Bericht über das Half Annual Meeting der European Association for Behavioural and Cognitive Therapies (EABCT) am 10. und 11. März 2006 in Paris
Derzeit sind in der EABCT 41 Mitgliedsgesellschaften zusammengeschlossen, teilweise (wie aus Deutschland gut bekannt) mehrere Gesellschaften aus einzelnen Ländern. Aktuell liegen mehrere neue Bewerbungen vor (Irland: „Institute of Cognitive Behavioral Therapy“, Schweden: „Swedish Association for Cognitive Psychotherapy and Research“, Spanien: „Spanish Association for the Advance of Clinical and Health Psychology“, Libanon: „Lebanese Society for Cognitive and Behaviour Therapy“). Diese Vergrößerung wirft neue organisatorische Probleme auf, unter anderem steigende Kosten für die Versendung von Material etc.
Ein weiterer Punkt, der ausführlich diskutiert wurde, war die Frage, wie mit Bewerbungen aus nicht-europäischen Ländern umgegangen werden sollte.
Bezüglich der Verhaltenstherapieausbildung wurde nach der Verabschiedung der „Training Standards“ (mit relativ niedrigen Anforderungen) die Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Jaak Beckers neu besetzt. Wesentliches Ziel ist die Erarbeitung anspruchsvollerer Ausbildungsstandards auf europäischer Ebene. Für die DGVT wird Thomas Heidenreich (nachdem Andreas Veith diese Funktion lange Zeit wahrgenommen hat) in diesem Gremium vertreten sein.
Intensiv wurde auch die Frage diskutiert, wie die Ausbildungsnachfrage in Osteuropa am besten bewältigt werden kann. Mitglieder von EABCT-Gesellschaften mit entsprechenden Erfahrungen wurden ermutigt, entsprechend tätig zu werden. Im weiteren Verlauf wurde das Akkreditierungskommittee gewählt: dieses hat die Aufgabe, Anträge von Mitgliedsgesellschaften im Hinblick auf Übereinstimmung mit den Trainingsvorgaben der EABCT zu überprüfen. Gesellschaften, deren Ausbildungen die entsprechenden Kriterien erfüllen, können ein EABCT-Zertifikat für ihre Mitglieder ausstellen. Dies dürfte vor allem im Hinblick auf zunehmende Mobilität in Europa von Interesse sein.
Antonio Pinto präsentierte im Anschluss daran seinen Vorschlag, ein „Scientific Board“ zu benennen. Die Hauptaufgabe dieses Gremiums soll sein, die internationale Forschungszusammenarbeit zu fördern. Dies könnte auf verschiedenen Ebenen passieren: durch direkte Förderung von Forschungsprojekten, Vereinheitlichung diagnostischer Instrumente etc.
Die Neuwahl des Vorstands erbrachte eine Bestätigung der bisherigen Amtsinhaber: als Präsident wurde Jan van den Bout wiedergewählt, Andreas Veith wird weiterhin Congress Coordinator sein, Jaak Beckers Training Coordinator und Rod Holland Communication Officer. Es wird angestrebt, in den kommenden Jahren die Wahlen so zu gestalten, dass nicht die Amtszeit vieler Vorstandsmitglieder gleichzeitig ausläuft.
Im Hinblick auf die anstehenden Kongresse wurde berichtet, dass die Organisation für den diesjährigen Kongress (20.-23. September 2006 in Paris) weitgehend abgeschlossen ist. Unter anderem werden Paul Chadwick, Zindel Segal, Tom Borkovec, David Clark, Paul Salkovskis und Dominic Lam eingeladene Vorträge halten und Workshops anbieten. Nähere Informationen finden sich unter www.eabctparis2006.com.
Die Planung des durch die EABCT organisierten Weltkongresses vom 11. bis 14. Juli 2007 in Barcelona ist ebenfalls weiter fortgeschritten. Im Gegensatz zu früheren Ankündigungen können Abstracts noch bis Ende Januar 2007 eingereicht werden. Nähere Informationen finden sich unter http://www.wcbct2007.com/. Dort kann auch ein elektronischer Newsletter bestellt werden, der im Laufe der nächsten Monate regelmäßig über Neuerungen informiert. Die Organisation des Kongresses vom 10. bis 13. September 2008 in Helsinki ist ebenfalls weit fortgeschritten. Das Veranstaltungszentrum „Finlandia Hall“ ist mittlerweile gebucht, nähere Informationen finden sich unter www.eabct2008.org. Wie immer würden wir uns über eine rege deutsche Beteiligung, insbesondere aus der DGVT freuen.