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Aktuelles

Brief des Nationalen Netzwerkes Frauen und Gesundheit zum Gender Mainstreaming in Publikationen der BZgA

15. Januar 2007
 

'Rosa Beilage' zur VPP 4/2003

Für die DGVT-Fachgruppe Frauen in der psychosozialen Versorgung

Ansprechpartnerin:
Waltraud Deubert
DGVT-Bundesgeschäftsstelle
Neckarhalde 55
72070 Tübingen
Tel. 07071 943494
deubert@dgvt.de

An die
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
Frau Dr. Elisabeth Pott
Ostmerheimer Str. 220
51109 Köln

4. November 2003

Gender Mainstreaming in den Publikationen der BZgA

Sehr geehrte Frau Dr. Pott,

die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist mit ihren Schriftenreihen zu Gesundheitsförderung und Prävention für die Bundesrepublik Deutschland meinungsbildend. Die Themen, die ausgewählt werden, sind bedeutsam für die fachliche Diskussion und hilfreich für die praktische Arbeit.

Wir Frauen vom Nationalen Netzwerk Frauen und Gesundheit freuen uns darüber, dass die BZgA frauenspezifische Themen aufgreift. Besonders in der Zeitschriftenreihe BZgA Forum Sexualaufklärung und Familienplanung werden immer wieder frauenrelevante Themen abgehandelt.

Um so bedauerlicher findet wir es, dass in einigen der Monographien und Readern nach wie vor ein männlicher Stil vorherrscht. In einigen Fällen ist nicht nur die Sprache geschlechtsunsensibel, sondern es werden auch genderspezifische Problematiken nicht hinreichend berücksichtigt. Als Beispiele verweisen wir exemplarisch auf den Band 8 aus der Reihe Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung mit dem Thema Evaluation und auf den Band 1 aus der Reihe Konzepte mit dem Thema Gesundheit für Kinder und Jugendliche.

Das Nationale Netzwerk möchte Sie als Direktorin der BZgA bitten, im Sinne von Gender Mainstreaming auf entsprechende Veränderungen hinzuwirken. Diese beziehen sich sowohl auf die sprachlichen Formulierungen als auch auf eine angemessene Berücksichtigung geschlechtsdifferenzierender Inhalte. Es wäre unserer Meinung nach hilfreich, bei der Auftragsvergabe die Vorgaben von Gender Mainstreaming zu berücksichtigen und die AutorInnen nicht nur auf Geschlechtsdifferenzierung in Konzept und Sprache zu verpflichten, sondern auch darzulegen, welche Auswirkungen die im konkreten Fall dargestellten Konzepte für Frauen und Männer haben.

Das Nationale Netzwerk hat diesbezüglich Kompetenzen; wir bieten diese gerne an, wenn es um die Entwicklung von Vorgaben nach Gender Mainstreaming geht oder um andere Fragen bei der Umsetzung.

Mit freundlichen Grüßen

Waltraud Deubert
Für das Nationale Netzwerk

 

Das Nationale Netzwerk Frauen und Gesundheit ...

... ist ein Zusammenschluss von Vertreterinnen aus Verbänden und Vereinigungen, die bundes- oder landesweit zum Thema Frauen/Mädchen und Gesundheit/Gesundheitsförderung arbeiten. Die Ziele des Netzwerks sind

  • der Austausch von Informationen und die Abstimmung von Aktivitäten (auch im europaweiten Maßstab),
  • die Etablierung einer frauenspezifischen und frauenangemessenen Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung,
  • die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen- und Mädchen in Richtung eines höheren Wohlbefindens,
  • die Förderung von Frauengesundheitsforschung und die Verankerung der Kategorie "Geschlecht" als Querschnittsdimension in der Lehre,
  • die Stärkung der Verbindung von Praxis und Forschung in Bezug auf Frauengesundheit.

 

Dieses Schreiben unterstützen die folgenden Mitgliedsorganisationen des Nationalen Netzwerks Frauen und Gesundheit:

  • AG Frauen und Gesundheit in der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
  • AG Frauen in der psychosozialen Versorgung der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT)
  • AG Geschlechtsspezifische Forschung in der Rehabilitation des Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbundes Bayern (RFB)
  • Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF)
  • Arbeitsbereich Frauen- und Geschlechterperspektiven in Public Health
  • Bundesverband der Frauengesundheitszentren in Deutschland e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe e.V. (DGPFG)
  • Deutscher Ärztinnenbund e.V.
  • Fachbereich Frauen- und geschlechtsspezifische Gesundheitsforschung in der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP)
  • Forum Frauengesundheit Bremen
  • Gemeinsames Frauenforschungszentrum (gFFZ) der Hessischen Fachhochschulen
  • Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW
  • Netzwerk Frauen/Mädchen und Gesundheit Niedersachsen
  • Netzwerk Frauen und Gesundheit des Landes Sachsen-Anhalt