Frühe Förderung verhindert hohe Sozialausgaben
Die sozialen Folgekosten belaufen sich allein in Nordrhein-Westfalen auf fast 24 Mrd. Euro pro Jahr. Dies hat die Prognos AG im Auftrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung errechnet. Folgekosten fallen an in der Jugendhilfe, bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende und Alte, aufgrund von Jugendkriminalität, im Maßregelvollzug und im Gesundheitsbereich. Darüber hinaus ergeben sich Folgekosten für den Staat aufgrund von entgangenen Steuern und Sozialbeiträgen.
Durch Vorbeugung – d.h. Investitionen in Bildung und Betreuung – könnten pro Jahr ca. 8 Mrd. Euro gespart werden, hat das Unternehmen, das europaweit Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik berät, ermittelt. Im Jahr 2009 musste das Land allein im Bereich der stationären Jugendhilfe 1,15 Mrd. Euro für die Versorgung von ca. 45.000 Kindern und Jugendlichen aufbringen – Kosten, die laut Prognos durch frühe Hilfen für Familien (wie z.B. durch aufsuchende Hebammen) und durch die gezielte Förderung von Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Familien eingespart werden könnten.
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sieht sich durch die Studie in ihrem Ansatz einer vorbeugenden Politik bestätigt: „Vorsorge ist besser als Nachsorge.“ So spare das Land hohe Reparaturkosten, und gleichzeitig würden die Wirtschaftskraft und damit die Einnahmen steigen. Das Land plant zusätzliche Investitionen in Höhe von 1,1 Mrd. Euro für „Kinder, Bildung und Vorbeugung“.