Skip to main content
 
Rosa Beilage 1/2015

DFG fördert ZPID-Projekt zum Forschungsdatenmanagement in der Psychologie [1]

06. Februar 2015
 

(ZPID) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den Aufbau von DataWiz, einem Assistenzsystem zum fachgerechten Management und der nachhaltigen Sicherung psychologischer Forschungsdaten, das am Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) entwickelt wird. Das Data Sharing, also das Teilen von Forschungsdaten, ist in der Psychologie wenig verbreitet. Daran hat auch die mehr als 10jährige Verfügbarkeit des Archivs für psychologische Forschungsdaten PsychData wenig geändert. Als Ursache können neben dem allgemeinen Unbehagen, die Früchte mühsamer Forschungsarbeit aus der Hand zu geben, Unkenntnis in Bezug auf fachgerechtes Forschungsdatenmanagement und Angst vor einem unverhältnismäßig hohem Aufwand ausgemacht werden, dem keine adäquate Belohnung gegenüber steht. Um diesem Unbehagen entgegen zu wirken und den Arbeitsaufwand zu minimieren, verfolgt das nunmehr bewilligte Projektvorhaben DataWiz zwei strategische Ziele: (1) Die Etablierung eines fachgerechten Forschungsdatenmanagements in der Psychologie und (2) die nachhaltige Sicherung der Forschungsdaten, verknüpft mit Anreizen, die Daten zu teilen. Das Assistenzsystem DataWiz ist eine Art Expertensystem, das Wissensbasis und prozedurale Unterstützung zugleich bietet. Damit kommt DataWiz dem immer wieder geäußerten Wunsch der Forscherinnen und Forscher entgegen, selbstbestimmt die Verfügungsgewalt über ihre Daten auszuüben. Nichtsdestotrotz ist auf Grund der verwendeten standardisierten Formate und Schnittstellen die Übergabe an ein etabliertes Datenarchiv vorgesehen und wird ermutigt. Zudem entsteht Zusatznutzen, z.B. bei der Studienregistrierung und bei der Erfüllung von Verlags- bzw. Herausgeberauflagen. Nicht zuletzt soll DataWiz zeigen, dass mit einem solchen Assistenzsystem das Data Sharing in der Psychologie vorangetrieben werden kann, so dass auch hier die positiven Effekte wie die bessere Nutzung von Ressourcen oder die Offenlegung der Evidenzbasis psychologischer Forschung zum Tragen kommen. 

Kontakt:

PD Dr. Erich Weichselgartner

Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation

Universitätsring 15

D-54296 Trier

Tel.: 0651-201-2056

E-Mail: wga@zpid.de

Hintergrund-Informationen:

 Das ZPID ist die zentrale Informationseinrichtung für die Psychologie in den deutschsprachigen Ländern. Es ist seit 1988 Mitglied der Blauen Liste und seit 1997 Gründungsmitglied der Leibniz-Gemeinschaft. In seinem Psychologie-Fachportal www.zpid.de bietet es wichtige Dienstleistungen und Produkte für Forschung, Studium, Praxis, Massenmedien, Politik und Öffentlichkeit an, wie beispielsweise die Datenbank PSYNDEX zu psychologischen Fachpublikationen. Im Rahmen seines Forschungsbereichs verfolgt das ZPID die Forschungslinien Informationsverhalten, psychologische Grundlagen informationstechnischer Systeme und Wissenschaftsforschung. Mit dem ZPID-Monitor wird jährlich die internationale Präsenz der Psychologie aus den deutschsprachigen Ländern evaluiert. Das ZPID wird durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Länder der Bundesrepublik Deutschland (unter der Federführung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, MBWWK, Rheinland-Pfalz) zu gleichen Teilen gefördert. Als Anstalt öffentlichen Rechts des Landes Rheinland-Pfalz verfügt es im Jahr 2014 über ein Budget von 3,5 Mio. Euro. Am ZPID sind aktuell 45 wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, die aus dem institutionellen Haushalt und aus Drittmitteln finanziert werden. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 89 selbständige außeruniversitäre Forschungsinstitute und Infrastruktureinrichtungen für die Wissenschaft sowie drei assoziierte Mitglieder. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Institute beschäftigen rund 17.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie werden gemeinsam von Bund und Ländern finanziert. Ihr Gesamtetat beträgt etwa 1,5 Milliarden Euro.

Siehe: www.leibniz-gemeinschaft.de.

 


[1]Pressemitteilung ZPID