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VPP 3/2016

Europäischer Drogenbericht 2016[1]

21. Juli 2016
 

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) hat am 31.05.2016 den Drogenbericht 2016 vorgestellt. Der Bericht beinhaltet eine umfassende Analyse der jüngsten Trends und Entwicklungen in den 28 EU-Mitgliedstaaten sowie in der Türkei und in Norwegen.

Laut EMCDDA kam es in der EU im Jahr 2014 zu schätzungsweise mindestens 6 800 Todesfällen aufgrund von Überdosierungen von Drogen. Dies entspreche einem Anstieg gegenüber dem Wert des Jahres 2013. Wie in den Vorjahren entfalle ein großer Teil der insgesamt verzeichneten Todesfälle auf das Vereinigte Königreich mit 36 % und Deutschland mit 15 %.

Dem Bericht zufolge hat die Anzahl, Art und Verfügbarkeit neuer psychoaktiver Substanzen auf dem europäischen Markt weiter zugenommen und derzeit werden über 560 neue psychoaktive Substanzen vom EMCDDA beobachtet. Der MDMA-Konsum – häufig als Ecstasy verkauft – habe wieder zugenommen und wird von einem breiteren Spektrum junger Menschen konsumiert. Dieser Trend stehe im Zusammenhang mit den neuen Methoden der Beschaffung von Drogenausgangsstoffen, neuen Herstellungsverfahren und Online-Angeboten. Aufgrund von Vergiftungen und sogar Todesfällen, die mit dieser Droge in Verbindung stehen, müssen laut EMCDDA bestehende Maßnahmen zur Prävention und Schadensminimierung überdacht werden, um die Maßnahmen auf eine neue Gruppe von Konsumenten abzustimmen, die womöglich hochdosierte Produkte konsumieren, ohne die damit verbundenen Risiken hinreichend zu kennen.

In einigen Ländern sei auch die Zahl der erstmaligen Behandlungsnachfrage im Zusammenhang mit Amphetaminen gestiegen. Laut EMCDDA war in Europa insgesamt in den vergangenen zehn Jahren ein Anstieg von 50 % bei der Zahl der Erstkonsumenten zu beobachten, die Amphetamine als Primärdroge angaben. Dieser Anstieg sei in erster Linie auf die Zunahme von Amphetaminen in Deutschland zurückzuführen.

Zusätzlich seien einige der seit langem bestehenden Probleme noch immer nicht gelöst und neue Bedrohungen bestehen vor allem im Bereich der fortschreitenden Entwicklung des Marktes für synthetische Drogen. Der Bericht soll zum Wissensaustausch über die Drogensituation in Europa beitragen, um neue Antworten auf diese Herausforderungen zu entwickeln.

Die Pressemitteilung der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht zum Europäischen Drogenbericht 2016 gibt es hier.

Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/germany/news/drogenbericht-2016-situation-europa-ist-besorgniserregend_de

 


[1] EUFIS-Newsletter der Bank für Sozialwirtschaft AG und des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands - Gesamtverband e.V, Juni 2016