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Quelle: www.seelischegesundheit.net/ oder www.bmg.bund.de

Das Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit hat im August den Abschlussbericht einer Studie zur Wirksamkeit von Maßnahmen zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen vorgelegt

06. Oktober 2010
 

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist eine Initiative zur Förderung der seelischen Gesundheit. Unter der Schirmherrschaft des  Bundesgesundheitsministers beteiligen sich über 60 Bündnispartner an dem bundesweiten Netzwerk, darunter ExpertInnen der Psychiatrie und Gesundheitsförderung, Betroffene und ihre Angehörigen sowie einige Fachverbände, u. a. auch die DGVT.

Das Bündnis will der breiten Öffentlichkeit vermitteln, dass psychische Störungen therapierbare und gerade bei frühzeitiger Behandlung auch heilbare Erkrankungen sind, die jede und jeden betreffen können. Es fördert den Austausch der beteiligten Akteure, informiert über die Chancen der Früherkennung und Prävention, ermuntert Menschen, Hilfe in Anspruch zu nehmen, und fördert so die Möglichkeiten der sozialen und beruflichen Integration von psychisch erkrankten Menschen und die gesellschaftliche Teilhabe von Betroffenen und ihren Familien.

Das Bundesministerium für Gesundheit hatte die Studie „Konzeption und Umsetzung von Interventionen zur Entstigmatisierung seelischer Erkrankungen: Empfehlungen und Ergebnisse aus Forschung und Praxis“ in Auftrag gegeben mit dem Ziel, eine wissenschaftliche Grundlage für die evidenzbasierte Weiterentwicklung entsprechender Interventionen zu schaffen.

Jeder dritte bis vierte Deutsche erleide im Laufe des Lebens eine psychische Erkrankung. Aber noch immer verdrängten viele Betroffene aus Scham und Angst vor negativen Reaktionen ihrer Umwelt die Beschwerden. Dadurch gerieten sie in die Gefahr der Chronifizierung oder gar eines späteren Suizids, heißt es in der Studie.

Stigmatisierung aber „schadet dem Selbstwertgefühl und den sozialen Netzwerken, verschlechtert den Krankheitsverlauf und reduziert die Lebensqualität. Zugleich ist es der Früherkennung psychischer Erkrankungen abträglich und damit auch der Prävention schwerer psychischer Störungen“, schreiben die Autoren der Studie.

Interventionen sind aus Sicht der Autoren der Studie vor allem dann wirksam, wenn sie die Aufklärung über psychische Erkrankungen mit interaktivem Kontakt zu Betroffenen verbinden. Um Stigmatisierung möglichst wirksam zu reduzieren, sollten solche Interventionen zudem von gesellschaftlichen Maßnahmen wie Veränderungen auf legislativer Ebene oder groß angelegten Informations- und Aufklärungskampagnen begleitet werden.

Die Studie „Konzeption und Umsetzung von Interventionen zur Entstigmatisierung seelischer Erkrankungen: Empfehlungen und Ergebnisse aus Forschung und Praxis“ wird zeitgleich auf den Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit und des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit zugänglich gemacht.