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Aktuelles

Europäisierung der Gleichstellung

15. Januar 2007

Bericht über die 15. Jahrestagung der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten (BuKoF)[1] vom 26.- 28. September 2003

 

Europäisierung der Gleichstellung, Bologna-Prozess, Hochschulstrukturen und Forschungspolitik standen im Zentrum der 15. Jahrestagung der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an deutschen Hochschulen, die vom 26.-28. September 2003 in Eltville am Rhein stattfand.

Nach einem allgemeinen Überblick über die Gleichstellungspolitik der Europäischen Union, den Birgit Erbe, Geschäftsführerin der Frauenakademie München, gab, erläuterte Dr. Achim Hopbach, Leiter des Projekts Qualitätssicherung der Hochschulrektorenkonferenz, den Verlauf und die Ziele des Bologna-Prozesses und seine Auswirkungen für Deutschland. Für die Gleichstellungspolitik eine Chance ist das erst kürzlich verabschiedete Berlin-Communiqué, in dem der Abbau von auf dem Geschlecht basierenden Ungleichheiten als eines der Ziele bei der Entwicklung des Europäischen Hochschulraums erstmals festgelegt wurde. Nach dieser Vereinbarung sollen die Einzelstatten bis 2003 Fortschritte auf folgenden Feldern erreichen:

  1. gestufte Studienabschlüsse,
  2. gegenseitige Anerkennung der Abschlüsse
  3. Etablierung eines Qualitätssicherungssystems.

Die Qualitätssicherung von Studiengängen, so machte der Vortrag von Frau Dr. Schade, Geschäftsführerin des deutschen Akkreditierungsrates im Anschluss deutlich, erfordert auch die Einbeziehung der Gender-Dimension in die Akkreditierungsverfahren. Hier gilt es sowohl auf Bundesebene, den Akkreditierungsrat für dieses Thema zu gewinnen, als auch die Hochschulen, die die Akkreditierung von Studiengängen planen, vor Ort durch die Gleichstellungsbeauftragten entsprechend zu unterstützen.

Die Erfolge der Gleichstellungspolitik auf EU-Ebene im Wissenschaftsbereich stellte abschließend Nicole Dewandre, Leiterin des Referats "Women and Science" bei der EU-Kommission, dar. Die Umsetzung des Gender-Mainstreaming Prinzips ist zumindest in ersten Ansätzen bei der Konzeption des 6. Rahmenprogramms zur Forschungsförderung gelungen. Trotzdem steht die Gleichstellungspolitik im Wissenschaftsbereich auch auf EU-Ebene noch ganz am Anfang und wird sich in den nächsten Jahren deutlich intensivieren müssen, um der eklatanten Unterrepräsentation von Frauen in den Spitzenpositionen der Forschung - Deutschland nimmt hier im EU-Vergleich einen der letzten Plätze ein - entgegenzuwirken.

Weitere Informationen und links zu den Themen der Jahrestagung der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten (BuKoF) in Eltville finden Sie auf der Homepage der BuKoF unter http://www.bukof.de

Susanne Weitbrecht

Büro der Frauenbeauftragten der Universität Tübingen
Wilhelmstr. 26, 2. Stock
72074 Tübingen
Tel.: 07071 29-74958
Fax: 07071 29-5084
eMail: frauenbuero@uni-tuebingen.de
http://www.uni-tuebingen.de/frauenbeauftragte


[1] Die BuKoF ist der Zusammenschluss der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen. In der BuKoF wirken die Mitglieder zur Erfüllung ihrer Aufgaben im Bereich der Frauenförderung und Gleichstellung an Hochschulen zusammen. Die BuKoF vertritt insbesondere die Interessen der Frauen an Hochschulen für alle Hochschultypen und Mitgliedergruppen.

Quelle: VPP 4/2003