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Aktuell  • Rehabilitation  • VPP 1/2008

13 Prozent der Heime in ihrer Existenz gefährdet

11. Februar 2008

Jedem siebten Pflegeheim droht die Insolvenz, besagt die Studie „Pflegeheim Rating Report 2007“ des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), der Admed GmbH und des Institute for Health Care Business. Besonders gefährdet sind Heime in Ostdeutschland.

 

Insgesamt hat sich die Wirtschaftslage vieler Pflegeheime zwischen 2003 und 2005 verbessert – fast 71 Prozent befänden sich in einem finanziell sicheren Bereich, konstatiert die Untersuchung, die auf 270 Jahresabschlüssen von etwa 600 Pflegeheimen und Daten von knapp 9.500 stationären Pflegeeinrichtungen beruht. Knapp 13 Prozent der Heime seien jedoch insolvenzgefährdet. Damit droht jedem siebten Pflegeheim der Konkurs.

Die Studie zeigt weiter, dass die wirtschaftliche Lage von Pflegeheimen regional unterschiedlich ist. Laut dem Report weisen Heime in Ostdeutschland signifikant schlechtere Werte auf als in Westdeutschland. Nordrhein-Westfalen (NRW) schneidet von allen Regionen am besten ab, gefolgt von den norddeutschen Bundesländern. In NRW sind Pflegeplätze laut RWI überdurchschnittlich teuer. Demnach kostet eine Heimunterbringung der Pflegestufe III inklusive Verpflegung im Schnitt 101,25 Euro. Bundesschnitt sind 89,20 Euro.

Dem RWI zufolge wird die steigende Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2020 voraussichtlich zu einem Mehrbedarf von rund 160.000 Heimplätzen und einem Investitionsbedarf von knapp zwölf Milliarden Euro führen. Grund: Ab 2020 kommen die ersten geburtenstarken Jahrgänge des vergangenen Jahrhunderts ins Pflegealter. Die aktuelle Situation sieht allerdings anders aus. Derzeit gibt es in vielen Regionen Überkapazitäten: Die Auslastung der Heime lag zwischen 1999 und 2005 durchschnittlich bei 88 Prozent pro Jahr. Im genannten Zeitraum stieg die Zahl der Pflegeheime um fast 18 Prozent. Der Anteil der Pflege durch Angehörige sank in der gleichen Zeit von 51 auf 46 Prozent.

Das RWI geht davon aus, dass die aktuelle Pflegereform die Finanzsituation der Heime entspannt. Die Erhöhung  des Beitragssatzes um 0,25 Prozentpunkte dürfte demnach bis 2014 zu Überschüssen führen und die Kapitalreserve fast bis  2018 ausreichen. Danach erwartet das RWI jedoch eine gewaltige Finanzierungslücke. Das Institut empfiehlt daher, eine zusätzliche private Vorsorge nach dem Vorbild der Riesterrente einzuführen. Zudem sollten die Preise von Pflegeheimen weitgehend freigegeben werden. Es genüge, wenn der Gesetzgeber – ähnlich wie auf dem Mietmarkt – Mindestnormen zur Pflege vorgäbe und übermäßige Preiserhöhungen nach Abschluss eines Pflegevertrags unterbände. Nötig sei ferner, die Transparenz über die Pflegequalität zu steigern, damit das Preis-Leistungsverhältnis beurteilt werden könne.

Quelle: A+S aktuell Nr. 01, 09.01.2008