Psychotherapeut*innen in Ausbildung

Portrait

Von Beginn an war der DGVT die Einbindung der Psychotherapeut*innen in Ausbildung wichtig. Die PiAs wählen sich LehrgangssprecherInnen/ KurssprecherInnen in ihrem jeweiligen Ausbildungszentrum, die sich wiederum in vielen Ausbildungszentren gemeinsam in einem sog. Lehrgangssprecherrat des Ausbildungszentrums organisieren.

2008 haben sich sich dann auf Vereinsebene Ausbildungsteilnehmer*innen aus verschiedenen DGVT-Ausbildungszentren aus dem ganzen Bundesgebiet zur „PiA-AG“ zusammengeschlossen, die mittlerweile den Status einer DGVT-Fachgruppe hat. Die PiAs sind gut vernetzt: Es gibt eine eigene Homepage und eine eigene Mailingliste. Sinn und Zweck der Gründung der PiA-AG war, die Nachwuchs-PsychotherapeutInnen auch an den vereinsinternen Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Die PiA-AG ist  die Selbstorganisation der Psychotherapeut*innen in Ausbildung und ein wichtiges Gremium der DGVT, das zu zentralen Belangen der Ausbildung angehört wird. Seit 2014 ist ein/e PiA-Sprecher*in auch Mitglied im erweiterten Vorstand. So fließen Anregungen der PiAs in Diskussionen innerhalb des Ausbildungsverbundes und des DGVT-Vorstandes ein. Gemeinsam setzen sich PiA-AG, DGVT, DGVT-BV und DGVT-Ausbildugnsakademie für eine angemessene Vergütung der PiAs im Rahmen der Ausbildung ein.

Anmeldung für die Mailingliste erfolgt über die Bundesgeschäftsstelle. Kontakt: dgvt(at)dgvt(dot)de

Die PiA-AG hat eine eigene Homepage www.piaag.de.

Der PiA-Preis der DGVT

22.04.2016

Die Idee für den DGVT-PiA-Preis entstand im Jahr 2013 im Rahmen der Arbeiten der PiA-AG zum idealen Institut und er wurde 2014 erstmals verliehen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2008 treibt die Mitglieder der PiA-AG die Frage um, was die idealen Rahmenbedingungen sind, die ein DGVT-Ausbildungsinstitut zur Verfügung stellen sollte. Es ging hier allerdings nie darum, dass die Ausbildung ein möglichst angenehmer und bequemer Weg für uns PiA wird. Vielmehr ging es darum herauszuarbeiten, was wir brauchen damit wir als angehende PsychotherapeutInnen die für unseren Beruf nötigen Fähigkeiten und Fertigkeiten entfalten und unsere berufliche Identität und therapeutische Haltung entwickeln können. Eine gute Organisation, ein von Wertschätzung geprägter Umgang und eine moderne Ausstattung der Institute sind hierbei notwendige  Voraussetzungen, um sich auf die Inhalte der Ausbildung konzentrieren zu können. Selbstredend wird es immer eine Lücke zwischen idealen Vorstellungen der PiA und realistischen Möglichkeiten der Institute geben. Gleichwohl zeigte sich während unserer Beschäftigung mit dem Thema, dass es einigen Ausbildungsinstituten gelingt, unseren idealen Vorstellungen sehr nahe zu kommen. Damit diese Bemühungen der Institute eine Wertschätzung durch uns PiA erfahren und um anderen Instituten zu zeigen, dass die Umsetzung vieler unserer Vorstellungen durchaus realistisch ist, beschlossen wir die Verleihung eines Wanderpokals und die Auszeichnung der besten Ausbildungsinstitute aus der Sicht von uns PiA. Wir entwickelten einen Fragebogen, der die Bereiche Betreuung, Kommunikation, Praktikum, Räumlichkeiten, Materialien und Umgang erfasst. Jeder PiA, der sich zum Erhebungszeitpunkt in Ausbildung an einem DGVT Institut befand, war zur Teilnahme an der Umfrage berechtigt. Erstmals wurde der Preis im Jahr 2014 im Rahmen eines Symposiums auf dem DGVT Kongress in Berlin übergeben. Dank der Unterstützung durch Vorstand und Geschäftsführung konnten wir dieses Mal den Preis am 26. Februar auf der Mitgliederversammlung der DGVT in Berlin vor einer noch würdigeren Kulisse verleihen. Dabei gelang es dem ABZ Ostwestfalen-Lippe in Bielefeld, seine Spitzenposition zu verteidigen und wie bereits 2014 Platz eins als bestes Ausbildungsinstitut der DGVT zu belegen. Die Leiterin des Instituts, Sandra Münstermann, nahm freudestrahlend unter Ovationen der MV den Wanderpokal für zwei weitere Jahre in Empfang. Auf den Plätzen zwei und drei folgten die beiden Münsteraner Institute der DGVT. Die Leiter dieser beiden ABZs, Wolfgang Jänicke (KJP) und Katrin Thiemann, (PP) wurden von den Bundessprechern der PiA-AG mit Urkunden zur Anerkennung ihrer Leistungen für hervorragende Ausbildungsbedingungen ausgezeichnet.

Die Begeisterung und ehrliche Freude der InstitutsleiterInnen verdeutlichen den Stellenwert gegenseitiger Wertschätzung an den preisgekrönten Instituten. Aber auch an den Instituten, die nicht unter den Preisträgern waren, zeigte sich in den offenen Rückmeldungen der PiA, dass mehrheitlich ein gemeinsames Interesse an einer qualitativ hochwertigen Ausbildung und einer guten gemeinsamen Ausbildungszeit besteht. Der Wanderpokal, der von einer Kunst- und Gestaltungstherapeutin aus Chemnitz geformt wurde, besteht aus einem tönernen Knoten, der die enge Verbindung von uns PiA und den Mitarbeitern der Ausbildungsinstitute symbolisiert. Nur wenn wir unsere Ziele gemeinsam in einem Klima gegenseitiger Wertschätzung verfolgen, werden wir an den DGVT-Instituten fachlich hoch qualifizierte und vorwiegend am Wohl ihrer Patienten interessierte TherapeutInnen ausbilden. In diesem Sinne dient der Preis zum einen als Anerkennung des Erreichten für die Preisträger, zum anderen als Ansporn und positives Beispiel für weitere Institute um in einem produktiven Wettstreit die Qualität unserer therapeutischen Ausbildung weiterzuentwickeln.

Die PiA-AG der DGVT

Quelle: VPP 2/2016