Skip to main content
 
Aktuell  • Startseite

Antidiskriminierungsstelle stellt Ergebnisse der Umfrage zur erlebten Diskriminierung vor

09. Juni 2016

Die Ergebnisse der Umfrage zeigten, dass insgesamt fast jede dritte Person bereits Diskriminierung erlebt hat. Das höchste Diskriminierungsrisiko besteht im Arbeitsleben. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Im letzten Jahr hat die Antidiskriminierungsstelle eine Umfrage zur erlebten Diskriminierung durchgeführt. Wir haben unsere Mitglieder damals über unsere Mailinglisten informiert und zur Teilnahme aufgefordert. Nun liegen die Ergebnisse dieser Umfrage vor.

Die Befragung basierte auf zwei Säulen: Erstens führte das Bielefelder Forschungsinstitut SOKO bei rund 1.000 Personen eine telefonische Befragung durch, um einen Einblick in die Verbreitung von Diskriminierung in Deutschland zu bekommen. Zweitens wurde eine umfassende schriftliche Befragung über selbst erlebte oder beobachtete Diskriminierung durchgeführt. An dieser Befragung haben sich mehr als 18.000 Personen beteiligt. Knapp 17.000 Personen haben selbst erlebte Diskriminierungssituationen beschrieben.

Das zentrale Ergebnis der Umfrage ist, dass insgesamt fast jede dritte Person davon berichtete Diskriminierung erlebt zu haben. Die Befragten gaben an Benachteiligung aufgrund des Alters (14,8 Prozent), des Geschlechts oder der Geschlechtsidentität (9,2 Prozent), der Religion oder Weltanschauung (8,8 Prozent),  der ethnischen Herkunft (8,4 Prozent), einer Behinderung (7,9 Prozent) und der sexuellen Orientierung (2,4 Prozent) erlebt zu haben. Aus den Beschreibungen wird deutlich, dass Benachteiligung häufig aufgrund von mehreren Merkmalen (z. B. Geschlecht und Alter) stattfindet. Ein besonders hohes Diskriminierungsrisiko besteht nach dieser Befragung im Arbeitsleben. 48,9 Prozent der Menschen, die in den vergangenen zwei Jahren Diskriminierung erlebt hatten, berichteten von Diskriminierung beim Zugang zur Beschäftigung und am Arbeitsplatz. Diskriminierung am Arbeitsplatz kommt häufig wegen des Alters und des Geschlechts vor.

Die Mehrheit der Betroffenen nehmen Diskriminierung nicht hin. Etwa sechs von zehn Betroffenen gaben an, dass sie gegen die erlebte Diskriminierung etwas unternommen haben. Beispielsweise, indem sie öffentlich auf die Diskriminierung aufmerksam gemacht oder Beratung eingeholt haben.

Die Antidiskriminierungsstelle wird im nächsten Jahr darüber berichten, welche Folgen Diskriminierung bei den Betroffenen haben kann. Zudem sollen Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis formuliert werden.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Aktuelles/DE/2016/20160419_PK_Umfrage.html;jsessionid=77E0CCC4DEE3F2F64A159B645D09890D.2_cid350