Bericht / Informationen zur Expertenrunde des BMBF zur Einrichtung eines Förderprogramms 'Prävention und Gesundheitsförderung' am 13.11.02 in Bonn
Berichterstatter: Prof. Dr. Bernd Röhrle
Das BMBF wird voraussichtlich im Frühjahr 2003 ein Förderprogramm „Prävention und Gesundheitsförderung“ ausschreiben. Umfang und Laufzeit sind noch nicht entschieden. Grundlage für dieses Programm sind u.a. die neuen Koalitionsvereinbarungen. Das Expertengespräch diente der Konzeptualisierung von Leitlinien für die Ausschreibung.
Auf der Grundlage der Koalitionsvereinbarungen, zahlreichen Aktivitäten, wie dem runden Tisch, Erfahrungen aus den Public Health Verbünden, Initiativen zahlreicher Akteure, internationalen Erfahrungen, etc., ist die Bundesregierung über das BMBF gewillt, einen auch international bedeutsamen Beitrag zur Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung im Bereich der Forschungsförderung zu leisten. Beteiligt waren zahlreiche Personen u.a. aus dem Bereichen Wissenschaft, Ministerien und nach geordneten Behörden, Ärztekammer, Industrie, Public Health Verbünden, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Zentralinstitut für seelische Gesundheit, Fonds Gesundheit in Österreich, Gesundheitsförderung in der Schweiz.
Erste Konturen von Leitlinien einer Forschungsförderung werden deutlich:
- Klare Zieldefinitionen auf unterschiedlichen Ebenen von Individuum und Umwelt (Kosten, Lebensqualität, Morbidität, etc.); ultimative, intermediäre Ziele.
- Methodisch einwandfreie Überprüfung von Effektivität; Nachweis von Evidenz, Quality Management
- Anknüpfen an (internationalen) Vorerfahrungen
- Anknüpfen an sozialpolitischen Entwicklungen (z.B. Anreizsysteme der Versichrungsträger)
- Zielgruppen: insbesondere (nicht ausschließlich): Kinder- und Jugendliche, mittleres Erwachsenenalter; aber auch in Relation zu Verhältnissen (Gemeinden, Settings, etc.); Prüfung von Zugänglichkeit und Akzeptanz.
- Bestandsanalysen (auch Nutzung der Gesundheitsberichtserstattung)
- Krankheitsbilder. Wenngleich nicht festgelegt, werden Herz-Kreislauf- und depressive Erkrankungen beispielhaft genannt, aber auch Krebs, Adipositas, Diabetes mellitus, Rückenbeschwerden, Rauchen/obstruktive Lungenerkrankungen, Erhalt der Selbständigkeit und Vermeidung der Pflegebedürftigkeit im Alter. Komorbidität als wichtiger Ausgangspunkt.
- Es sind verschiedene Risiko- und Ressourcenebenen zu berücksichtigen
- Besondere Berücksichtigung von sozialer Ungleichheit, Gender und kultureller Diversität.
- Transfer, Dissemination, Intersektoralität, Nachhaltigkeit, Kapazitätsbildung (z.B. auch Kompetenznetzwerke, -zentren; hierbei könnte auch die Einbindung von noch wenig berücksichtigten Organisationen eine Rolle spielen [Pflegekassen, ambulante Pflegedienste, Selbsthilfe, Sozialverbände, Kinder- und Jugendhilfe, Bundesanstalt für Arbeit, Industrie, Apotheken etc.]).
Prof. Dr. Bernd Röhrle
Universität Marburg - FB 04 -
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35037 Marburg