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14. Workshoptagung DGVT 2003

26. bis 28. März 2003 in Tübingen - ein Rückblick


Zu Frühlingsbeginn fand in Tübingen die 14. Workshoptagung der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie statt, wie üblich in den Räumen des Theologicums der Universität Tübingen. Es ist lange Tradition der Workshoptagung, dass sie auf drei Säulen steht: Das praxisbezogene Angebot von qualifizierten ReferentInnen für TeilnehmerInnen, die bereits über umfangreiche Berufserfahrung verfügen. Die zweite Säule basiert auf dem Anspruch, dass TherapeutIn und BeraterIn eingebettet sind in vielfältige Anforderungen, die über die fachspezifische Tätigkeit hinaus gehen: existentielle Anforderungen im täglichen Erwerbsleben, politische Entwicklungen im Gesundheitswesen und im Berufsbild sowie die ureigene persönliche Entwicklung. Und nicht zuletzt die dritte Säule: Die Workshoptagung bietet ein überschaubares Forum für den inhaltlichen und informell-persönlichen Austausch zwischen den verschiedenen Gruppierungen: WorkshopteilnehmerInnen, ReferentInnen, DGVT-Gremien und Geschäftsstelle.

Das Programm beinhaltete ein vielfältiges Angebot. Ungefähr 150 TeilnehmerInnen nahmen am Einführungsvortrag von Frau Prof. Dr. Gieseke (Vpp 1/2003) teil und 50 TeilnehmerInnen beteiligten sich an der Podiumsdiskussion (Bericht v. Martina Georg, Vpp 2/2003). Beide Veranstaltungen bildeten insgesamt den Rahmen durch die Themen Lebenslanges Lernen und PsychotherapeutInnen zwischen Berufskunnst* und Fortbildung (*Kunnst von Können). Die Kurzvorträge mit den Themen Rechtliche Fragen, Versicherungsschutz, Verfahren der Abrechnung mit den Krankenkassen und die Informationen und Beratung der Ausbildungsleitung der DGVT, vertreten durch Günter Ruggaber, wurden von insgesamt 40 TeilnehmerInnen interessiert angenommen.

10 Workshops und 4 Fallseminare bildeten das Kernprogramm für die 160 Teilnehmenden. Es waren wieder Dozenten und Dozentinnen sowie Praktiker und Praktikerinnen eingeladen, die in medizinischen und psychosozialen Arbeitsfeldern präventiv, beraterisch oder therapeutisch tätig sind.

In den Workshops war Gelegenheit vertrauten Themen oder neuen Herausforderungen nachzugehen: Schmerztherapie, die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen oder Störungen im Kindes- und Jugendalter. Andere Workshops widmeten sich therapeutisch wichtigen, aber bisweilen nicht hinreichend beachteten und genutzten Themen wie den Ressourcen und Steuerungsimpulsen von Affekten und den Möglichkeiten auf die Änderungsmotivation von Patienten einzuwirken. Methodenspezifische Workshops behandelten die kognitive Umstrukturierung oder das Sozial Emotionale Training. Ein Selbsterfahrungsseminar wandte sich dem Einfluss der eigenen Biographie auf das therapeutische Handeln zu. In den Fallseminaren bestand die Möglichkeit, unter Anleitung Fälle aus der eigenen beruflichen Praxis zu besprechen. Zu den Teilnehmenden der Tagung gehörten zwei Ausbildungslehrgänge der DGVT: Ein PsychotherapeutInnenlehrgang aus Bad Schussenried und ein Kinder- und Jugendlichenpsychotherapielehrgang aus Berlin.

Während der gesamten Veranstaltungstage gab es an den Tischen des Verlages, der Aus- und Weiterbildungskommission und des Tagungsbüros Gelegenheit zu Information und Austausch. Das Länderbüro mit den SprecherInnen aus den verschiedenen Bundesländern sowie die Referentin für Regionalisierungsfragen, Kerstin Burgdorf, waren erstmalig mit einem eigenen Tisch vertreten. Die TeilnehmerInnen konnten sich zu persönlichen Themen und aktuellen Entwicklungen direkt informieren: die beginnende Ausdifferenzierung der Aus- und Weiterbildungslandschaft für (angehende) PsychotherapeutInnen, die Regionalisierung innerhalb der DGVT sowie den neuesten Entwicklungen in den Landespsychotherapeutenkammern.

Gezielte und spontane Verabredungen in der Tübinger Stadt und Gastronomie sowie eine begeistert aufgenommene Kabarettveranstaltung im Landestheater Tübingen boten Gelegenheit für Austausch, Ausgleich und Entspannung. Unter der strahlenden Frühlingssonne in Tübingen konnten die Aus- und Weiterbildungskommission mit den MitarbeiterInnen der Geschäftsstelle eine gelungene Veranstaltung verbuchen und bereits neue Pläne schmieden für die 15. Workshoptagung im März 2005.

Den Abschluss der Workshoptagung bildete die Mitgliederversammlung am Freitagabend. Das Protokoll ist nachzulesen in der Vpp 3/2003.

Anke Tolzin, Tübingen im April 2004

Download: Programm der Tagung


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