung zum/r Psychotherapeuten/in
  • Johannes Lindemeyer, Lindow: Als DiplompsychologIn im stationären Setting. Welche Voraussetzungen müssen die TherapeutInnen mitbringen? Was erwartet sie?
  • Birgit Leifeld, Berlin: Kinder- und Jugendpsychotherapie
  • Klaus Seifried, Berlin: Schulpsychologie
  • Ralf Grundwald, Berlin: Erziehungs- und Familienberatung
  • Marga Henkel-Gessat, Berlin: Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten außerhalb der Therapieausbildung

Planung und Moderation: Robin Siegel, Münster; Joachim Kosfelder, Bochum  

Thema: Familienbildung in Zeiten von Verunsicherungen

Elternschaft gilt einerseits als Privatangelegenheit zum anderen wird auf die Bedeutung von Kindern und die Erziehungsleistungen der Eltern für nachfolgende Generationen hingewiesen. Viele Familien fühlen sich heute überfordert, die gesellschaftlichen und privat wachsenden Ansprüche zu erfüllen.
Ausgehend von diesem Spannungsfeld wird die Bedeutung von Bildung, Beratung und Therapie zur Stärkung elterlicher Erziehungskompetenz diskutiert. Im Symposium werden unterschiedliche Konzepte und Programme vorgestellt, die den Anspruch haben, Lebensführungs- und Bewältigungskompetenzen für Familien zu vermitteln.

 Referate:

  • Andreas Lange, München: Entgrenzung von Arbeit - Entgrenzung von Familie?
  • Uta Mier-Gräwe, Giessen: Kinderarmut und Förderung der Resilienz. Stellenwert und Bedeutung
  • Annemarie Gerzer-Sass, München: Familienkompetenz - Entdeckung einer Humanressource
  • NN: Familie als Lernort - Erkenntnisse der Bildungsforschung
  • Irmgard Teske, Weingarten: Partizipative Konzeptionsentwicklung als Grundlage von Familienbildung

Planung und Moderation: Irmgard Teske, Weingarten; Annemarie Gerzer-Sass, München  

Thema: Spezifische Aspekte bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit einer Zwangsstörung

Aus vielen Studien ist mittlerweile bekannt, dass das Erstmanifestationsalter für eine Zwangsstörung entweder zwischen dem 14. und 17. Lebensjahr oder zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr liegt. In der Allgemeinbevölkerung betrifft die Zwangsstörung etwa 1 bis 4 % der Kinder- und Jugendlichen und ist somit häufig im ambulanten Bereich und oft im stationären Setting anzutreffen. Lange Jahre galt die Psychotherapie bei Zwangsstörungen als schwierig und wenig Erfolg versprechend, doch zeigten sich in jüngster Zeit in Metaanalysen von Therapieverfahren bei erwachsenen Zwangspatienten mittlere bis große Therapieeffekte für kognitiv-behaviorale Psychotherapie, als besonders wirksame Methode wird die Exposition mit Reaktionsverhinderung genannt.

Mittlerweile gibt es auch einige Studien, die die Wirksamkeit von kognitiv-behavioralen Methoden (auch hierbei insbesondere die Expositionstherapie mit Reaktionsverhinderung) auch bei Kindern- und Jugendlichen bei Zwängen belegen. In unserem Symposium geht es um die Besonderheiten in der ambulanten und stationären Behandlung von Zwangsstörungen. Zusätzlich werden ergänzende familienzentrierte Interventionen ausführlich dargestellt.

Abschließend besteht die Möglichkeit einer Fallbesprechung, bzw. eines Erfahrungsaustausches anhand praktischer Beispiele aus dem Alltag der SymposiumsteilnehmerInnen.

Referate:

  • Stefan Kaatz, Greven: Ambulante Behandlung eines 11-jährigen Jungen mit einer Zwangsstörung
  • Hildegard Goletz, Köln: Familienzentrierte Interventionen in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen
  • Silvia Uhle, Münster: Planung und Durchführung einer Expositionstherapie in vivo mit Reaktionsverhinderung bei Jugendlichen im Rahmen einer stationären Behandlung

Planung und Moderation: Silvia Uhle, Münster  

Thema: "Schlechte Therapien"

Aus Fehlern kann man lernen! Auch erfahrene TherapeutInnen machen und haben Fehler gemacht, die manchmal zu wichtigen Schritten in ihrer professionellen Entwicklung führten. In diesem Symposium sollen Probleme, die im therapeutischen Prozess durch den /die TherapeutIn (mit-)verantwortet wurden, analysiert werden. Wir wollen in diesem Themenblock ungünstige Therapieverläufe anschaulich beschreiben und verdeutlichen, was solche Verläufe auch für die TherapeutInnen bedeuten. Das einleitende Referat von Franz Caspar wird auf die Informationsverarbeitungs- und Urteilsprozesse von TherapeutInnen eingehen, die an den folgenden Fallbeispielen von ungünstig verlaufenden Behandlungen illustriert und konkretisiert werden. Erfahrene TherapeutInnen aus verschiedenen Kontexten werden uns Einblick in ihre schwierigen Therapieerfahrungen, ihre Schlüsse daraus und die Bedeutung für ihre therapeutische Entwicklung geben. In einem kurzen Roundtable der ReferentInnen sollen nach jedem Referat theoretische und praktische Konsequenzen diskutiert werden.

Referate:

  • Franz Caspar, Genf/Schweiz: Fehler im Kopf von TherapeutInnen
  • Sandra Münstermann, Gütersloh: Komorbidität - Multiprofessionalität - komplexes Chaos
    Schwierige Therapieverläufe im teilstationären psychiatrischen Setting
  • Annette Schröder, Landau: Therapien, die unglücklich verlaufen - Fallbeispiele aus der ambulanten VT
  • Steffen Fliegel, Münster: Schlechte Therapien - Fallbeispiele aus meiner Praxis
  • Klaus Ring, Zürich/Schweiz: Risikofaktoren für ungünstige Therapieverläufe - eine erfahrungsbasierte fallbezogene Analyse

Planung und Moderation: Andreas Veith, Dortmund; Ulrike Willutzki, Bochum  

Thema: Neuere Entwicklungen in der Psychotherapie der Essstörungen

In diesem Symposium werden neuere Entwicklungen in der Psychotherapie der Essstörungen dargestellt, wobei sowohl auf Behandlungsstrategien für Betroffene im Erwachsenenalter als auch auf Besonderheiten in der Therapie von Kindern und Jugendlichen eingegangen wird. Fokussiert wird zum einen auf die Interpersonelle Psychotherapie bei der "Binge-Eating"-Störung. Zum anderen werden kognitiv-verhaltenstherapeutische Techniken zum Abbau eines gestörten Körperbildes und zur Emotionsregulation bei Anorexia und Bulimia Nervosa beschrieben, welche bisher in der Essstörungsbehandlung oft vernachlässigt wurden. Ergänzend werden empirische Daten zur Wirksamkeit der unterschiedlichen Interventionen vorgestellt.  

Referate:

  • Claus Vögele, London: Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen: Diagnostik, Epidemiologie, Verlauf und Behandlung
  • Anja Hilbert, Marburg: Interpersonelle Psychotherapie der "Binge-Eating"-Störung
  • Tanja Legenbauer, Mainz; Silja Vocks, Bochum: Emotionsregulation in der Behandlung von Essstörungen - Ansätze und Aussichten
  • Silja Vocks, Bochum; Tanja Legenbauer, Mainz: Körperbildtherapie bei Anorexia und Bulimia Nervosa

Planung und Moderation: Silja Vocks, Bochum; Tanja Legenbauer, Mainz  

Thema: Verhaltenstherapie in Gruppen: Integration von Gruppenpozessen und themenbezogener Strukturierung

Die Verhaltenstherapie hat für verschiedene Störungen manualisierte Gruppeninterventionsprogramme entwickelt. Bei zu rigider Anwendung besteht allerdings die Gefahr, Gruppenprozesse zu übergehen. In der jüngeren Vergangenheit haben sich flexiblere Interventionsprogramme bewährt, welche eine themenbezogene Strukturierung haben und die vorliegenden Gruppenprozesse als diagnostisches Medium, als Ressource und als Übungsfeld für die Bearbeitung der anstehenden Thematik systematisch nutzen.

Referate:

  • Petra Schuhler, Neunkirchen: Verhaltenstherapeutisches Gruppenprogramm bei PatientInnen mit Persönlichkeitsstörungen
  • Jörg Petry, Neunkirchen: Verhaltenstherapeutisches Gruppenprogramm bei pathologischem Glücksspielen
  • Monika Vogelgesang, Neunkirchen: Verhaltenstherapeutisches Gruppenprogramm bei Bulimia/Anorexia nervosa
  • Ernst S. Ott, Neunkirchen: Spezifische Gruppentherapie bei Adipositas per magna
  • Wiebke Sander, Thorsten Rottschäfer, Lübstorf: Ein  Gruppentherapieprogramm für PatientInnen mit Medikamentenabhängigkeit
  • Walter Altmannsberger, Berlin: Kognitiv-verhaltenstherapeutische Rückfallprävention bei Alkoholabhängigkeit - Darstellung des Manuals zum Rückfallpräventionstraining (R.P.T.) als Gruppenprogramm

Planung und Moderation: Monika Vogelgesang, Ernst S. Ott, Jörg Petry,             Petra Schuhler, Neunkirchen   

Thema: "Alles Neuro, oder was?!" 
- Psychotherapie zwischen Neuro- und Geisteswissenschaften

War die Psychotherapieforschung vor Jahren aufgebrochen, Spreu vom Weizen und Wissenschaftliches vom Spekulativen zu trennen, so läuft sie in ihrem Eifer derzeit Gefahr, sich in der Sackgasse vereinseitigender Naturwissenschaftlichkeit fest zu fahren. Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, dass führende Vertreter der Zunft dem Sirenengesang der Neurowissenschaften bereits erlegen sind: Nahezu hymnisch werden deren Labor- und Fotoresultate (bildgebende Verfahren) gefeiert. Die angebliche Entschlüsselung des menschlichen Genoms und die immer tieferen Einblicke in die Funktionsweise unseres Nervensystems verheißen - endlich - objektivierbare Erkenntnisse über Abläufe und Dynamik seelischer Prozesse und als Folge aus ihnen abgeleitete, verlässlichere und damit wirksamere psychotherapeutische Behandlungsstrategien. Im Verlauf dieses reduktionistischen Prozesses geraten geisteswissenschaftliche wie philosophische Theoriekonzepte zunehmend aus dem Blickfeld. Das Symposium möchte einen Beitrag dazu leisten, den Fokus wieder für die derzeit marginalisierten Konzepte zu öffnen: "Denn ebenso wenig wie sich Gehirnfunktionen auf Physik und Chemie reduzieren lassen, lassen sich soziale und kulturelle Phänomene auf Hirnphysiologie zurückführen" (W. Prinz 2004).

Referate:

  • Martin Bührig, Bremen: Existenzielle Aspekte psychologischen Denkens
  • Volker Gadenne, A-Linz: Das Psychische, die Psychologie und das naturwissenschaftliche Weltbild
  • Werner Strik, CH-Bern: Neurophysiologische Ereignisse und psychopathologische Phänomene
  • Gerald Ulrich, Berlin: Scheinprobleme als Ausdruck der "Krise der Lebenswissenschaften" und epistemologischen Voraussetzungen zu ihrer Überwindung
  • Martin Wollschläger, Gütersloh: Was ist Neuropsychotherapie?

Planung und Moderation: Martin Wollschläger, Gütersloh


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