Bericht der Landesgruppe Baden-Württemberg ('Rosa Beilage' zur VPP 3/2003)
Ein engerer Zusammenschluss soll nun die nötigen Kosteneinsparungen bringen. An der Umsetzung wird noch gearbeitet. In Diskussion ist die Einrichtung einer übergeordneten "Holding". Unabhängig von der Reform der Verwaltung gibt es bereits bei den direkten Arbeitsbedingungen Veränderungen. So wurde berichtet, dass psychotherapeutische Leistungen nicht mehr im gewohnten Umfang auf den Psychiatriestationen angeboten werden können.
Auch ansonsten sind im Bereich der angestellten Psychologen und Psychologischen Psychotherapeuten Einschränkungen zu erwarten. Nachdem das Land Baden-Württemberg für 2003 die Zuschüsse für die Sozialpsychiatrischen Dienste gekürzt hatte, muss man abwarten, ob und wieweit die weiteren Beratungsstellen von Kürzungen im nächsten Jahr betroffen sein werden. Die entsprechenden Planungen laufen derzeit, die Entscheidungen werden mit der Aufstellung des Haushaltes getroffen. Für die freien Träger wie Diakonie und Caritas wird die Planung und Finanzierung ihrer Beratungsstellenarbeit immer schwieriger, besonders da zusätzlich mit weniger Kirchensteuermitteln zu rechnen ist.
Unsere Landespsychotherapeutenkammer ist eifrig am arbeiten:
- Am 21.9.2003 gibt es in Stuttgart einen Landespsychotherapeutentag mit dem Schwerpunkt Psychotherapie bei körperlichen Krankheiten.
- In der Bundespsychotherapeutenkammer wurde mitgearbeitet und gewählt: unsere besonderen Glückwünsche gelten Detlev Kommer, der zum 1. Präsidenten der Bundespsychotherapeutenkammer gewählt wurde.
- Zu den Kürzungen der Landeszuschüsse bei den Sozialpsychiatrischen Diensten wurde eine Stellungnahme seitens der Kammer abgegeben.
- Eine Datenbank zur Therapeutensuche wird derzeit erstellt.
- Auch ein Berufsgericht wurde bereits eingerichtet.
- Die Unterstützung eines Qualitätsmonitorings der Techniker Krankenkasse ist beschlossen. Hier soll im KV-Bereich Südbaden eine Alternative zum üblichen Gutachterverfahren erprobt und wissenschaftlich begleitet werden.
Auch innerhalb der DGVT wurde das Modellprojekt der Techniker Krankenkasse diskutiert. Wir nutzten dazu ein Treffen der LändervertreterInnen der DGVT und verschiedener Kommissionen in Darmstadt. Die Projektbeschreibung der TK ist mit 35 Seiten recht differenziert und nicht in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Wir unterstützen dieses Vorhaben. Dabei sehen wir - neben Bedenken bezüglich Mehrarbeit (und noch mehr Bürokratie!) sowie übermäßiger Kontrolle - die Vorteile überwiegen: Transparenz bezüglich psychotherapeutischer Leistungen, Erfolgskennziffern, vermehrte Einbeziehung der Patienten und deren Selbstbeschreibungen. Und eventuell kann daraus auch eine Alternative zum Gutachterverfahren entwickelt werden.
Auch unsere eigenen Ausbildungsinstitute und Ausbildungspsychotherapien werden durch eine Qualitätsmanagement-Maßnahme begleitet. Diese Planungen wurden von Günter Ruggaber vorgestellt. Kernstück ist die systematische Begleitung der Psychotherapien durch die Figurationsanalyse von Grawe. Auf die Ergebnisse darf man/frau gespannt sein.
Übrigens: Als LändervertreterInnen der DGVT erhalten wir unsere Fahrtkosten und die Kosten der Unterkunft ersetzt. Unsere Zeit geben wir so dazu, auch ohne "Aufwandsentschädigung". Mit dem Geld, das wir alle durch unsere Mitgliedsbeiträge bereitstellen, müssen wir die notwendigen Strukturen unseres Verbandes, wie z.B. die Geschäftsstelle, finanzieren; Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeit können und wollen wir nicht bezahlen.