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Hintergründe und Schwerpunkte

Die Fachgruppe Kinder- und Jugendlichentherapie in der DGVT hat sich vor einigen Monaten gegründet und möchte weitere DGVT-Mitglieder, die mit Kindern und/oder Jugendlichen arbeiten, zur Mitarbeit ermuntern.


Die "Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis" soll zukünftig als Mitteilungsorgan unserer Arbeitsgruppe dienen: Hier sollen alle Dis-kussionen und Arbeitsergebnisse der interessierten Fachöffentlichkeit präsentiert werden.

Bei den ersten Treffen der Fachgruppe wurden verschiedene Themen andiskutiert, die in der weiteren Arbeit vertieft werden sollen. Um aufzuzeigen, womit wir uns beschäftigen, sollen hier einige Diskussionen angerissen werden:

  • Inhaltliche Weiterentwicklung von Kinder- und Jugendlichen-VT: Wir wollen an neuen Konzepten in der KiJu-VT arbeiten, dazu gehört z.B. die Abgrenzung von Kindertherapie von der Therapie mit Jugendlichen, Konzepte zum Beziehungs- und Motivationsaufbau, die Einarbeitung pädagogischer Konzepte.
  • Entwicklung sozial- und gesundheitspolitischer Modelle zur besseren psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen, etwa durch Vernetzung verschiedener Anbieter etc.
  • Zulassung zur Kassenabrechnung: Die eklatante Unterversorgung im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie durch KollegInnen in niedergelassener Praxis ist so nicht hinzunehmen. Eine eigene Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie ist zwingend erforderlich. Darüber hinaus ist Kinder- und Jugendlichen-Verhaltenstherapie, eine zweifellos höchst wirksame Therapieform, aus historischen Gründen (bisherige Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen, die die Zulassungskriterien erfüllten (Zeitfenster!) waren hauptsächlich analy-tisch orientiert) in niedergelassener Praxis nur in Ausnahmefällen im Angebot. Daraus ergibt sich eine dem Erkenntnisstand der Psychotherapieforschung völlig unangemessene Unterversorgung mit niedergelassenen Kinder- und Jugendlichen-VerhaltenstherapeutInnen. Um eine angemessene Versorgung sicherzustellen, muss hier auch eine verfahrensspezifische Komponente bei der Zulassung berücksichtigt werden. Die FG KiJu will entsprechende Forderungen erarbeiten und auf den Weg bringen.
  • Probleme in der Zusammenarbeit mit Krankenkassen: In der FG werden insbesondere die unangemessenen Abrechnungsmöglichkeiten kritisiert. So wird die Durchführung verschiedener wichtiger Testverfahren gar nicht oder in Anbetracht des Aufwandes nur unzureichend honoriert, die verhaltenstherapeutische Gruppenarbeit wird angesichts einer festgelegten Gruppengröße von neun Kindern unmöglich gemacht. Sofern das Gutachterverfahren überhaupt beibehalten werden sollte, ist nicht einzusehen, dass verhaltenstherapeutisch orientierte KollegInnen "bestraft" werden, indem sie für die gleiche Therapielänge wesentlich häufiger Anträge schreiben müssen als tiefenpsychologisch orientierte KollegInnen. Auch hier will die KiJu-FG konkrete Inhalte formulieren und entsprechende Forderungen stellen.
  • Angestellt tätige KollegInnen: In Kliniken und anderen Einrichtungen, in denen Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen tätig sind, muss auf die tarifrechtliche Gleichstellung von ÄrztInnen, Psychologischen PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen hingewirkt werden.
  • Psychotherapie-Ausbildung: Im Rahmen der Ausbildung von Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen sollten auch Erziehungsberatungsstellen, in denen in großem Umfang psychotherapeutische Tätigkeit geleistet wird, als Ausbildungsstätten anerkannt werden können.
  • Fort- und Weiterbildung*: Die FG KiJu wird innerhalb der DGVT das Angebot von speziell kinder- und jugend-therapeutischen Fort- und Weiterbildungen fördern (KiJu-Workshoptagungen, Seminare zu aktuellen Themen).
  • Politische Positionen: Aus fachlich-psychosozialer Sicht soll eine "Anwaltschaft für Kinder und Jugendliche" übernommen werden, indem auch politische Forderungen erarbeitet werden, die das Wohl von Kindern und Jugendlichen im Blick haben.

Bislang hat sich die FG KiJu zweimal in NRW getroffen. Zusätzlich wurde ein Treffen auf dem diesjährigen Kongress in Berlin organisiert, bei dem u.a. die Gründung verschiedener Regionalgruppen vorbereitet wurde, die voraussichtlich im Spätsommer ihre ersten Treffen haben werden. Wir laden alle Kolleginnen und Kollegen, die im Bereich "KiJu" tätig sind (ob mit oder ohne Approbation) dazu ein, zu den Treffen zu kommen. Ein Anruf in der DGVT-Geschäftsstelle genügt, um zu erfahren, wo das nächste Treffen der KiJu-FG in der Nähe des Anrufers oder der Anruferin stattfindet. Wir gehen davon aus, dass innerhalb der DGVT viele KollegInnen in diesem Bereich arbeiten. Da die DGVT ein großer und anerkannter Fachverband ist, kann die "FG KiJu in der DGVT" einiges bewirken, woran sich jedes DGVT-Mitglied beteiligen kann.

Sprecher der FG-KiJu:
Michael Borg-Laufs

Dr. Michael Borg-Laufs
Diplom-Psychologe
Psychologischer Psychotherapeut
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut
Sprecher der Fachgruppe
Adresse:
Hochschule Niederrhein
FB Sozialwesen
Richard-Wagner-Str. 101
41065 Mönchengladbach
Email: Michael.Borg-Laufs(at)hs-niederrhein(dot)de

 

E-mail: ak-kiju(at)dgvt(dot)de

 


*Ab Spätsommer sind Fortbildungsveranstaltungen zur KiJu-VT-Kassenantragsstellung geplant. Sie werden zunächst im Raum München, Castrop-Rauxel und Berlin stattfinden. Voraussichtlich werden die Termine mit Treffen der FG Kinder- und Jugendlichentherapie verbunden. Näheres wird rechtzeitig über die nächste VPP und über unsere homepage bekanntgegeben.


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