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Aktuelles

DGVT-BV-Info zum Forschungsprojekt Quatemar der Uni Erlangen

04. April 2025

Ziel des Projekts ist eine erleichterte Weitervermittlung nach indizierter ambulanter Psychotherapie in der psychotherapeutischen Sprechstunde und eine Begleitung in der Wartezeit. Weitere Infos im Text des DGVT-Vorstands.

 

Liebe Mitlesende und -schreibende auf dieser Liste,

wir hatten Sie darüber informiert, dass die DGVT das Forschungsprojekt Quatemar der Uni Erlangen unterstützt. Ziel des Projekts ist eine erleichterte Weitervermittlung nach indizierter ambulanter Psychotherapie in der psychotherapeutischen Sprechstunde und eine Begleitung in der Wartezeit. Für Patient*innen, die kurzfristig keine Aussicht auf einen Therapieplatz haben, sieht Quatemar eine telemedizinische Begleitung und eine App vor. Quatemar wird im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie auf die Wirksamkeit und Kosteneffektivität evaluiert.

Die DGVT setzt sich selbstverständlich weiterhin für ausreichende Therapieplätze ein und unterstützt Sie bei Anträgen auf Kostenerstattung (s. Kassenwatch), aber es ist unrealistisch zu denken, dass es eine Zeit ganz ohne Wartezeiten geben wird. Darum erscheint uns die Erforschung von sinnvollen und qualifizierten Überbrückungen von Wartezeiten als angemessen.

Eine häufige Frage war, wie sind die Telefon-Coaches qualifiziert? Es sind approbierte Psychotherapeut*innen. Damit sind sie den durchaus auch diskutierten KI- und DiGA-Anwendungen überlegen und können person- und situationsbezogen fachlich angemessen reagieren.

Das Forschungsprojekt zielt ausschließlich auf Patient*innen, die in einer psychotherapeutischen Sprechstunde erfahren haben, dass sie Psychotherapie brauchen, aber auf Grund von Wartezeiten noch keine bekommen können.

Die Diskussion, die Karl Lauterbach mit einer flächendeckenden Einführung von Gesundheitskiosken angestoßen bzw. aufgegriffen hatte, ist damit nicht erfasst. Bundesweit gibt es sehr unterschiedliche Modelle für Erstanlaufstellen noch vor der Entscheidung zur Psychotherapie. Solche Modelle, die in der Regel einen barrierefreieren Zugang bieten als Psychotherapeutische Praxen, sind sehr im Sinne der DGVT. Aber sie bieten keine Verbesserung für die Wartezeiten auf Psychotherapie.

Bislang können nur Patient*innen einiger Betriebskrankenkassen von dem Angebot von Quatemar profitieren. Das wird in Kürze erweitert werden. Wir informieren Sie.

Es erscheint uns sinnvoll, diesen Forschungsansatz zu unterstützen. Da es sich um ein Forschungsprojekt handelt, dessen Ausgang noch ungewiss ist, können wir nicht wissen, ob und wie dieses Modell anschließend in die Fläche gehen wird. Aber wir können damit unseren Patient*innen in der aktuell angespannten Situation, je nach Krankenkasse, ein qualifiziertes Überbrückungsangebot machen.

Monika Bormann

Mitglied des geschäftsführenden Vorstands